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Borussia Mönchengladbach will gegen Israels Nationalmannschaft antreten

Pläne für die Zeit nach Corona : Borussia will gegen Israels Nationalmannschaft spielen

Borussia hat seit mehr als einem halben Jahrhundert enge Beziehungen zu Israel. Aus diesem Grund würde der Klub gerne, sobald es wieder möglich ist, in einem Freundschaftsspiel gegen Israels Nationalteam antreten.

Der frühere Meistertrainer Hennes Weisweiler und der israelische Trainer Emanuel „Eddy“ Schaffer lernten sich an der Sporthochschule in Köln kennen und schätzen. Und sie verabredeten ein Spiel ihrer Teams in Israel. Dass es am 25. Februar 1970 realisiert werden konnte, war durchaus eine Sensation. Zwar hatte es am 12. August 1969 schon das „Hinspiel“ in Deutschland gegeben (3:0 für Gladbach), doch nun reiste zum ersten Mal eine deutsche Fußballmannschaft nach Israel. Das 6:0 der Gladbacher war ein Wendepunkt in der Beziehung zwischen Deutschland und Israel.

Borussias Fußballer wurden zu Diplomaten, ihre Reise war 1970 jedoch auch ein Abenteuer. Mit einer Bundeswehr-Maschine flogen die Gladbacher quasi inkognito, um in einer unruhigen Zeit nicht in Gefahr zu geraten. Eigentlich hatten sich die Borussen entschieden, nicht nach Israel zu fliegen. Doch Bundeskanzler Willy Brandt und Verteidigungsminister Helmut Schmidt ordneten an, dass die Reise aus diplomatischen Gründen stattfinden muss. 2020 widmete die ARD dem Trip den Dokumentarfilm „Geheimmission Israel. Wie der Fußball die Geschichte veränderte“.

 Fast 30-mal waren die Borussen seither in Israel, zuletzt 2008. 2014 wurde der Bundesligist mit dem Zukunftspreis der Israel-Stiftung ausgezeichnet. Die Gladbacher sind stolz auf ihre Geschichte mit Israel, daher ist es logisch, dass sie sich nun mit anderen Profiteams aus Nordrhein-Westfalen (und künftig auch der Deutschen Fußball-Liga) zur Antisemitismus-Definition der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA) bekannten.

Dort soll das, was in der Vergangenheit, vor allem in den 1970er Jahren guter Usus war, fortleben – Borussia will zurück nach Israel. Und Israel will, dass Borussia wiederkommt. „Israel ist auf uns zugekommen mit der Idee, gegen die Nationalmannschaft zu spielen und damit an 1970 zu erinnern“, sagt Borussias Mediendirektor Markus Aretz.

Die Planungen liefen zum 50. Jubiläum des ersten Spiels, die Geschichte neu aufzulegen. Doch wegen der Corona-Pandemie wurden sie vorerst auf Eis gelegt. Zunächst war 2021 ein Thema, doch erneut wird Corona verhindern, dass die Gladbacher wieder nach Israel reisen. Der Klub ist aber weiter im Austausch mit dem israelischen Generalkonsulat in München, um bereit zu sein, wenn wieder etwas möglich ist. „Dann werden wir so schnell wie möglich nach Israel reisen“, versichert Geschäftsführer Stephan Schippers.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aus diesen Ländern kamen die meisten Borussia-Spieler