„Eine Stimme fehlt uns komplett“ Gladbachs Ultras stellen ihren Plan für die Mitgliederversammlung vor

Mönchengladbach · Die Mitgliederversammlung bei Borussia Mönchengladbach wirft ihre Schatten voraus, besonders die Aufsichtsratswahlen werden am 22. April im Fokus stehen. Nun haben sich die Ultras offiziell positioniert – und bei zwei Kandidaten explizit zur „Nein“-Stimme aufgerufen.

Die Ultra-Szene von Borussia Mönchengladbach hat sich im Vorfeld der Mitgliederversammlung positioniert.

Die Ultra-Szene von Borussia Mönchengladbach hat sich im Vorfeld der Mitgliederversammlung positioniert.

Foto: Dirk Paeffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

In ihrem Kurvenheft, der „Blockflöte“, hat die Ultra-Szene von Borussia Mönchengladbach rund um das Heimspiel gegen Borussia Dortmund ausführlich ihre Strategie für die Mitgliederversammlung erläutert. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Fan-Szene dazu aufgerufen, dem Verein beizutreten, um am 22. April 2024 möglichst viele Stimmen zu haben.

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung stehen in diesem Jahr die Aufsichtsratswahlen. Der Aufsichtsrat setzt sich auch künftig aus sieben Mitgliedern zusammen, sechs Plätze müssen in diesem Jahr neu vergeben werden. Vier Kandidaten gehören bereits dem Aufsichtsrat an – und sollen auf der Mitgliederversammlung bestätigt werden. Für die übrigen zwei Plätze gibt es drei Kandidaten: die Herzchirugin Dilek Gürsoy, den Geschäftsführer des Textilunternehmens Brax, Stefan Brandmann, und der Unternehmer Clemens Dreimann, der unter anderem einen Hersteller von Sonnenschutzsystemen führt.

Aufsichtsratkandidaten Brandmann und Dreimann sollen abgelehnt werden

Während die Ultras einer Wahl Gürsoys offen gegenüber stehen, rufen sie bei Brandmann und Dreimann dazu auf, mit Nein zu stimmen. „Wir möchten an dieser Stelle betonen und gleich vorab sagen, dass wir bei der Mitgliederversammlung keine Palastrevolution anstreben oder Fundamentalopposition betreiben möchten“, heißt es in der „Blockflöte“, in der auch der „regelmäßige Austausch mit der Vereinsführung“ hervorgehoben wird.

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„Gleichzeitig müssen wir klar zum Ausdruck bringen, dass wir uns trotzdem auch neue Impulse wünschen, unserem Anspruch zur effektiven Mitbestimmung als Fanszene gerecht werden wollen und mehr Mitsprache bei der zukünftigen Ausrichtung wünschen“, führen die Ultras ihren Standpunkt weiter aus. Besonders Themen wie 50+1, die TV-Vermarktung und Investorenmodelle spielen eine Rolle. „Eine Stimme, die die Meinungen der Fanszene zu den o. g. Punkten kennt, repräsentieren und vertreten kann, fehlt uns zum jetzigen Zeitpunkt komplett.“

Gladbacher Ultras wollen Neuvorschlag bei Aufsichtsratkandidaten

Die Ultras betonen, dass eine Ablehnung der Kandidaten Brandmanns und Dreimanns „keine persönlichen Gründe“ habe. Dies sei „nur deshalb notwendig, um der Basis unseres Vereins eine bisher nicht vorhandene Stimme im Verein zu verschaffen.“

Tritt tatsächlich der Fall ein, dass es keine Mehrheit für Brandmann und Dreimann gibt, hat der Ehrenrat als Wahlausschuss laut Vereinssatzung noch während der Mitgliederversammlung die Aufgabe, einen neuen Kandidaten vorzuschlagen. „In diesem Fall werden wir uns auf der Mitgliederversammlung melden, ob wir den entsprechenden Neuvorschlag unterstützen und zur Wahl aufrufen“, sagen die Ultras.

Der FPMG Supporters Club schloss sich am Samstag den Worten der Ultras an. „Wir glauben hier auch im Sinne unserer knapp 7000 Mitglieder zu handeln und hoffen auf eure Unterstützung“, hieß es in einem Statement. Und weiter: „In unseren Augen wird der Verein schon immer durch die große Fanszene getragen und das unterstreicht Borussia auch immer wieder selbst. Leider bildet sich das nicht innerhalb der Vereinsgremien ab. Aktuell sitzt unser Vorsitzender Thomas Ludwig als einziger Vertreter der aktiven Fanszene im Ehrenrat, darüber hinaus gibt es keine weiteren Posten.“

Bereits das Auswahlverfahren der Kandidaten für den Aufsichtsrat hatte für Diskussionen gesorgt, der Ehrenrat hatte von den ursprünglich zehn neuen Bewerbern nur die oben genannten drei zur Wahl zugelassen, woraufhin die Fans unter anderem fehlende Transparenz bemängelt hatten.

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