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Borussia Mönchengladbach tut das Pokal-Aus in Hannover nochmal richtig weh

Pokalfinale in Berlin : Über eine Niederlage wird sich Borussia am Samstag besonders ärgern

Der SC Freiburg und RB Leipzig treten am Samstagabend im Pokalfinale in Berlin an. Borussias Fans, aber auch die Mannschaft dürfte aus diversen Gründen eine Mischung aus Wehmut und Wut umtreiben.

Es gab einige Niederlagen, die Borussia in der Analyse besonders im Fokus hatte. Die beiden Derby-Niederlagen gegen den 1. FC Köln, das gab Ex-Trainer Adi Hütter zu, „taten sehr weh“. Und natürlich die brutalen 0:6-Pleiten gegen den SC Freiburg und bei Borussia Dortmund. Eine Niederlage allerdings, die wird den Borussen und ihren Fans am Samstag nochmal ganz nachhaltig aufstoßen: Das 0:3 bei Hannover 96 in der dritten Pokalrunde am 19. Januar.

Der DFB-Pokal ist ein Sehnsuchtsort für die Borussen, am Freitag haben sie darüber ausführlich gesprochen bei einer Talkrunde bei der AOK in Mönchengladbach. Viele, die 1995 den bislang letzten Titel für Gladbach holten, den DFB-Pokal, waren da. „Man merkt 27 Jahre später, wie wertvoll dieser DFB-Pokal-Sieg ist – weil es nun mal auch der letzte Titel in der Vereinsgeschichte war"“, sagte der damalige Torhüter Uwe Kamps, nun Chef der Torwartausbildung bei Borussia.

Und nun hatten die Borussen höchstselbst den favorisiertesten aller Favoriten aus dem Wettbewerb gekickt mit einem grandiosen Spiel, der FC Bayern wurde 5:0 besiegt in Runde zwei. Da auch Bayer Leverkusen im zweiten Durchgang des Wettbewerbs durch das 1:2 gegen den Karlsruher SC draußen war, entstand schon eine gewisse Euphorie in Gladbach, rückte Borussia in der Favoritenliste doch gleich mal ein Stück nach vorn.

Und dann das Los Hannover 96. Ein Zweitligist, mit dem wegen der Finale-Niederlage von 1992 noch eine Rechnung offen war. Die Finalniederlage jährt sich am Samstag zum 30. Mal. „Viele Spieler, die 1992 das Finale gegen Hannover verloren haben, waren 1995 auch noch dabei. Wir wussten wie schmerzhaft es ist, gegen einen Zweitligisten ein Endspiel zu verlieren. 1992 hatten wir das Gefühl, dass wir uns dafür schämen müssten. Da war es schon super, dass wir den Titel drei Jahre später gewonnen haben", sagte der frühere Borussia-Kapitän Michael Klinkert nun. 1997 gab es noch einer Pokalpleite in Hannover noch Rechnungen offen waren.

Nun war es wieder Hannover. Ein machbares Los, das zugleich genug Spannung enthielt wegen der Vergangenheit mit dem Gegner. Über Hannover nach Berlin? Warum nicht? Oder: Na klar! Dann kam das Spiel und die böse Ernüchterung. Motiviert wirkte nur der Gegner, Hannover spielte frech und Borussia schaute zu, kassierte Tor um Tor und hatte kaum etwas entgegenzusetzen. Was für eine Enttäuschung! Der Traum von Berlin platzte knapp 300 Kilometer vor dem Ziel.

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Die Chance, zu tun, was Eintracht Frankfurt in der Europa League tat, sich während einer schwachen Bundesliga-Saison an einem Pokal-Wettbewerb zu berauschen, wurde leichtfertig vertan. Wie man solche Spiele angeht, zeigte RB Leipzig im Viertelfinale beim 4:0-Sieg in Hannover.

Borussias Aus im DFB-Pokal war eine Bestätigung der These, dass ständig Chancen, die sich bieten, ungenutzt bleiben. Natürlich wäre ein Fortkommen in Hannover keine Garantie für einen großen Pokal-Coup gewesen, doch war es eine unendliche emotionale Diskrepanz nach dem 5:0 gegen die Bayern: da ging alles, es war ein Traum. Nun ging nichts, es war ein Albtraum.

Die Borussen werden somit heute mit einer Mischung aus Wehmut und Wut das Pokalfinale betrachten und spüren, was vielleicht möglich gewesen wäre. „Wir hatten so eine Riesenmöglichkeit, etwas Besonders zu schaffen und in dieser Saison den Pokal zu gewinnen – und dann so ein Spiel“, sagte Kapitän Lars Stindl gleich nach dem Hannover-Spiel. Diese Gedanken werden nun wieder da sein, nicht nur beim Kapitän. Und sie werden nochmal richtig weh tun.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Bilanz im DFB-Pokal seit 1970