Borusse könnte sein Comeback geben Setzt Hütter gegen die Bayern wieder auf Jantschkes Routine?

Mönchengladbach · Für Tony Jantschke ist erst ein Saisoneinsatz für Borussia Mönchengladbach notiert, doch der Routinier könnte nun gegen Bayern München wieder gefragt sein. Was für das Comeback des 31-Jährigen beim Rekordmeister spricht und was Hütter dazu sagt.

Kam bislang einmal in der laufenden Saison zum Einsatz: Tony Jantschke.

Kam bislang einmal in der laufenden Saison zum Einsatz: Tony Jantschke.

Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Kurz vor dem Jahreswechsel machte Tony Jantschke auf für ihn eher untypische Art auf sich aufmerksam. In einem Trainingsspiel schlenzte der 31-Jährige den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß aus der Distanz in den Torwinkel – was ihm Applaus von den Mitspielern und den anwesenden Fans einbrachte. Ansonsten ist der Ur-Borusse jedoch eher für seine verlässliche Abwehrarbeit bekannt. Und auf die könnte Trainer Adi Hütter am Freitagabend zum Rückrundenauftakt beim FC Bayern München (20.30 Uhr) wieder setzen.

Sollte Jantschke auflaufen, wäre es ein Comeback für den lange ausgefallenen Routinier, der sich im Oktober bei einem Luftzweikampf im Training mit Ersatztorwart Jonas Kersken eine Gesichtsfraktur zugezogen hatte. Zwar konnte Jantschke nach kurzer Zeit zumindest wieder ins Lauftraining einsteigen, doch bis er wieder das komplette Mannschaftstraining inklusive Zweikämpfe mitmachen konnte, dauerte es bis in den Dezember hinein.

„Tony präsentiert sich wieder sehr gut. Er hat nach seiner Verletzung auch keine Angst und keine Bedenken mehr bei Kopfbällen, das ist das Allerwichtigste. Und mit seiner Einstellung und Erfahrung tut er unserer Mannschaft immer gut“, sagte Hütter am Mittwoch über seinen Abwehrspieler, der nun also erstmals wieder eine Option für die Startformation ist. Dies indes hänge vor allem von der Systemfrage ab, fügte Hütter hinzu, der es noch offen ließ, ob er beim Rekordmeister mit Vierer- oder Dreierkette spielen lassen wird.

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Letztere Variante wählte der Coach bei der 5:0-Gala im DFB-Pokal gegen die Bayern vor knapp zweieinhalb Monaten. Damals spielte neben Matthias Ginter und Nico Elvedi noch Jordan Beyer in der Dreierkette. Der 21-Jährige hatte in der Vorrunde klar die Nase vorn gegenüber Routinier Jantschke. Als im August Abwehrchef Ginter mit Corona passen musste, setzte Hütter auf Beyer, und das Eigengewächs machte seine Sache so ordentlich, dass er in den folgenden zwei Monaten – bis zu seiner Muskelverletzung in eben jenem Pokalspiel gegen Bayern – regelmäßig zur Anfangsformation gehörte.

Genau diese Verletzung sorgt nun dafür, dass Beyer kein Kandidat für die Abwehrreihe der Gladbacher ist, der Verteidiger, der jüngst seinen Vertrag bis 2026 verlängerte, hat noch Trainingsrückstand. Das gilt nun für Jantschke nicht mehr, für den bislang ein Liga-Einsatz in der laufenden Saison notiert ist. Beim 1:0-Heimsieg gegen Borussia Dortmund verteidigte Jantschke auf der linken Seite einer Dreierkette. Damals wechselte Hütter erfolgreich auf das System, das Borussia in den Wochen darauf deutlich mehr Stabilität verlieh.

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Der 31-Jährige bot eine solide Leistung und unterstrich erneut, wie wertvoll seine Zuverlässigkeit und Erfahrung weiterhin für den Gladbacher Kader ist. Dies weiß auch Hütter zu schätzen, wie er mit Jantschkes Nominierung gegen den BVB bewies. Gerade gegen ein Topteam wie Bayern könnte nun wieder dessen Cleverness und Routine gefragt sein. Zudem weiß Jantschke, wie der Tabellenführer zu knacken ist: Immerhin fünf seiner bislang 13 Pflichtspiele gegen den Branchenprimus wurden von den Borussen gewonnen.

Es gibt also einige Argumente für Jantschkes Einsatz in einem System mit Dreierkette am Freitagabend. Der 31-Jährige hat sich in den vergangenen Wochen wieder herangearbeitet, nun könnte die Zeit reif sein für seinen zweiten Saisoneinsatz.

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