Borussia Mönchengladbach: U23-Trainer Arie van Lent im Interview

U23-Trainer van Lent im Interview : „Unser Anspruch muss sein, jedes Spiel gewinnen zu wollen“

Borussias U 23-Trainer Arie van Lent spricht vor dem Auftakt in die Regionalliga am Samstag in Wattenscheid (14 Uhr) über die Vorbereitung, deren Gewinner in seinen Reihen und das gewohnte 4-3-3-System, das nun auch bei den Profis eingeführt werden soll.

Drei Wochen vor der Bundesliga startet nun die Regionalliga West in die neue Spielzeit. Borussias U 23-Trainer Arie van Lent wird mit einem größeren Kader in die Saison gehen. Im Gespräch verrät er, wie er sein Team vorbereitet sieht und was vom Gegner am Samstag, Wattenscheid 09, zu erwarten ist.

Herr van Lent, die Vorbereitung liegt hinter Ihnen und Ihrem Team, wie ist diese aus Ihrer Sicht verlaufen?

Arie van Lent Da wird wohl jeder Trainer immer und zu jeder Zeit behaupten, dass die Vorbereitung hervorragend war (lacht). Aber wir haben wirklich Argumente dafür, zufrieden sein zu dürfen. Das Trainingslager war gut, die Ergebnisse haben überwiegend gepasst, wir haben uns als Mannschaft ordentlich gefunden. Wir haben auch viele Lernprozesse angestoßen, auch wenn eine Gruppe von Spielern zuletzt bei den Profis mit dabei war.

Gibt es so etwas wie einen Gewinner der Vorbereitung?

Van Lent Da kann man sicherlich nicht einen nennen. Da ist ein Markus Pazurek, der sich blendend eingefügt hat, Giuseppe Pisano, der wieder voll da ist, aber auch Baris Makridis, der vor seiner dritten Saison sicher wieder einen Sprung gemacht hat. Ebenso könnte man Mika Hanraths nennen, der bei den Profis reinschnuppern durfte. Die Liste ließe sich verlängern.

Mika Hanraths ist laut van Lent einer der Gewinner der Vorbereitung und spielte auch bei den Profis beim Turnier in Bochum mit. Foto: imago/DeFodi/Alex Gottschalk/DeFodi.eu

Wenn Spieler bei den Profis waren und zur U 23 zurückkehren, schaut man dann besonders hin, ob sie die Aufgabe auch wieder annehmen und das nicht als Degradierung empfinden?

Van Lent Besonders sicher nicht, aber wir würden sofort merken, wenn das so wäre. Das ist aktuell aber kaum zu erwarten.

In der Vorsaison haben Sie in der U 23 schon überwiegend im 4-3-3-System gespielt, das jetzt auch bei den Profis heiß diskutiert wird. Soll es dabei bleiben?

Van Lent Prinzipiell richtet sich das ja immer danach, welche Spieler man zur Verfügung hat. Aber das Ziel soll es schon sein, weil wir das oft schon in der Vorsaison ordentlich umgesetzt haben. Festgelegt sind wir darauf aber nicht. Und es ist ja auch immer noch die Frage, wie man das System interpretiert.

Verbindungsmann zu den Profis ist ja inzwischen Otto Addo. Wird da nur über die Spieler gesprochen, die zwischen den Teams wechseln, oder gibt es da auch mal taktische Vorgaben?

Van Lent Prinzipiell habe ich bei solchen Entscheidungen freie Hand. Aber die Kommunikation läuft ausgezeichnet, nicht nur mit Otto Addo, sondern auch mit Dieter Hecking. Generell sieht er sich unsere Spiele ja oft an, und das ist für die jungen Spieler sehr wichtig, so fühlen sie sich wertgeschätzt – und er macht sich sein eigenes Bild.

Wenn alle Stürmer fit sind, stehen Ihnen für die neue Saison gleich acht Angreifer zur Verfügung. Wie sollen die denn alle ihre Einsätze bekommen?

Van Lent In der Vorsaison haben wir uns für einen strafferen Kader entschieden, da ist es oft sehr eng gewesen, vor allem auch im Training. Das wollten wir jetzt anders lösen. Generell sind aber auch viele der Offensivspieler sehr variabel einsetzbar, können auch als Achter spielen. Da soll schon jeder seine Chancen bekommen.

Wie sieht denn die Zielsetzung für die neue Saison aus?

Van Lent Wir wollen zusehen, dass es anders als in der Vorsaison ein stabiles Jahr wird. Einen einstelligen Platz sollten wir schon wieder anpeilen, vielleicht sogar am oberen Drittel anklopfen. Ob es zu mehr reichen kann, muss man abwarten.

Und was erwarten Sie von Wattenscheid zum Auftakt am Samstag?

Van Lent Die Wattenscheider haben sicher wieder eine ordentliche Mannschaft, im Umfeld wird viel von der Rückkehr in den bezahlten Fußball gesprochen. Ich spiele dort sicherlich lieber jetzt als später, und unser Anspruch muss schon sein, jedes Spiel gewinnen zu wollen.

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