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Borussia Mönchengladbach: Was auf dem Transfermarkt noch passieren könnte

Was die Transferperiode noch bringen könnte : Borussia und Eberl nähern sich der Crunchtime

Max Eberl hat am Donnerstag die Bandbreite dessen abgesteckt, was er bis zum Ende der Transferperiode noch erwartet. Doch es gibt viele Faktoren, die das Geschehen und das Nicht-Geschehen beeinflussen. An einige muss sich auch Borussias Manager noch gewöhnen.

Basketball-Fans wissen, dass die letzten zwei Minuten schnell mal 15 Minuten dauern und ein Spiel völlig auf den Kopf stellen können. Die Transferperiode im Fußball steuert nun auf die Crunchtime zu. Bei Borussia Mönchengladbach stellt sich allerdings die Frage, ob es vier Tage vor dem Ende 73:92, 102:81 oder 97:97 steht.

Manager Max Eberl erinnerte an Fotomontagen aus dem Frühjahr, die ihn alleine auf dem Rasen ohne Spieler, aber mit zahlreichen Geldkoffern gezeigt hatten. „Jetzt haben wir den 27. August und es ist komplett anders“, sagte Eberl – keine Geldkoffer, alle Top-Spieler noch da: „Wenn wir eine weitere Saison den gleichen Kader zur Verfügung haben, haben wir eine sehr gute Ausgangslage.“

Zuletzt hat Gladbach im Mai 2019 einen Profi teuer veräußert, Thorgan Hazard spielt mittlerweile seine dritte Saison in Dortmund. Vergangenen Sommer blockierte Corona das Geschehen, diesmal sorgt der Übergang von der Pandemie in eine veränderte Fußball-Welt für Patt-Situationen. Alle wollen, kaum einer kann aus sich heraus agieren. So wenig, wie oft suggeriert wird, ist bei Borussia allerdings auch nicht passiert.

Eberl hat oft auf die Ausgaben für Hannes Wolf (Kaufpflicht über 9,5 Millionen Euro), Manu Koné (neun Millionen), Luca Netz (vier Millionen) sowie Trainer Adi Hütter verwiesen (7,5 Millionen). Im Gegenzug kamen fünf Millionen für Marco Rose rein und ein paar Hunderttausend für Michael Lang. Ansonsten sorgten auslaufende Verträge oder Leihen für Einsparungen, wobei Borussia im Laufe der vergangenen Saison ja auch die Verträge von Lars Stindl, Tony Jantschke, Nico Elvedi und Tobias Sippel verlängert hat.

„Wir reden seit zwei Monaten über irgendwelche Gerüchte, es ist nichts Handfestes da“, sagte Eberl. Bisweilen überholen sie sich gegenseitig. So berichtete „Sky“, dass der FC Bayern am liebsten noch bis Dienstag Matthias Ginter verpflichten wolle, keine anderthalb Stunden später hieß es bei „Sport 1“, dass in München intern über Borussias Abwehrchef gesprochen worden, er aber kein Thema für diesen Sommer sei, aktuell nicht einmal für nächsten.

„Es scheint, dass wir einen superspannenden Kader haben, wenn Bayern so viele Spieler von uns interessant findet“, sagte Eberl lapidar. „Ich kann zu nichts etwas sagen. Ich lese ja auch sehr viel und bekomme eine Meldung nach der anderen mit. Damit müssen wir umgehen. Auf der einen Seite ist das schön, auf der anderen Seite ist viel Unruhe da“, so Eberl. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sagte über die Berichte, neben Ginter sei auch Jonas Hofmann ein Thema bei den Bayern: „Es ist in beiden Fällen nicht ansatzweise konkret.“

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„Konkret“ wollte auch Eberl nichts kommentieren. Er steckte nur die Bandbreite dessen ab, was er bis Dienstagabend noch erwartet: Sie reicht von „Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch unglaublich viel passiert“ bis „Alles ist möglich“. So könnte der Sportdirektor mit einer Konstellation konfrontiert werden, die der Verein sonst partout vermeiden will: Matthias Ginter und Denis Zakaria haben Verträge bis 2022, sind weder verkauft noch haben sie verlängert. „Es ist nicht unser Wunsch, dass Spieler ins letzte Vertragsjahr reinlaufen, weil immer das Risiko da ist, dass sie ablösefrei gehen könnten“, sagte Eberl.

Gleichzeitig könne der Poker der Profis aber auch nach hinten losgehen, erklärte Eberl mit Blick auf die allgemeinen Entwicklungen auf dem Transfermarkt. Denn „Riesenhandgelder“ bei ablösefreien Transfers seien nicht mehr die Regel. „Wir würden mit Matthias Ginter und Denis Zakaria, wenn sie am Dienstagabend noch bei uns im Kader stehen, Gespräche führen, wie es aussehen kann mit unseren Möglichkeiten“, sagte Eberl, es sei allerdings etwas komplizierter. „Corona war da, die Stadien füllen sich wieder, aber das Thema ist nicht verschwunden.“

In vergangenen Jahren hätte Eberl sein Handy am letzten Tag der Transferperiode oft ausschalten können. Diesmal dürfte der 31. August auch für ihn arbeitsreich werden – ohne dass sich am Stand vom 27. zwangsläufig noch etwas ändern muss.