Borussia Mönchengladbach will bei den Bayern mutig sein

Borussia bei den Bayern : Ohne Raffael, aber mit Selbstvertrauen

Raffael wird auch am Samstag in München nicht spielen. Seine Kollegen wollen beim Rekordmeister mutig sein. Gladbach kann sich unter anderem Ajax Amsterdam als Vorbild nehmen – aber auch sich selbst.

Raffael war früher fertig als die Kollegen. Und er hatte keine guten Nachrichten. „Es geht gut. Ich bin 15 Minuten gelaufen“, sagte er zwar. Doch da war ein gewisser Galgenhumor dabei, denn anschließend stellte der „Maestro“ klar: „Am Samstag bei den Bayern bin ich nicht dabei.“ Es ist zwar besser geworden mir der Wade, doch es ist noch nicht optimal. „Ich gehe aber davon aus, dass ich nach der Länderspielpause wieder dabei bin“, sagt der 33-Jährige. Ob er tatsächlich am 21. Oktober gegen Mainz bereit ist, bleibt abzuwarten.

Auch Jordan Beyer, der wie Raffael am Mittwoch individuell trainierte, berichtete, dass seine Hüftprobleme nicht mehr belastend seien, doch auch das Eigengewächs wird am Samstag in München fehlen. Michael Lang hingegen, der am Dienstag noch pausiert hatte, war am Mittwoch voll bei der Sache und machte auch das Elf gegen Elf zum Abschluss mit. Er dürfte nach dem Debüt in Wolfsburg zu seinem zweiten Startelf-Einsatz kommen. „Ich habe in Wolfsburg die lange Pause vorher gemerkt. Wichtig ist, dass ich jetzt in den Rhythmus komme“, sagte Lang. Er, Matthias Ginter, Nico Elvedi und Oscar Wendt werden wohl wie in Wolfsburg die Viererkette bilden.

Die Frage ist vor allem, wie Trainer Dieter Hecking im Spiel beim seit drei Pflichtspielen sieglosen Rekordmeister die Zentrale formiert. In Wolfsburg arbeiteten Christoph Kramer, Denis Zakaria und Florian Neuhaus zusammen, Jonas Hofmann bekam eine Pause. Vermutlich wird der Marathon-Mann der ersten Spiele in München ins Team zurückkehren – als Nebenmann von Neuhaus oder von Zakaria.

Dass die Borussen bei den Bayern das lieb gewonnene 4-3-3-System grundlegend ändern, glaubt Hofmann nicht. „Wenn man ein gutes Gefühl mit dem System hat, mit dem man in den ersten sechs Spielen gut gestartet ist, sollte man sich nicht davon abbringen lassen. Wir sind in dem System so gut drauf, dass wir es auch in München umsetzen können. Wenn wir dann merken, dass es gar nicht klappt, können wir immer noch reagieren“, sagte Hofmann.

Das 4-3-3 in der offensiven Auslegung der Borussen ist ein mutiger Ansatz. Genau den braucht es, um bei den Bayern zu bestehen. „Wenn man Ajax Amsterdam bei den Bayern gesehen hat, kann man sich etwas abgucken. Man darf auf keinen Fall hinfahren und denken, da ist gar nichts zu holen“, verwies Hofmann auch das 1:1 der Bayern gegen die Niederländer in der Champions League. Zuvor hatte der deutsche Rekordmeister daheim 1:1 gegen den FC Augsburg gespielt und 0:2 bei Hertha BSC verloren. Borussia will auch ohne Raffael mit Selbstvertrauen ins Spiel beim Meister gehen. „Wenn man nur hinten drin steht, haben die Bayern genug Qualität, um einen auszuspielen“, sagte Hofmann.

Zudem braucht es die „grundsätzlichen Tugenden wie Zweikämpfe gewinnen, laufen, aggressiv sein, schnell umschalten“. Was das angeht, können die Borussen nicht nur von Ajax lernen, sondern auch von sich selbst. Denn beim 1:5 in der vergangenen Saison war die erste halbe Stunde sehr gut, „da haben wir all das umgesetzt, was nötig ist“, sagte Hofmann. „Vielleicht schauen wir uns die Videos nochmal an.“ Wie es mit konsequenter Defensivarbeit und konzentriertem Umschaltspiel gehen kann, machte Borussia Mitte April bei der 1:0-Führung vor. Elvedi eroberte den Ball, Hofmann schaltete sofort und schickte den Torschützen Josip Drmic auf die Reise.

Während des Trainingsspiels am Mittwoch versammelte Hecking sein Team immer wieder um sich, um taktische Dinge im Detail zu besprechen. Am Donnerstag (15.30 Uhr) und am Freitag (nicht öffentlich) bekommen die Borussen den letzten Schliff, bevor es dann nach München geht. Am Samstag ist um 18.30 Uhr das Treffen mit dem derzeit angeschlagenen FC Bayern.

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