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Borussia Mönchengladbach verliert schwaches Spiel beim FC Augsburg

0:1-Niederlage in Augsburg : Borussia verliert schwaches Spiel durch Hinteregger-Tor

Borussia Mönchengladbach ist auch im siebten Auswärtsspiel der Saison ohne Sieg geblieben. Beim FC Augsburg verlor André Schuberts Mannschaft in einer fußballerisch äußerst schwachen Partie 0:1. Borussia und ihr Trainer stehen vor dem Jahresabschluss gegen den VfL Wolfsburg wieder gehörig unter Druck, die Fans forderten nach dem Spiel lautstark: "Schubert raus!"

Geburtstagskind Yann Sommer musste in der 75. Minute einen Kopfball von Martin Hinteregger aus dem Tor holen. Der Österreicher hatte beim letzten Aufeinandertreffen im Februar noch für Borussia gespielt. Gladbach verpasste es, nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 vergangene Woche erstmals in dieser Saison zwei Bundesligaspiele in Folge zu gewinnen. Der Sprung ins Mittelfeld der Tabelle ist misslungen. Zudem musste Christoph Kramer verletzt ausgewechselt werden.

Schubert musste nicht nur auf den erkrankten Lars Stindl verzichten. Als siebter Spieler meldete sich Tony Jantschke ab, der Vize-Kapitän hatte Leistenprobleme. Also saßen die beiden Youngster Laszlo Bénes und Djibril Sow erstmals gemeinsam auf der Bank, dazu erneut Josip Drmic. Die Startelf formierte sich im 4-2-3-1 mit Oscar Wendt, Jannik Vestergaard, Andreas Christensen und Nico Elvedi in der Viererkette, Christoph Kramer und Tobias Strobl davor auf der Doppelsechs, Thorgan Hazard, Mo Dahoud und André Hahn in einer Dreierreihe sowie Raffael als einziger Spitze. Mit Ball ließ sich Raffael häufiger fallen, genauso einer der beiden Sechser.

Die Anfangsphase geriet zäh. Borussia hatte fast 70 Prozent Ballbesitz, drang aber nur selten bis zu den Kreativspielern Dahoud, Raffael und Hazard vor, so dass die Innenverteidiger und die Sechser sich meist den Ball zuschoben. Ein Doppelpass zwischen Hahn und Raffael war in der 12. Minute die erste gute Idee, FCA-Keeper Marwin Hitz reagierte aufmerksam. Auf der Gegenseite kamen die Gastgeber durch Ja-Cheol Koos Flugkopfball nach Philipp Max' Flanke aus dem Halbfeld zum ersten Abschluss.

Borussia musste bis zur 22. Minute warten: Hahn versuchte es mal aus der Distanz, genau in Hitz' Arme. Immerhin verhinderte Gladbachs risikoarmes, aber sicheres Passspiel gefährliche Umschaltmomente für Augsburg. Christensen und Vestergaard räumten ansonsten weg, was wegzuräumen war. Die Devise, zuerst auf die Basics zu setzen und dann "das Spielerische on top" zu bringen war in der ersten halben Stunde unübersehbar.

Allerdings spielte der FCA — anders als vielleicht erwartet — auch nicht gerade wie entfesselt auf. Jonathan Schmids Versuch aus 25 Metern fast ebenso weit über das Tor sorgte für ein leicht unzufriedenes Raunen im Stadion. Besser machte es Dong-Won Ji, der aus halbrechter Position immerhin nur drei Meter danebenschoss. Nach einem Raffael-Freistoß von rechts kam Christensen mit dem Kopf an den Ball, setzte ihn aber klar drüber. Es gab noch den einen oder anderen schlecht ausgespielten Angriff auf beiden Seiten, dann war nach exakt 45 Minuten auch schon Pause. Die zähe Anfangsphase hatte sozusagen so lange gedauert.

Borussia mit im Schnitt einem Tor pro Spiel und Augsburg sogar mit weniger als einem hatten zwar nicht viel versprochen, aber offensiv war das bis dahin sehr dünn von beiden Mannschaften. Und es dauerte wieder mehr als zehn Minuten, bis Erwähnenswertes passierte: Christoph Kramer verletzte sich bei Takashi Usamis hartem Einsteigen im Mittelfeld am Knöchel und musste ausgewechselt werden. Der Japaner sah nicht einmal Gelb. Kramer vermutete nach dem Spiel selbst eine Außenbandverletzung, ein MRT soll Aufschluss bringen.

Noch in Unterzahl fälschte ein Augsburger beinahe einen Weitschuss Mo Dahouds ins Tor ab. Dann kam Julian Korb für Kramer. Korb ging auf die rechte Seite, schickte Elvedi in die Innenverteidigung und Christensen rückte eine Position nach vorne.

In der 65. Minute hatte Dahoud die Führung auf dem Fuß. Raffael legte im Strafraum zurück und mit links setzte der 20-Jährige den Ball aus aussichtsreicher Position drüber. Das Augsburger Publikum wurde zunehmend unzufriedener. Bei Borussia stimmten nach wie vor die Basics, aber kreativen Ideen waren rar. Vor allem von Hazard war wenig zu sehen. Eine Viertelstunde vor dem Ende nahm Schubert jedoch Raffael vom Platz, der davon gar nicht begeistert war, und brachte Drmic. Der hatte sich noch gar nicht richtig im Strafraum positioniert, als Ex-Borusse Hinteregger den Ball zur Augsburger Führung ins Tor köpfte. Das reichte, um Borussia zu besiegen. Ein großes Aufbäumen blieb aus. Die Fans reagierten mit Pfiffen und lauten "Schubert raus!"-Rufen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Augsburg - Gladbach: Einzelkritik

(jaso)