Borussia Mönchengladbach verpasst verdienten Punktgewinn gegen Borussia Dortmund

0:1 durch Reus: Gladbach verpasst verdienten Punktgewinn gegen Dortmund

Borussia Mönchengladbach hat gegen Borussia Dortmund die vierte Niederlage in Folge ohne eigenes Tor kassiert. Mehr als 20 Schüsse reichten nicht für einen Treffer, während Marco Reus den einzigen des Spiels erzielte.

Die Fußball-Rhetorik in Krisenzeiten gleicht sich. Dann wird die "Einheit" zwischen Fans und Mannschaft beschworen, alle müssen "eng zusammenstehen". Bis zum Rasen im Borussia-Park waren derartige Worte augenscheinlich nicht durchgedrungen. Eng zusammen standen dort im Heimspiel gegen Borussia Dortmund keine Grashalme mehr, der Flickenteppich präsentierte sich in einem beeindruckend schlechten Zustand.

Vor vier Wochen gegen den FC Augsburg hatten die Gladbacher zwar ihren Rasen in einem Regenguss verloren, aber das Spiel 2:0 gewonnen. Davon konnten sie zuletzt bei ihren drei torlosen Niederlagen – erstmals seit elf Jahren – nur träumen.

Den lädierten Rasen ist Dieter Heckings Mannschaft am Mittwoch los. Die sportliche Krise konnte sie mit dem 0:1 gegen den BVB vom Ergebnis her nicht beenden, letztlich verhinderte jedoch nur die schwache Chancenverwertung einen Punktgewinn. Mehr als 20 Torschüsse waren nicht genug. Damit hat die eine Borussia den Anschluss an die ersten sechs Plätze vorerst verloren. Die andere, von Peter Stöger trainierte, bleibt unter ihrem Coach in der Bundesliga ungeschlagen und auf Champions-League-Kurs.

"Haben 70 Minuten auf ein Tor gespielt"

"Man kann unserer Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Wir haben 70 Minuten auf ein Tor gespielt und belohnen uns dafür nicht. Irgendwann kommt das Glück wieder zurück", sagte ein enttäuschter Gladbacher Torwart Yann Sommer nach dem Abpfiff bei Sky.

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Die Anfangsphase konnte Gladbach zuversichtlich stimmen. Kämpferisch passte es und spielerisch war angesichts der Platzverhältnisse ohnehin schnelles Umschalten angesagt. Das bescherte Lars Stindl – zwei Minuten vor dem Erreichen der 1000-Minuten-torlos-Marke – die erste Großchance. Nach einem gewonnenen Dreikampf mit Dortmunds Sokratis und Julian Weigl hatte er freie Schussbahn, scheiterte aber mit links an Torwart Roman Bürki. Es blieb lange Zeit der einzige Schuss aufs Tor in einem Spiel, in dem der BVB mehr Ballbesitz hatte und beide Teams sich zwischen den Strafräumen nichts schenkten.

Nach einer knappen halben Stunde war es Marco Reus, der Gladbach empfindlich traf. Vor einer Woche hatte der erst sein Comeback gefeiert, nun gelang ihm sein erstes Tor nach langer Pause. Die Weltmeister Mario Götze und André Schürrle setzten ihn in Szene. Reus, bei der WM 2014 genauso verletzt wie in den vergangenen acht Monaten, traf zumindest weltmeisterlich mit einem schnittigen Schuss über Yann Sommer hinweg. Im neunten Spiel gegen den Ex-Verein tat Reus ihm schon zum sechsten Mal weh.

Hazard vergibt aus optimaler Position

Mit derartigen Abschlussqualitäten hätte Thorgan Hazard in der Nachspielzeit der ersten Hälfte vermutlich sein zwölftes Saisontor erzielt. Doch der Belgier zielte nach einem starken Dribbling aus nahezu optimaler Position vorbei. Getroffen hat er bislang übrigens siebenmal, davon viermal per Strafstoß. Kurz zuvor hatten die Gladbacher Fans zumindest zur Probe gejubelt. Jannik Vestergaards Abstauber aus dem Getümmel heraus wurde von Bastian Dankert und den Video-Assistenten verblüffend spät für ungültig erklärt. Die Fahne des Linienrichters war unten geblieben.

Neun Schüsse hatte Gladbach in der zweiten Halbzeit abgegeben, vier davon Stindl, als der BVB sich erstmals wieder gefährlich zeigte. Beinahe hätte Reus das Spiel auch vorzeitig entschieden, aber diesmal hielt Sommer. In der Folge wollte es Gladbach aus allen Lagen erzwingen – mit Raúl Bobadilla, der den angeschlagenen Raffael ersetzte, mit Denis Zakaria, mit Stindl, mit Nico Elvedi, mit Reece Oxford und wieder mit Bobadilla. Am Ende hatte es bei den Gastgebern fast jeder außer Torwart Sommer versucht. Dafür konnten sie sich genauso wenig kaufen wie für die Unterstützung ihrer Fans, die sich – wie man das bei Fußballern ausdrücken würde – ebenfalls deutlich verbessert zeigten.

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