Borussia Mönchengladbach: Unter Marco Rose kann Borussia Spiele drehen

Schon sieben Punkte nach Rückstand : Unter Rose hat Borussia das Aufholen gelernt

Wenn Borussia in Führung lag, ließ sie bislang nichts anbrennen. Wenn der Gegner aber mal das erste Tor schoss, war das Spiel noch lange nicht entschieden, schon dreimal punktete das Team von Marco Rose danach noch.

Beim 5:1 gegen Augsburg gab es eine Premiere. Erstmals kassierte Borussia ein Gegentor, als sie in Führung lag, das zwischenzeitliche 4:1 war es. Doch daran, dass die Gladbacher sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen, wenn sie einmal in Front liegen, änderte auch dieses Spiel nichts. In sechs Pflichtpartien ging das Team von Marco Rose in Führung, sechsmal gewann es. Andersrum kann sich die Bilanz aber auch sehen lassen.

Denn schon dreimal konnte Borussia nach einer gegnerischen Führung punkten. In Mainz (3:1) und gegen Düsseldorf (2:1) sprang sogar noch ein Sieg heraus, in Istanbul gegen Basaksehir FK (1:1) sicherte der Last-Minute-Treffer von Patrick Herrmann den Gladbachern immerhin noch einen Punkt.

Diese Comeback-Qualitäten zeigt auch die Tabelle der Bundesliga, wenn die Partien nach dem Treffer zum 1:0 beendet wären. Borussia belegt in dieser Rangliste nur den zehnten Platz, dies gelang in der Liga lediglich in Köln (1:0), bei 1899 Hoffenheim (3:0) und gegen Augsburg. Weil Gladbach diese Partien alle gewann und dazu noch die Fähigkeit hat, Spiele nach eigenem Rückstand zu drehen, sind die Niederrheiner nach sieben Spieltagen Tabellenführer. Daran hat auch der Mut, der durch diese Erfahrungen entsteht, einen großen Anteil.

„Früher war es manchmal so, dass man nicht das Gefühl hatte, dass wir Spiele noch drehen können“, sagte Christoph Kramer im Interview mit unserer Redaktion. „Weil wir nicht das hohe Anlaufen beherrscht haben, und wenn wir es dann versuchten, haben die Gegner uns auseinandergespielt. Das ist nun anders. Das Spiel gegen Leipzig hat das gezeigt, da haben wir in ungünstigen Momenten zwei Gegentore kassiert, das Spiel trotzdem bis zum Ende offen gehalten und unglücklich 1:3 verloren.“

Im nächsten Saisonblock treffen die Borussen zweimal auswärts auf Borussia Dortmund, zweimal auf AS Rom, spielen in Leverkusen und gegen Frankfurt – allesamt starke Teams, gegen die Phasen, in denen es nicht so gut läuft, programmiert sind. „Das gibt Mut für solche Momente“, sagte Kramer angesichts der Fähigkeit, solche Zeiten in einem Spiel überstehen zu können. „Wir wissen, dass wir mit unserem System unangenehm sind und das Spiel erst verloren ist, wenn es abgepfiffen ist. Die Gewissheit, dass immer was möglich ist, ist bei Rückständen sehr gut.“

Dank der von Rose eingebrachten Spielidee müssen die Gladbacher also keine Partien mehr vorzeitig verloren geben.

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