Borussia Mönchengladbach will die Tore von Niclas Füllkrug

Hannover-Angreifer auf Gladbachs Wunschliste : Borussia will Füllkrugs Tore

Der 25-Jährige von Hannover 96 hat mit 14 Treffern in der abgelaufenen Bundesliga-Saisongroße Begehrlichkeiten geweckt – auch bei der Borussia.

Der Name Füllkrug steht in Hannover für Tore. Anna-Lena Füllkrug hat 47 erzielt – für das Landesliga-Frauenteam von Hannover 96. „Tormaschine“ wird sie von ihrem Bruder Niclas genannt. Der weiß auch, wie es geht: 14-mal traf er in der vergangenen Saison für 96. Damit hat sich Füllkrug interessant gemacht. Da Borussia einen entschlossenen Tormacher sucht, überrascht es nicht, dass Gladbach an Füllkrug interessiert ist. Manager Max Eberl verhandelt recht intensiv mit 96, wie man unter anderem den Einlassungen von Hannovers Präsident Martin Kind entnehmen kann.

Füllkrug also. 25 Jahre alt und ein Spieler, der in der vergangenen Saison seine bisher beste in der Bundesliga spielte. Zuvor hatte er nur zwei Erstliga-Tore gemacht, das war zu seiner Bremer Zeit. 14 Tore schaffte er nun, dazu drei Assists. Füllkrug war torgleich mit Mark Uth und Kevin Volland der Stürmer mit der drittbesten Ausbeute in der Liga. Nur Nils Petersen (15) und Robert Lewandowski (29) trafen öfter. Auch Uth war ein Thema in Gladbach, entschied sich aber für Schalke. Uth wäre ablösefrei gewesen, Füllkrug wird teuer. 15 Millionen Euro würde er mindestens kosten – möglicherweise liegt Hannovers Schmerzgrenze aber weit höher. Laut der „Neuen Presse“ haben die 96er ein zweites Gladbacher Angebot über 13 Millionen Euro abgelehnt.

Dass Borussia noch zu Geld kommen wird in dieser Transferperiode, ist wahrscheinlich. Thorgan Hazard und/oder ein anderer wird wohl gut verkauft werden können. Doch dürfte eventuelles Füllkrug-Geld anders generiert werden: Wenn beispielsweise Vincenzo Grifo zu 1899 Hoffenheim wechselt, sollte das einen hohen einstelligen, wenn nicht zweistelligen Millionenbetrag bringen; zudem scheint Raúl Bobadilla auf dem Sprung nach Argentinien zu sein, da ist eine Einnahme im unteren Millionenbereich zu erwarten.

Kommt Füllkrug, dürfte das auch etwas besagen über die Zukunft von Josip Drmic: Sie dürfte trotz seiner zuletzt starken Quote jenseits Borussias liegen. Schließlich sind Drmic und Füllkrug sehr ähnliche Typen. Der Hannoveraner verteilte seine Tore „gerecht“: Fünf mit rechts, drei mit links, drei mit dem Kopf aus dem Spiel heraus, dazu drei per Elfmeter. Zudem hat er einen für einen Mittelstürmer nicht geringen Aktionsradius, spielt also durchaus mit, was ja eine Voraussetzung ist für einen Stürmer in Gladbach.

Gleichwohl deutet das Interesse an Füllkrug darauf hin, dass Trainer Dieter Hecking möglicherweise die Spielart modifizieren will: Mehr ausgerichtet auf einen Mann im Strafraum. In einem 4-3-3- oder 4-1-4-1-System könnte er dennoch seine „Künstler“ Stindl, Raffael, Cuisance, Traoré oder Grifo (wenn er bleibt) unterbringen. Füllkrug ist auf den letzten Metern geschwind – daher müsste das Spiel weiter nach vorn geschoben werden.

Füllkrug ist indes nicht „der andere Stürmer“, von dem Eberl gesprochen hat, schließlich gibt es schon Bobadilla und Drmic. Bobadilla wurde im Vorjahr für den Plan B geholt, er funktionierte nicht. Nun könnte Füllkrug der nächste Versuch sein. Er selbst wäre dem Vernehmen nach nicht abgeneigt. Schwester Anna-Lena dagegen hofft, dass „er nicht gehen wird“. Gleiches gilt für Hannovers Trainer André Breitenreiter: „Es wäre wichtig, wenn er bleibt“, sagt er. Präsident Kind hat den Stürmer zunächst mal für „unverkäuflich“ erklärt, doch dürfte das eher Preistreiberei sein. Der Name Füllkrug steht in Hannover für Tore. Ob das künftig auch in Gladbach so sein wird, wird sich dann zeigen. Und auch, ob die vergangene Saison für ihn ein Highlight oder ein Startschuss war.

(kk)
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