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Borussia Mönchengladbach: Warum die Champions League so wichtig ist

Sieg in Paderborn : Borussia fehlt nur ein Punkt für eine noch bessere Zukunft

Mit einem Unentschieden gegen Hertha BSC kann Borussia am nächsten Spieltag in die Champions League einziehen. Das hätte nicht nur die offensichtlichen Folgen wie hohe Einnahmen, sondern wäre auch langfristig ein großer Gewinn.

Die Borussen haben wieder das gemacht, was ihr Anspruch ist. Wenn die großen Champions-League-Anwärter schwächeln, wollen sie da sein. Bayer Leverkusen hat bei Hertha BSC 0:2 verloren, Gladbach nutzte diesen benötigten Ausrutscher und zog mit dem 3:1-Erfolg in Paderborn vorbei auf Platz vier. Auf den Platz, den Borussia aufgrund einer eigenen Schwächephase selbst in Gefahr gebracht hatte. Doch das ist Vergangenheit, jetzt ist Gladbach am Zug. Ein Unentschieden wird aller Voraussicht nach am letzten Spieltag gegen Hertha BSC reichen, weil der Vorsprung auf Leverkusen (spielt gegen Mainz) zwei Punkte und neun Tore beträgt. Es fehlt also nur noch ein Punkt für die Champions League, und somit ein Punkt, der eine sehr erfolgreiche Zukunft bringen könnte.

Denn der Einzug in die Königsklasse hätte bei weitem nicht nur kurzfristige Vorteile. Natürlich sind die 30 Millionen Euro garantierte Einnahmen ein Geldsegen, die gerade in Corona-Zeiten unheimlich entlastend sind, doch die Konsequenzen, über die sich wohl noch gar nicht viele Gedanken machen, sind deutlich weitgehender.

Am offensichtlichsten ist, dass Max Eberl mit dem Geld die Möglichkeit hätte, die Mannschaft weiter zu verstärken. Das ist wichtig, um das Team weiter entwickeln zu können. Zwar hat Borussia in nur einem Jahr sehr viel dazu gelernt unter Marco Rose, doch ist sie noch lange nicht am Ende. Der Trainer hat schon häufiger betont, dass es eigentlich länger braucht, um seinen Spielstil zu perfektionieren – und noch mehr Verstärkungen wie vor der Saison Stefan Lainer, Breel Embolo, Marcus Thuram und Ramy Bensebaini. Eberl wird dem Kader noch mehr Power geben müssen.

Doch die Champions League bringt auch versteckte Einnahmen. Durch Auftritte im besten Klub-Wettbewerb Europas erhöhen sich praktisch automatisch die Marktwerte der Spieler der Borussen. Experten sagen, dass ein Profi mindestens zehn bis 20 Prozent teurer wird, wenn er in der Champions League spielt statt in der Europa League. Und bei hochpreisigen Akteuren wie Thuram, Alassane Plea, Denis Zakaria, Florian Neuhaus, Matthias Ginter und Nico Elvedi fällt das arg ins Gewicht. Das könnte auch ein Grund sein, warum Eberl betont hat, alle Top-Spieler halten zu wollen.

Doch es geht bei der Königsklasse nicht nur um Werte im Verein. Es ist auch der Wert des Vereins selbst, der drastisch steigen wird. Borussia ist schon eine beliebte Anlaufstelle für hochtalentierte Spieler, doch mit dem Anreiz, in der Champions League spielen zu können, hat Gladbach das größte sportliche Argument nun auf seiner Seite. Ebenso kann Eberl in den Gesprächen, wenn die Champions League erreicht wird, darauf hinweisen, dass sich Borussia Fortschritte macht. Nach zweimal Platz neun war es vergangene Saison der fünfte Rang, nun soll es vierte oder sogar dritte Platz sein, wenn Borussia gewinnt und Leipzig nicht.

Dann muss sich Gladbach auch nicht mehr fragen lassen, ob sich die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit wiederholen werden. Denn in der Winterpause war das bestimmende Thema, ob Borussia erneut nach einer tollen Hinrunde abrutschen wird und die Champions League verpasst. Dieses Misstrauen wäre auf einen Schlag weg, wenn Gladbach die Königsklasse erreicht. Nur ein Punkt fehlt noch.