Borussia Mönchengladbach: Wer wird Nachfolger von Thorgan Hazard?

Debatte der RP-Redakteure : Wer wird Nachfolger von Thorgan Hazard?

Max Eberl hat angekündigt, dass Thorgan Hazard Borussia verlassen will. Für ihn einen Nachfolger zu finden, wird eine seiner Hauptaufgaben sein. Unsere Redakteure haben ihre Favoriten aufgeschrieben.

Gute Alternativen gibt es in der direkten Nachbarschaft (Sebastian Hochrainer)

Auf der Suche nach Alternativen für Thorgan Hazard, der im Sommer Borussia wohl verlassen wird, muss Sportdirektor Max Eberl gar nicht so weit reisen. In der direkten Nachbarschaft gibt es gleich zwei Spieler, die äußerst interessant für die Gladbacher sein könnten und gut in das Profil des Klubs passen würden. Beide spielen aktuell bei Fortuna Düsseldorf.

Zum Einen ist da Dodi Lukebakio. Der Belgier ist derzeit nur an den Niederrhein-Nachbarn bis Saisonende vom FC Watford ausgeliehen ohne Kaufoption. Borussia müsste sich mit dem Premier-League-Klub einigen, sollten sie den 21-Jährigen, der in dieser Saison bereits acht Treffer erzielte, verpflichten wollen. Seine Ablöse würde wohl im Bereich von 20 Millionen Euro liegen.

Fortuna würde Lukebakio zwar gerne behalten, hat derzeit aber nicht die finanziellen Mittel, um den Außenstürmer zu kaufen. Das könnte sich aber dann ändern, wenn die Borussen einen anderen Spieler im Kader der Düsseldorfer interessanter fänden als Lukebakio, nämlich Benito Raman. Der pfeilschnelle Belgier bereitete kürzlich im direkten Duell alle drei Treffer der Fortunen bei der 1:3-Niederlage Borussias vor. Am vergangenen Wochenende erzielte er einen Doppelpack beim 2:1-Erfolg in Berlin. Auch er würde ins Profil der Gladbacher passen. Und Fortuna könnte sich mit der Raman-Ablöse, die etwa bei 15 Millionen Euro liegen dürfte, um Lukebakio bemühen.

Natürlich wäre es auch denkbar, dass sich Borussia für beide Spieler interessiert. Dass Fortuna jedoch sein Erfolgs-Duo komplett gehen lässt, ist unwahrscheinlich. Raman wäre dann nur äußerst schwer aus Düsseldorf loszueisen.

Interessant wird auch sein, wen Eberl zudem von den Hazard-Millionen verpflichten wird. Die Vergangenheit zeigte, dass oft nicht unbedingt die unmittelbaren Nachfolger der Abgänge wie Marco Reus die herausragenden Transfers waren, sondern die, die Eberl außerdem in dieser Zeit tätigte. Ein Beispiel dafür ist Granit Xhaka, der durch die generierten Millionen aus dem Reus-Verkauf sowie dem Abgang von Dante zu Bayern München verwirklicht werden konnte und zum Kapitän der Borussen sowie späterem Rekordtransfer wurde.

Philipp erfüllt alle Kriterien des Rose-Fußballs (Karsten Kellermann)

Am Mittwoch um 13 Uhr wird Marco Rose auf einer Pressekonferenz seines Noch-Arbeitgebers RB Salzburg bekanntgeben, dass er in der neuen Saison Borussias Trainer sein wird. Dass er dann nicht mehr auf Thorgan Hazard bauen kann, wird Rose wissen. Doch er wird, zusammen mit Sportdirektor Max Eberl, Alternativen im Kopf haben.

Dass Hazards Nachfolger die wesentlichen Merkmale des Rose-Fußballs erfüllen muss, liegt auf der Hand: Der 42-Jährige legt Wert auf viel Laufarbeit und Geschwindigkeit, seine Offensivkräfte sind geschult im ständigen Pressing. Einer, der das ganz sicher kann, ist Maximilien Philipp. Er ist in Dortmund meist nicht erste Wahl, wenn nun Hazard kommt, wird es noch schwieriger für ihn. Als „Kind“ der Freiburger Schule erfüllt der gebürtige Berliner, der einen extrem harten Schuss hat, alle Kriterien des Rose-Stils: Christian Streichs Schüler sind Teamplayer, die alles investieren für den Erfolg.

Was Philipp, der mit seinen 183 Zentimetern auch einige Wucht mitbringt, an richtig guten Tagen leisten kann, bekam Borussia schon zweimal zu spüren: 2016 schaffte er für den SC Freiburg einen Doppelpack gegen Gladbach, 2017 gelang ihm das auch für den BVB. Gladbach als Gegner liegt Philipp, warum also sollte er sich nicht auch im Gladbach-Trikot wohlfühlen?

Rose und Eberl dürften zumindest ausloten (oder es schon längst getan haben), was machbar ist beim Dortmunder. Philipp, der Mittelstürmer, aber der auch auf beiden Außen spielen kann, könnte sogar ein Verhandlungsvorteil für den BVB sein, wenn es um den vermeintlichen Hazard-Konkurrenten Liverpool geht. Auf 15 Millionen Euro wird der Marktwert des Offensivmannes taxiert.

Grundsätzlich wird Flexibilität ein Suchkriterium sein, wenn es um neue Angreifer geht. Rose formiert sein Team oft im 4-3-1-2-System mit einer Raute im Mittelfeld, zuletzt beim 2:0 in Linz ließ er aber im 4-3-3 spielen. Da erzielte Rechtsaußen Fredrik Gulbrandsen ein Tor. Der Norweger, auf vier Millionen Euro Marktwert taxiert und laut Rose „ein sehr kompletter Stürmer“, wäre zusätzlich zu einem wie Philipp als Backup mit Joker-Qualitäten denkbar.

Mehr von RP ONLINE