„Haben schon noch einen Weg vor uns“ Was Borussia-Trainer Hütter gegen Mainz gefiel und was nicht

Mönchengladbach · 13 Pflichtspiele hat Adi Hütter als Trainer mit Borussia Mönchengladbach bislang bestritten. Nach dem Spiel in Mainz hat er die Defizite, die seine Mannschaft beim 1:1 offenbarte, angesprochen – aber auch das erwähnt, was gut funktionierte.

Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik gegen 1. FSV Mainz 05
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Mainz - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Uhr zeigte am Freitagabend 23.20 Uhr an, als Gladbachs Adi Hütter im Presseraum der Mainzer Arena den Worten seines Trainer-Kollegen Bo Svensson lauschte. „Wir müssen froh sein, dass es nicht 0:2 steht zur Halbzeit“, sagte der Mainzer Chefcoach rund eine Stunde nach dem Abpfiff des 1:1 und sprach damit direkt das an, was Hütter im Anschluss an der Leistung seiner eigenen Mannschaft zu bemängeln hatte.

„Wenn du das 2:0 schießt, geht das Spiel in eine andere Richtung“, sagte Hütter. Ramy Bensebaini hatte es verpasst, das Ergebnis bei seiner Kopfballchance aus sechs Metern kurz nach dem 1:0-Führung weiter auszubauen. Wie schon beim 2:1-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen den VfL Bochum gerieten die Borussen gegen intensiv spielende Mainzer im Laufe der zweiten Hälfte mehr und mehr unter Druck. „Mainz war in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft, aufgrund ihrer Torchancen hätten sie auch gewinnen können“, so Hütter.

Wie sich Mainz nach dem 1:0 durch Florian Neuhaus, der für den verletzten Nico Elvedi ins Spiel gekommen war, in der 37. Spielminute ins Spiel hineinkämpfte, belegen auch die Zahlen: Zwölf ihrer insgesamt 19 Torschüsse gaben die Mainzer in der zweiten Hälfte ab, bei Borussia waren es nach der Pause nur noch fünf Versuche. Der Ballbesitz war mit 53 zu 47 Prozent aus Gladbacher Sicht am Ende fast ausgeglichen, zwischenzeitlich hatte Hütters Team ein deutliches Übergewicht. „Wir hatten zu wenig Entlastung nach vorne, um hier Paroli zu bieten“, betonte Hütter.

1. FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach: Bilder des Spiels
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Mainz - Borussia: Bilder des Spiels

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Dass Borussia am Ende aber erneut nur ein Gegentor kassierte, das mit dem Prädikat „unhaltbar“ versehen werden konnte, freute Hütter. „Es ist positiv, dass wir in den letzten Spielen nur ganz wenige Gegentore bekommen haben“, sagte der 51-Jährige. Nur siebenmal musste Gladbachs Torwart Yann Sommer, der das Unentschieden in Mainz mit zahlreichen Glanztaten festhielt, in den vergangenen neun Pflichtspielen hinter sich greifen.

Dass die Erwartungen nach dem 5:0-Sieg gegen den FC Bayern im DFB-Pokal gestiegen sind, ist Hütter bewusst. „Da haben wir ein Stück weit überperformt, da hatten wir einen Sterntag“, sagte Hütter. „Was wir heute in der zweiten Halbzeit gespielt haben – da sind Welten dazwischen. Ich bin noch nicht ganz happy“, sagte er.

Mit der Art und Weise, wie Borussia den kämpferischen Aspekt in Mainz annahm, war Hütter aber zufrieden. Die „hohe Laufintensität und die Zweikampfbereitschaft“ habe seine Mannschaft „sehr gut umgesetzt“. In der anstehenden Länderspielpause stehen den Borussen zwar zahlreiche Spieler nicht zur Verfügung, trotzdem bleibt Zeit, weiter daran zu arbeiten, auch in der Bundesliga über 90 Minuten eine konstante Leistung abzuliefern und Hütters Vorstellungen weiter umzusetzen. „In Summe gesehen haben wir schon noch einen Weg vor uns“, sagte Hütter. Dieser wird in zwei Wochen mit dem Heimspiel gegen Greuther Fürth (20. November, 15.30 Uhr) fortgesetzt.

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