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Borussia Mönchengladbach von Manchester City bei 0:2 eiskalt bestraft

0:2 gegen Manchester City : Borussias Fehler werden eiskalt bestraft

Borussia Mönchengladbach ist zweimal unaufmerksam gegen Manchester City und macht es dem Gegner bei seinen Toren zu leicht. Selbst sorgt Marco Roses Mannschaft im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League kaum für Gefahr.

Es fehlten Borussia Mönchengladbach die Vergleichsmöglichkeiten vor diesem Duell mit Manchester City, ihrem ersten Achtelfinale in Champions League. Was war zu erwarten, was war drin gegen die aktuell wohl beste Mannschaft der Welt? Unter den letzten 16 Teams im Vorgänger-Wettbewerb, dem Landesmeister-Pokal, hatte Gladbach zuletzt vor 43 Jahren gestanden. Trainer Marco Rose war damals ein Säugling in der DDR. K.o.-Spiele gab es zu dieser Zeit ab der ersten Runde. Heute beginnt die Königsklasse mit der Gruppenphase, in der an die 32 Teilnehmer bereits eine halbe Milliarde Euro ausgeschüttet wird, bevor der erste Anpfiff ertönt ist.

Die Gruppenphase hatte Borussia im Dezember erstmals überstanden. Die Bilder, wie die Profis sich nach dem Abpfiff in Madrid um ein Tablet versammelten, die letzten Minuten des Parallelspiels in Mailand schauten und am Ende vor einer Geisterkulisse völlig ausflippten, sind in die Vereinsgeschichte eingegangen.

Unter absurden Umständen, es lässt sich nicht anders sagen, ging es am Mittwoch weiter: Denn das nominell größte Gladbacher Europacup-Spiel seit vier Jahrzehnten war aufgrund der Einreisesperre für Engländer nach Deutschland ein Heimspiel im Ausland. Vor 70.000 leeren Sitzschalen in Budapest setzte sich Manchester nach dominanten 90 Minuten mit 2:0 durch.

„Wir wollen nicht nur dabei sein, sondern auch zeigen, was wir können“, hatte Rose kurz vor dem Spiel gesagt. In den ersten Minuten beschränkte sich sein Team aufs Dabeisein. Mit 70 Prozent Ballbesitz brachte City allerdings in der Anfangsphase nicht mehr zustande als einen Distanzschuss von Phil Foden, den Torwart Yann Sommer sicher festhielt. Es gab Szenen, in denen die Engländer im Strafraum fünf Pässe spielten und ähnlich viele Gladbacher grätschend zu Boden gingen. Aber diese Dauerpräsenz, die den Puls im Vergleich zu durchschnittlichen Spielen stets um 20 Schläge erhöht, wehrte Borussia lange gut ab.

Selten zwang sie den Gegner allerdings mal in die eigene Hälfte. Die beste Chance auf einen ersten Torschuss ließ Alassane Plea aus, weil er Stefan Lainer nicht entgegenlief. So stand Borussia noch bei null Versuchen, als City in der 29. Minute mit seinem zweiten in Führung ging. Christoph Kramer zeigte bei einem Befreiungs-Flachpass wiederholt schlechtes Risikomanagement, Jonas Hofmann setzte Joao Cancelo nicht unter Druck und dessen Halbfeldflanke fand Bernardo Silva, der in Nico Elvedis Rücken eingelaufen war.

Mit dem 0:1 zur Pause konnte Gladbach trotz seiner Chancenlosigkeit einigermaßen leben gegen Pep Guardiolas Team, das seit der Auslosung kurz vor Weihnachten schon 18 Spiele in Folge gewonnen hatte. Nach einer ähnlichen ersten Hälfte im Auftaktspiel bei Inter Mailand Ende Oktober steigerte sich Borussia sukzessive und holte noch ein 2:2. Und nun? Hatte sie erst einmal einen Schreckmoment zu überstehen: Ramy Bensebaini bediente mit einem fahrlässigen Rückpass Gabriel Jesus, Elvedi bügelte den Bock aus.

Doch die guten Ansätze häuften sich anschließend bei Borussia. In der 63. Minute spielte sie es ausnahmsweise gut zu Ende: Denis Zakaria flankte, in der Mitte sah es fast so aus, als wollte Plea den „Scorpion-Kick“ nachahmen, mit dem Valentino Lazaro die Wahl zum „Tor Jahres 2020“ gewonnen hatte. Direkt danach ging Plea runter, genau wie Lainer. Es kamen Marcus Thuram und eben jener Lazaro. Der war in seiner ersten Szene zu passiv, wieder schlug Joao Cancelo eine Halbfeldflanke auf Bernardo Silva, der diesmal noch ablegte auf Gabriel Jesus. Citys dritter Schuss aufs Tor brachte den zweiten Treffer.

Der Sieger schien damit frühzeitig gefunden. Nun ging es für Gladbach darum, die Rückspiel-Reise nach Manchester in drei Wochen noch einigermaßen lohnenswert zu gestalten. Rose brachte mit Breel Embolo für Lars Stindl mehr Wucht für die Schlussphase. Richtig nah kam Borussia dem Anschlusstreffer erst im letzten Angriff, als Hannes Wolf alleine vor Ederson auftauchte. Der Österreich war für Hofmann gekommen, der sich bei einem Zusammenprall, für den er gerne einen Elfmeter bekommen hätte, verletzt hatte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Manchester City: die Fohlen in der Einzelkritik