Borussia Mönchengladbach: Ultra-Attacke - Hinweise auf Fans von 1. FC Köln

Ultra-Attacke am Borussia-Park : Polizei geht Hinweisen auf Kölner Fan-Szene nach

Rot-weiß-vermummte Personen haben am Donnerstag einen Mönchengladbacher Ultra am Borussia-Park attackiert. Zeugen wollen Personen aus der Kölner Fußball-Szene erkannt haben.

Mit dem Aufstieg des 1. FC Köln in die erste Fußballbundesliga scheinen auch die Rivalitäten unter den Vereinen wieder aufzuleben. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Donnerstag gegen 15.30 Uhr am Borussia-Park vor dem Raum, in dem die Mönchengladbacher Ultras ihre Fahnen lagern. Laut Polizei wollte ein Borussia-Ultra Utensilien für das anstehende Auswärtsspiel am Samstag in Nürnberg holen und war dafür mit seinem Auto im Stadionbereich unterwegs. Nach dem Beladen des Fahrzeugs in der Nähe der Stadionwache seien drei Personen auf ihn zugekommen. Bei der Polizei gab der Mann an, dass er sie der Kölner Ultra-Szene zuordnen könne. Die drei Personen sollen sein Fahrzeug mit Gegenständen beworfen haben.

Der Gladbacher fuhr laut eigenen Angaben mit seinem Fahrzeug zurück auf das Borussia-Gelände. Die drei Angreifer sollen in unbekannte Richtung, möglicherweise in einem roten Fahrzeug, geflüchtet sein. Weitere Borussia-Fans suchten erfolglos nach ihnen.

Als sich die Anhänger in der Nähe des Borussia-Shops am Eingang West aufhielten, sei ein weißer Transporter vorgefahren. Etwa zehn bis 15 Personen seien aus dem Fahrzeug gesprungen und in Richtung der Gladbach-Fans gelaufen. Teilweise trugen sie rote Mützen und Sturmhauben.

Als die Fangruppen aufeinanderstießen, kam es laut Polizei zu einer Prügelei. Dabei wurde auch eine am Boden liegende Person geschlagen und getreten. Es soll sich hierbei um einen Borussia-Fan handeln. In einem Video soll die Szene zu sehen sein.

„Es liegen mehrere Videos vor, die noch ausgewertet werden“, sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion. Die Angreifer flüchteten anschließend mit dem weißen Lieferwagen. Nach Polizeiinformationen sollen daraufhin mehrere Autos mit Mönchengladbacher Kennzeichen dem Transporter bis nach Erkelenz gefolgt sein. Die Polizei setzte bei der Fahndung einen Hubschrauber ein. Trotzdem konnte keiner der Verdächtigen gefasst werden.

„Zu dem Vorfall sind die Fan-Betreuungen im Austausch“, heißt es in einer Stellungnahme des 1. FC Köln. „Uns liegen derzeit keine weitere Erkenntnisse und keine Informationen über die beteiligten Personen vor. Grundsätzlich gilt, dass der 1. FC Köln Gewalt verurteilt und sich davon ohne Wenn und Aber distanziert“, heißt es weiter. Borussia Mönchengladbachs Sprecher Markus Aretz teilte unserer Redaktion mit: „Bei dem Vorfall ist zum Glück niemand zu Schaden gekommen und es ist auch nichts gestohlen worden. Wir haben die Polizei informiert, die dann die Ermittlungen übernommen hat. Weiteres möchten wir dazu nicht sagen.“ Die Polizei ermittelt in der Sache von Amtswegen her wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Im Fokus der Ermittlungen stehen dabei die Problemfans des Kölner Vereins.

Auf der Website der Borussia-Ultras wurde die geplante Choreo der Borussia-Fans für die Auswärtspartie in Nürnberg abgesagt. Die Absage stehe jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Vorfall am Donnerstag. Die Aktion, dass alle Fans „in weiß“ kommen sollen, sei jedoch weiterhin geplant, heißt es.

Im bislang letzten Derby der beiden Teams klauten als Ordner verkleidete „Effzeh“-Ultras ein Stoffstück der Borussen-Anhänger aus dem Gästeblock. Zwei Monate später revanchierten sich die Gladbacher bei einem Auswärtsspiel der Kölner in Sinsheim gegen 1899 Hoffenheim. Dort schlichen sich die Borussen an den Köln-Block heran und entwendeten die Fahne der Fan-Gruppierung „Boyz“, die sich daraufhin auflöste.

(skr)
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