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Borussia Mönchengladbach: Valentino Lazaro fehlt die Nachhaltigkeit

Borussias Leihspieler kämpft um Zukunft : Lazaro fehlt die Nachhaltigkeit

Beim 1:2 gegen Stuttgart verpasste es Valentino Lazaro, Gladbach kurz nach dem Ausgleich wieder in Führung zu bringen. Der Österreicher kämpft um seine Zukunft - liegt sie bei Borussia?

Der Schuss war hart und lehrbuchmäßig ausgeführt. Das Problem: Der Ball sauste am Tor des VfB Stuttgart vorbei. Torwart Gregor Kobel schaute dem Spielgerät einigermaßen erleichtert hinterher. Zum einen wäre er wohl nicht herangekommen, zum anderen wäre es kurz nach dem Stuttgarter Ausgleich wieder die Führung der Borussen gewesen. Doch es blieb beim Konjunktiv beim einzigen Torschuss, den Borussias Valentino Lazaro beim 1:2 gegen den VfB abgab.

Zwei seiner Versuche in dieser Saison waren erfolgreich. Der erste brachte ihm die Medaillen für das „Tor des Monats“ und für das „Tor des Jahres“ ein, hatte aber für Borussia keinen Mehrwert: Es war der Scorpion-Kick zum 3:4-Endstand bei Bayer Leverkusen. Das zweite Lazaro-Tor passierte ebenfalls in der Fremde und bei einer Niederlage, in Sinsheim erzielte er das 2:0 beim 2:3 gegen 1899 Hoffenheim.

Gegen den VfB wäre es ein Tor gewesen, das der Schlussphase dieser Saison vielleicht einen ganz anderen Touch gegeben hätte. „Wenn wir in der Szene in Führung gehen, kriegen wir das Spiel vielleicht wieder ganz anders in den Griff“, sagte Trainer Marco Rose. Dem VfB hätte das Gegentor sicherlich zugesetzt, zumal es einigermaßen aus dem Nichts gefallen wäre, da in der Phase die Stuttgarter doch richtig gut im Spiel waren und verdient ausgeglichen hatten. So aber gab es statt in der 74. Minute das 2:1 für die Borussen in der 78. Minute das 2:1-Siegstor der Stuttgarter. Was wiederum die Gladbacher hart traf.

Lazaro hat somit die Chance verpasst, noch mal Werbung für sich zu machen als ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Ein solcher müsste man schon sein, wenn ein Klub wie Borussia, dessen Manager Max Eberl wenige Tage zuvor noch klargestellt hat, dass kaum Geld da sei für großartige Zukäufe, einen zweistelligen Millionenbetrag investieren sollte oder wollte. Den wird Inter Mailand, von wo Gladbach den Österreicher bis zum Saisonende ausgeliehen hat, sicher haben wollen, wenn Lazaro ständiger Borusse werden soll.

Was für ihn spricht, ist seine Vielseitigkeit. Alle sechs Positionen auf den beiden Flügeln hat er bekleidet in der abgelaufenen Saison, gerade weil Oscar Wendt aufhört, wäre es gut, da einen erfahrenen Back-up zu haben. Und es gab auch Szenen, in denen Lazaro nachgewiesen hat, dass er ein Spiel beeinflussen kann mit seiner unbekümmert-unorthodoxen Art. Bei Lazaro ist Fußball auch Unterhaltung, er selbst hat sich mit seinem eigenen Label als Marke definiert. Doch in Gladbach ist er eben noch nicht so nachhaltig, dass man denken würde: An Lazaro geht kein Weg vorbei.

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Zwei Tore und eine Vorlage stehen in seiner Bilanz. Für einen, der 18 von 27 Spielen als Offensiver gemacht hat, ist das dünn. Dass zwei Verletzungen – der Muskelbündelriss, der ihn den Saisonbeginn kostete, und die Leistenprobleme zu Jahresbeginn – ihm wohl die Chance genommen haben, sich konkreter zu positionieren und ganz anders anzukommen bei Borussia, ist auch ein Teil der Geschichte. Wie jetzt der Fehlschuss gegen den VfB, der den letzten Eindruck von ihm prägen wird. Es ist nicht auszuschließen, dass es sein letzter Torschuss als Gladbacher im Borussia-Park war.