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Borussia Mönchengladbach: Uwe Kamps ist seit 40 Jahren im Klub

Borussias Urgestein : Darum ging Uwe Kamps nicht den Ortega-Weg

Der Bielefelder Torwart Stefan Ortega ist zum englischen Top-Klub Manchester City gewechselt als Nummer zwei hinter Ederson. Ein Weg, den auch Borussias Urgestein Uwe Kamps einst hätte gehen können. Warum er sich anders entschied und was er zu seinem 40-jährigen Gladbach-Jubiläum sagt.

Uwe Kamps ist ganz ehrlich. „Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an“, sagt Borussias Leiter der Torwartausbildung. Zwar war er schon im vergangenen Jahr im Trainingslager der Gladbacher in der Klosterpforte in Marienfeld nicht dabei, doch ist es nun mit dem Tegernsee nochmal etwas anderes. Es ist das erste Trainingslager in Rottach-Egern, bei dem Kamps fehlt.

Seit 2020 ist Kamps nicht mehr Torwarttrainer bei den Profis, sondern koordiniert die Ausbildung der Ballfänger Borussias. „Darum habe ich hier in Gladbach genug zu tun. Aber die Erinnerungen an die Zeit am Tegernsee kommt natürlich hoch“, gesteht Kamps. Doch nicht nur die. Sondern auch ganz viele Erinnerungen an seine Karriere in Gladbach. Schließlich ist er inzwischen 40 Jahre Borusse. Am 1. Juli 1982 begann sein erster Arbeitsvertrag.

„Es war eine total andere Zeit. Das war kein riesiger Staff, der alles für die jungen Spieler regelte. Ich bin einfach zum Training gegangen und habe geschaut, was passiert“, sagt Kamps. Vereinslegende Wolfgang Kleff hatte den Klub damals verlassen, Kamps kam vom BV 04 Düsseldorf. Uli Sude war sein Konkurrent, dazu kam Olavi Huttunen. Einen Torwarttrainer gab es noch nicht. „Co-Trainer Wolf Werner hat einmal die Woche mit uns trainiert. Oder es gab Krafteinheiten mit Konditionstrainer Karl-Heinz Drygalsky“, sagt Kamps.

Borussia hat dem Jubilar ein zweiminütiges Video gewidmet, das neben seiner extravaganten Trikot- und Frisuren-Mode vor allem zeigt, wie Kamps hält und hält und hält, darunter auch die vier Elfmeter im Pokal-Halbfinale 1992, als er Geschichte schrieb gegen Bayer Leverkusen.

Auf seine 40 Jahre Borussia ist Kamps „stolz, denn das ist etwas Besonderes, das wird so schnell kein anderer schaffen“. Nur Ur-Borusse Berti Vogts (531 Pflichtspiele) hat mehr Spiele für Gladbach bestritten als Kamps (518), er war nach der Karriere fast 20 Jahre Torwarttrainer und bildet nun die Torhüter-Talente aus, gestaltet also die Zukunft Borussias mit. Das Ziel: „Es geht darum, nach Marc-André ter Stegen wieder eine eigene Nummer eins hervorzubringen“, sagt Kamps. Ter Stegen durchlief alle Jugendteams, der gebürtige Gladbacher wurde Profi und ging 2014 zum großen FC Barcelona.

Auch Kamps hätte während seiner Karriere nach Spanien gehen können. Als Bodo Illgner die Nummer eins bei Real Madrid war in den späten 90er Jahren, wollten die „Königlichen“ Gladbachs damalige Nummer eins als Ersatzmann für Illgner verpflichten. Kamps, der 1995 mit Borussia den DFB-Pokal gewann, war damals schon über 30, die Aussicht, für einen Top-Klub zu spielen, verlockend.

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So war es nun auch bei Stefan Ortega, dem Bielefelder. Manchester City fragte an, ob er der Mann hinter dem Brasilianer Ederson sein wolle. Ortega, 29, entschied sich dafür, den möglichen Job als erster Torwart einzutauschen für das Engagement bei „City“. Anders als Kamps damals. „Es ist eine andere Zeit und ich kann Stefan absolut verstehen. Für mich kam das damals aber nicht in Frage. Ich wollte spielen und nicht auf der Bank warten, bis ich das eine oder andere Spiel machen kann“, sagt Kamps.

Im Rückblick ist Kamps froh, dass er nicht nach Günter Netzer und Uli Stielike der dritte Borusse ist, der zu Real ging. „Wenn ich damals zu Real gewechselt wäre, hätte ich heute nicht meine 40 Jahre bei Borussia. Ich hätte ja nicht sagen können, ich bin dann mal weg für zwei, drei Jahre und komme dann wieder“, sagt Kamps.

Darum hatte er auch nie den Real-Blues. „Es wäre eine tolle Erfahrung gewesen, bei so einem Giganten wie Real zu spielen. Aber ich hätte das, was ich jetzt in Gladbach habe, aufgeben müssen. Für mich war es die richtige Entscheidung, die ich auch nie bereut habe“, sagt Kamps. Vielmehr hat er schon das nächste Langzeit-Ziel im Auge: „Jetzt peile ich die 50 Jahre als Borusse an.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Terminkalender bis zum Saisonstart