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Borussia Mönchengladbach: Valentino Lazaro gegen Inter Mailand - Vorlage gegen den "Ex" reicht nicht

Borussias Inter-Leihgabe : Lazaros Assist gegen den „Ex“ reicht nicht

Valentino Lazaro, der Leihspieler von Inter Mailand, bereitete eines von zwei Toren Alassane Pleas vor, doch die Borussen unterlagen 2:3. Vor dem Mann, der das Spiel auf Mailänder Seite entschied, hatte Lazaro gewarnt.

Valentino Lazaro gab den Ton an für Borussias Champions-League-Abend gegen Inter Mailand. Wummernde Beats des US-Rappers Saint Jhn waren in seinem Instagram-Profil zu hören, passender Weise wählte er einen Song mit dem Titel „Roses“. Dazu gab es 15 Sekunden flott geschnittener Bilder von Lazaro. Zu sehen war er im Inter-Trikot ebenso wie im Gladbach-Outfit. Er ist ausgeliehen von Mailand an die Borussia, weswegen sein Startelf-Dasein im Champions-League-Duell beider Klubs für ihn durchaus mehr als Normalität war.

Lazaros Kollege Hannes Wolf hatte im Bundesliga-Spiel gegen Leipzig als Leihgabe von RB das 1:0-Siegtor für Gladbach erzielt. Ein Ansatz, der auch Lazaro gefallen hätte. Doch die Hoffnung blieb unerfüllt. Dabei war Lazaro produktiv. Er steuerte den Assist beim Tor zum 1:1 der Gladbacher bei. Das aber reichte nicht, Borussia unterlag Inter 2:3 und muss nun zittern.

Lazaro gehörte zur Vier-Mann-Offensive, die sein Trainer Marco Rose installiert hatte, um die nötigen Tore für den erwünschten Sieg und damit das Achtelfinale zu schaffen. Der Ex-Inter-Mann bildete mit Marcus Thuram die Flügelzange im 4-2-3-1-System, im Zentrum spielte Lars Stindl hinter Alassane Plea als vorderste Spitze.

Es war spürbar, dass Lazaro gegen die alten Kollegen etwas bewegen wollte, er war engagiert. Einige Male kam er über rechts durch und hatte Platz für Hereingaben, einmal aber griff der gute Inter-Torwart Samir Handanovic zu, später wurde der Ball abgeblockt. Auch defensiv war Lazaro immer wieder gefordert, weil Inter oft stark über die Flügel kam. Er half immer wieder auf der anderen Seite aus gegen Lautaro Martínez, wirkte dabei aber zuweilen etwas hibbelig.

Dann kam sein großer Moment. Die Nachspielzeit der ersten Halbzeit lief, als Lazaro erneut über die rechte Angiffsseite kam, dieses Mal war seine Hereingabe zu präzise für Mailands Defensive, am lange Pfosten stürmte Plea heran und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:1 ins Netz. Lazaro hatte den weitesten Weg zur Jubeltraube, er musste quer durch den Strafraum eilen, doch er genoss den Augenblick sichtlich. Dass er effektiv sein kann, hatte er bereits beim 3:4 in Leverkusen gezeigt, als er mit seinem Skorpion-Kick traf, auch da reichte es für die Gladbacher nicht mehr zu einem Punkt. Gegen die extrem gut organisierten Mailänder hätte ein solcher Lazaro und seinen neuen Kollegen gereicht, um die alten aus dem Wettbewerb zu befördern.

Doch ein Inter-Star belegte, dass Lazaro ihn gut kennt. „Romelu ist eine Angriffsmaschine. Wenn er mit dem Rücken zum Tor steht und sich in den Gegenspieler dreht, ist es fast unmöglich, ihn zu stoppen“, sagte Lazaro über Mailands Torjäger Lukaku. Als Marcus Thuram in der 65. Minute den Ball im Zentrum verlor, wurde die belgische Wucht von Marcelo Brozovic mustergültig bedient und schloss flach in die lange Ecke ab, Yann Sommer war machtlos. So war es auch in der 73. Minute, als Lukaku bei einem Konter völlig frei vor Sommer auftauchte und sicher zum 1:3 vollstreckte.

Während Lukaku nach der Pause extrem aufdrehte und kaum zu stoppen war, kam Lazaro nicht mehr recht zum Zuge. Den zweiten Treffer Pleas (75.) bereitete Thuram vor, den dritten Einschuss des Franzosen in der wilden Schlussphase Stefan Lainer. Das 3:3 fand jedoch keine Anerkennung. Auch Lazaros letzte Freistoß-Hereingabe verpuffte. So war Lazaros Torvorlage ein netter Randaspekt des Spiels, aber nicht mehr.

Das ärgerte ihn natürlich, doch er kennt den Gegner bestens und fand sich daher bestätigt. „Man hat in einigen Situationen einfach gesehen, was Inter für eine Klasse hat, gerade vorne. Wir haben gut dagegen gehalten, es ist schade, dass es am ende nicht gereicht hat“, sagte Lazaro. „Aber wir können auf unsere Leistungen in der Gruppenphase bisher stolz sein - und wir haben ja auch noch eine Chance.“