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Borussia Mönchengladbach verliert gegen Hoffenheim - Marcus Thuram sieht Rot für Spuck-Attacke

1:2 und Spuck-Attacke : Borussia verliert gegen Hoffenheim das Spiel und Thuram

Borussia Mönchengladbach verliert nicht nur nach einer Führung 1:2 gegen 1899 Hoffenheim, sondern auch Marcus Thuram durch eine Rote Karte. Der Jahresabschluss in der Bundesliga ging gehörig daneben.

Lars Stindl allein reicht Borussia nicht, um zu siegen. Der Kapitän erzielte gegen die TSG 1899 Hoffenheim per Elfmeter das 1:0, doch zum vierten Mal verspielte das Team von Trainer Marco Rose im eigenen Stadion eine Führung. Andrej Kramaric glich aus und Ryan Sessegnon schoss die Gäste in Überzahl noch zum Sieg. Kurz zuvor hatte Marcus Thuram Rot wegen Spuckens gesehen. Den Heim-Abschluss hatten sich die Gladbacher anders vorgestellt. Sie gehen nach der ersten Heimniederlage der Bundesliga-Saison mit nur 18 Punkten aus 13 Spielen ins neue Jahr.

In Borussias Startelf fanden sich im Vergleich zum wilden 3:3 in Frankfurt, bei dem Stindl alle drei Tore erzielt hatte, drei neue Namen. Hinten links spielte Valentino Lazaro anstelle von Oscar Wendt, Patrick Herrmann ersetzte auf dem rechten Flügel Hannes Wolf und Breel Embolo ganz vorn den verletzten Alassane Plea. So hatte Rose seine letzten beiden Torschützen auf dem Rasen: Lars Stindl und Embolo, der im letzten Heimspiel für das 1:1 gegen Hertha BSC gesorgt hatte.

Beide hatten dann auch die ersten beiden guten Chancen der Gladbacher. Stindl versuchte es, nachdem er gegen die Eintracht einen Freistoß direkt verwandelt hatte in bester Juan-Arango-Manier erneut auf diese für Borussia so seltene Art, doch dieses Mal flog der Ball knapp am Torwinkel vorbei (14.) Embolo kam im Strafraum in die Tiefe und an den Ball, zielte aber am langen Pfosten vorbei (21.). Zwischenzeitlich hatte Hoffenheims Robert Skov per Freistoß ebenfalls knapp das Gladbacher Tor verfehlt.

Es klingt nach einem munteren Hin und Her, wenn man diese Torabschlüsse so gebündelt erzählt, doch war es eher ein hektisches, etwas richtungsloses Etwas, dieses Spiel zweier Teams, die das Zeug zum Spektakel haben und auch den Willen dazu spürbar machten, aber dann doch zu wenig konkret ins Spiel kamen.

Für die Borussen ging es darum, nach zuvor fünf sieglosen Spielen wieder siegreich zu sein und so das seltsame Jahr 2020 mit einem guten Gefühl, was die Bundesliga angeht, abzuschließen. Doch eben dies hatte auch Hoffenheim, bei dem der Ex-Borusse Havard Nordtveit zur Startelf gehörte, als Tagesziel. Erstmal schraubten Marcus Thuram und Lars Stindl ihre Quoten hoch: Thuram holte den sechsten Elfmeter raus, Stindl verwandelte wie in Frankfurt und insgesamt zum zehnten Mal in Folge vom Punkt (zum vierten Mal in dieser Saison), es war zugleich sein viertes Tor im zweiten Spiel in Folge – damit bestätigte er nochmal, dass Borussia mit seiner Vertragsverlängerung bis 2023 ganz sicher das Richtige getan hat.

So gab es mal wieder eine Führung und die Gelegenheit, daraus einen Sieg zu machen. Hoffenheims Stürmer Andrej Kramaric hätte indes fast postwendend egalisiert, doch krachte sein Fernschuss nach 36 Minuten an den Pfosten. Hoffenheim blieb im Spiel, so lange die Führung der Gladbacher eine knappe war. Natürlich kamen die Erinnerungen an Union Berlin, den VfL Wolfsburg und den FC Augsburg auf, an die Spiele also, in denen Borussia noch das 1:1 bekam. Allerdings war da auch das 1:0 gegen RB Leipzig, als die defensive Null bis zum Ende Bestand hatte.

Das zum zweiten Mal in dieser Saison zu bewerkstelligen, das war die Herausforderung des Tages – und das bestenfalls garniert mit einem zweiten Tor. Doch die Konter waren zu wenig konkret. Den ersten Abschluss gab es nach der Pause – wieder von Stindl, dieses Mal war Oliver Baumann im Hoffenheimer Tor da. Auf der anderen Seite war Florian Grillitsch sehr aktiv, aber auch sehr unglücklich, wenn es wichtig wurde, kam der Pass nicht oder der Abschluss war nicht zwingend genug.

Ganz anders machte es Kramaric in der 75. Minute. Der eingewechselte Ihlas Bebou enteilte auf dem rechten Flügel Christoph Kramer, seine Hereingabe schoss Kramaric völlig freistehend ins Tor. Dann fiel Thuram erneut – allerdings aus der Rolle. Er spuckte seinem Gegenspieler Stefan Posch ins Gesicht und musste, nachdem Schiedsrichter Frank Willenborg die Videobilder nochmal besichtigt hatte, vom Feld – Rot.

Und dann traf auch noch Ryan Sessegnon. Wieder eine Führung verspielt, insgesamt allein neun Heimpunkte in der Liga liegen gelassen – so richtig rund lief es im Borussia-Park in dieser Saison noch nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Hoffenheim: die Bilder des Spiels