Borussia Mönchengladbach: Unter Marco Rose ist Gladbach wieder eine Heimmacht

Fünfter Heimsieg in Folge : Der Borussia-Park ist wieder eine Festung

Gegen Werder Bremen gewann Gladbach bereits das fünfte Heimspiel in Folge. Die Borussia-Fans träumen schon vom ganz großen Wurf.

Zwischen Januar und September erlebte Borussia eine Durststrecke im heimischen Stadion, wie es sie selten zuvor in der Historie des Klubs gab. Elf Heimspiele am Stück konnten die Gladbacher im Borussia-Park in diesen acht Monaten nicht gewinnen. Dann kam der 2:1-Sieg gegen Düsseldorf am 22. September – es war der Start einer neuen Serie. Eine, die Hoffnung darauf macht, dass Gladbach nochmal den Heimrekord von zwölf Siegen in Folge angreift, den sie im Januar eingestellt hatte, ehe Hertha BSC mit einem 3:0-Erfolg eine neue Bestmarke verhinderte.

Am Sonntag gegen Werder Bremen feierten die Borussen nun schon wieder, wettbewerbsübergreifend, ihren fünften Heimsieg in Folge: 2:1 gegen Düsseldorf, 5:1 gegen Augsburg, 4:2 gegen Frankfurt, 2:1 gegen Rom und 3:1 gegen Werder. Alle Partien hatten ihre spektakulären Geschichten. Marcus Thurams Doppelpack rettete Gladbach gegen Fortuna vor einer ersten kleinen Krise nach dem 0:4 gegen den Wolfsberger AC, die Spiele gegen den FCA, die Eintracht und Bremen waren nah am Spektakel, gegen Rom gab es den denkwürdigen Schluss mit dem Tor in letzter Sekunde durch Thuram.

Der Borussia-Park wird wieder zu einer Festung. Das Selbstverständnis im eigenen Stadion ist zurück bei den Gladbachern, die Begeisterung der Fans sowieso. „Die ersten Spiele waren grundsätzlich zäh, das haben wir alle gespürt“, sagte Trainer Marco Rose, der in seinen ersten vier Heimpartien als Borussia-Trainer zwei Unentschieden (2:2 gegen Chelsea und 0:0 gegen Schalke) sowei zwei Niederlagen (1:3 gegen Leipzig und das Wolfsberg-0:4) erlebte. „Natürlich haben die Leute aber jetzt mehr Vertrauen in alles, wir haben auch mehr Vertrauen. Das sieht man uns an, das spürt man.“

Sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen. Die Unterstützung von den Tribünen ist gerade unter Rose nochmal gestiegen, die neue Spielweise begeistert die eigenen Fans. Das ist ein wichtiger Punkt für den Trainer: „Wir treten jetzt selbstbewusst auf und das ist auch wichtig, wenn du ein solches Stadion und so tolle Fans hast“, sagte Rose. „Dass du das für dich nutzt, dass du in jedem Spiel Signale aussendest, die dazu führen, dass du hier gemeinsam erfolgreich sein kannst.“

Auch aus der Fan-Szene war der Wunsch groß, die Unterstützung für das Team zu vergrößern. Es gab Veränderungen: „Die Seele brennt“ wurde als neues Einlauflied bestimmt, „Die Elf vom Niederrhein“ wird vor den Aufstellungen eingespielt – Besucher im Stadion stellen fest, dass diese Änderung sicherlich nicht geschadet hat. Genauso ist es bei der Neueinführung der „Lot-Jonn-Zone“, in der die Fans nahezu verpflichtet sind, das Team verbal anzufeuern.

Dass das auch gemacht wurde, als es unter Rose zunächst nicht so gut im Borussia-Park lief, zahlt sich nun aus. Den Fans wird einiges auf dem Platz geboten – Tore, Kampf, Dramatik, Erfolge. Und natürlich Träume. Am Sonntag gab es bereits die ersten Gesänge á la „Deutscher Meister wird nur der VfL“. In der Kurve sind die Fans also schon einen Schritt weitergegangen, feierten sie zuvor noch lediglich „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey“.

Der Glaube, dass Borussia schon in dieser Saison etwas Großes erreichen kann, wächst. Dass dafür eine gewisse Heimstärke notwendig ist, dürfte klar sein. Die hat Borussia nun wieder, und es wird ihr Ziel sein, ihre noch recht normale Serie von fünf Siegen auf ein außergewöhnliches Ausmaß wie es die zwölf Erfolge bis zur Negativ-Serie zwischen Januar und September waren. Dann würde Gladbach auch einen (derzeitigen) Verfolger bald in die Schranken verweisen. Denn in vier Wochen ist der FC Bayern München zu Gast im Borussia-Park.