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Borussia Mönchengladbach will gegen den BVB eine Rekordserie beenden

Angstgegner BVB : Gladbach stemmt sich gegen ein 0:12 der anderen Art

Als Gladbach zuletzt gegen den BVB gewann, wurde der noch von Jürgen Klopp trainiert. Seitdem leidet die Bilanz enorm: Elf Spiele in Folge hat der VfL verloren und dabei nur 18 Minuten lang in Führung gelegen.

In den Jürgen-Klopp-Jahren hatte es gar nicht so schlecht ausgesehen für Gladbach gegen den BVB. 2013/14 gelang unter Lucien Favre sogar erstmals seit 17 Jahren das Double: 2:0 im Hinspiel, 2:1 im Rückspiel. Der zweite Erfolg bedeutete gleichzeitig den ersten Sieg in Dortmund seit 1998. 2014/15 sorgte Christoph Kramer mit seinem Eigentor von der Mittellinie dafür, dass Gladbach sich selbst besiegte. Nach dem furiosen 3:1 in der Rückrunde marschierte der VfL in Richtung Champions League, während Klopp wenige Tage später seinen Rücktritt zum Saisonende verkündete.

All das klingt aus Gladbacher Sicht ziemlich märchenhaft, märchenhaft im Sinne von: ausgedacht. Denn unmittelbar auf die guten Jahre im direkten Duell mit der Namenscousine aus Dortmund folgte eine Negativserie, die inzwischen mit Abstand für einen Vereinsrekord gesorgt hat. Zehn Bundesligaspiele in Folge hat Gladbach gegen den BVB verloren. Gegen den VfL Bochum, den 1. FC Kaiserslautern und Bayer 04 Leverkusen gab es mal sechs Pleiten in Serie. Aber zehn?

Das Aus im DFB-Pokal (1:2) in der vergangenen Saison macht aus der Zehn wettbewerbsübergreifend sogar eine Elf. Am Samstag könnte Gladbach die zwölfte Pleite nacheinander gegen den BVB kassieren, es wäre ein 0:12 der anderen, der bitteren Sorte. Dreimal nur haben die Fohlen geführt in diesem Zeitraum, insgesamt 18 Minuten lang, und dabei 30 Gegentore kassiert.

2019/20 waren sie dafür so nah an einem Sieg gegen Dortmund wie seit Jahren nicht. „Wir waren immer auf Augenhöhe“, sagt Trainer Marco Rose. „Wenn man sich belohnen will, darf man sich nur wenig Fehler erlauben.“ Im Liga-Hinspiel vergaben sein Team beste Chancen, allein Breel Embolo tauchte zweimal allein für Roman Bürki auf. Doch Marco Reus – wer sonst? – erzielte das einzige Tor des Spiels. Kurz vor Schluss wurde Gladbach ein klarer Elfmeter verwehrt. Mats Hummels hatte den einschussbereiten Patrick Herrmann an der Hacke getroffen.

Nur elf Tage später kehrte Roses Mannschaft stark ersatzgeschwächt im Pokal zurück. Marcus Thuram sorgte in der zweiten Hälfte sogar für die Führung, aber Gladbach blieb nur sechs Minuten auf der Siegerstraße, verlor 1:2. Das war auch das Resultat im Bundesliga-Rückspiel Anfang März im letztmals ausverkauften Borussia-Park.

Neben der nötigen Cleverness wird Gladbach am Samstag auch das nötige Glück benötigen, um zu punkten. Beim letzten Erfolg in Dortmund vor mehr als sechs Jahren betrug das Torschussverhältnis am Ende 7:25 und Favres Mannschaft hatte die letzten 20 Minuten in Unterzahl überstanden.

„Es ist eine Phase“, sagt Manager Max Eberl. „Als Angstgegner würde ich den BVB nicht bezeichnen. Dafür waren wir zuletzt zu nah dran.“