Borussia Mönchengladbach: Verein geht in China und mit Rose in die Offensive

Erst China, dann Rose : Borussia startet die Zukunfts-Offensive

Borussia reiste erstmals nach Asien, um dort Werbung für sich zu machen. Danach beginnt die Ära Marco Rose. Der neue Trainer soll Borussia entwickeln.

Borussia ist zurzeit auf dem Weg in eine für den Klub neue Welt. Am Sonntagabend sind die Gladbacher von Frankfurt aus in Richtung China gestartet, am Montagabend gegen 22.05 Uhr werden sie ankommen in Guangzhou, einer Elf-Millionen-Einwohner-Stadt im Süden des Reichs der Mitte. Dort gibt es ein öffentliches Training am Dienstag und am Mittwoch ein freundschaftliches Treffen mit dem Erstligisten Guangzhou R&F (Anstoß: 20 Uhr Ortszeit). Donnerstag reisen die Gladbacher weiter nach Shanghai, wo sie seit 2018 ein Büro haben.

Es gibt viele Termine in den nächsten Tagen, Borussia will bekannt werden in China und die zuvor angestoßenen Projekte intensivieren. Die Profis sind somit bis zum 26. Mai als Botschafter Borussias unterwegs, aber auch für die Bundesliga.

Eines von Borussias Reisezielen: Shanghai. Foto: dpa

Was das angeht, hat Borussia reichlich Erfahrung. In den 1970er Jahren bauten sie enge Kontakte nach Israel auf durch Spielreisen und Trainingslager. Es gab auch Reisen nach Südamerika, Libyen und Asien, unter anderem nach Hongkong. So wurden die damals oft meist klammen Kassen aufgefüllt.

In der Gegenwart hat Borussia ihr Hotel eröffnet und ihr Museum. Und nun ist sie in China, um einen neuen Markt zu erobern. Dass es für einen Klub beim Thema Internationalisierung extrem hilfreich ist, international zu spielen, liegt auf der Hand. Natürlich schauen auch die Fußball-Freunde aus China vor allem auf die erste europäische Klasse, die Champions League. Doch kann man auch mit der Europa League gut und gerne hausieren gehen.

Mit der China-Reise wird die Zukunft eingeläutet, denn es wird künftig Usus sein, dass Gladbacher Teams dort vorspielen, um die Beliebtheit und Bekanntheit der Marke Borussia zu steigern. Diese wird, was das Sportliche angeht, nun neu ausgerichtet. Denn die Ära Dieter Hecking ist mit dem 0:2 gegen Dortmund zu Ende gegangen, ab dem 1. Juli ist Marco Rose der neue Verantwortliche an der Linie. Rose war allseits sehr begehrt, hat sich aber für Borussia entschieden. Weil ihm der Klub gefällt. Vor allem aber, weil er gute Perspektiven sieht für seinen Start in der Bundesliga.

Rose kommt als Doppelmeister und Double-Gewinner von RB Salzburg. Sein Auftrag ist, die Gladbacher Mannschaft zu entwickeln. Er steigt auf recht hohem Niveau ein, Hecking hat ihm eine gute Basis hinterlassen. Die Systemumstellung zu Beginn dieser Saison war ein Schritt in die Richtung, die es nun sein soll: Sportdirektor Max Eberl will ein mutiges Borussen-Spiel, das aktiv und fordernd ist, ähnlich dem, das Rose in Salzburg spielen lässt, indes übersetzt auf Borussia Mönchengladbach.

Rose hat den Kader in den vergangenen Wochen aus der Ferne beobachtet und geprüft, er wird nun wissen, welche Spieler er für geeignet hält, seinen Plan umzusetzen, aber auch, welche Spielertypen fehlen, um voranzukommen. Die Borussen haben zuletzt viel in die Infrastruktur investiert, nun ist der Sport die Nummer eins auf der Investitionsliste. Die Sprachregelung wird weiter sein, dass Europa keine Selbstverständlichkeit sein kann, doch dürfte der Ansatz sein, die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, zu steigern.

Borussia geht auf allen Ebenen in die Offensive: erst in China und dann mit Rose.

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