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Borussia Mönchengladbach trotz 2:3 gegen Inter Mailand optimistisch: "Dann halt gegen Real Madrid"

„Dann machen wir es eben gegen Real“ : Borussia geht trotz bitterer Pleite positiv ins Endspiel

Borussia Mönchengladbach hatte gegen Inter Mailand Pech mit dem Schiedsrichter und ging erstmals in dieser Champions-League-Saison als Verlierer vom Platz. Trotzdem bleiben die Fohlen optimistisch vor dem entscheidenden Gastspiel bei Real Madrid.

„Inter hat einen der besten Kader in Europa. Von daher ist es keine Schande, dass Gladbach das Spiel verloren hat“, sagte Ex-Nationalspieler und Dazn-Experte Sandro Wagner nach einem mitreißenden Europapokal-Abend. Diese 90 Minuten plus Nachspielzeit warfen auch nach fast neun Monaten mit Geisterspielen die Frage auf, wie mitreißend sie erst mit Zuschauern gewesen wären. Doch auch in den Wohnzimmern der Borussia-Fans wird das 2:3 gegen Inter Mailand für einen erhöhten Puls, Aktionsradius und Geräuschpegel gesorgt haben.

0:1, 1:1, 1:2, 1:3, 2:3 – das war die Torfolge im Borussia-Park. Und in der 83. Minute hätte Alassane Plea sogar noch den Ausgleich erzielt, wenn Schiedsrichter Danny Makkelie nicht befunden hätte, dass Breel Embolo beim Schuss seines Teamkollegen im Abstand stand (korrekt) und dabei Inter-Keeper Samir Handanovic behinderte (umstritten). „Es ist einfach wahnsinnig bitter. Aber wir haben noch ein Spiel. Da wollen wir alles raushauen, dann machen wir es eben gegen Real fest“, sagte Florian Neuhaus selbstbewusst.

Trotz der ersten Niederlage in der Gruppe B führt Borussia sie weiterhin an. Nächsten Mittwoch sind die Fohlen bei Real Madrid zu Gast. Ein Punkt reicht ihnen dann sicher zum Weiterkommen, sogar zum Gruppensieg, wenn Schachtjor Donezk parallel nicht gegen Inter gewinnt. Sogar bei einer weiteren Niederlage könnte Borussia das Achtelfinale erreichen, sofern Inter und Donezk die Punkte teilen.

Dass Real noch mehr unter Druck steht als seine Mannschaft, sieht Trainer Marco Rose nicht als Gefahr. „Wir müssen auch, also werden wir auch können. Was sollen wir machen? Wir sind dabei in einer ganz schwierigen Gruppe“, sagte er. Alle vier Mannschaften können noch weiterkommen, nur Gladbach hat wenigstens Platz drei sicher.

Roses Gefühle nach dem Abpfiff schwankten hin und her wie das Geschehen auf dem Rasen gegen Inter. „Wir sind enttäuscht, weil wir auch heute nah dran waren an einem Ergebnis. Ich glaube, dass wir es verdient gehabt hätten“, sagte der 44-Jährige, betonte aber auch das Positive: „Ich muss sogar sagen, dass wir noch besser gespielt haben als in Mailand. Da sieht man eine klare Entwicklung.“ Im Oktober hatte Borussia im Giuseppe-Meazza-Stadion ein 2:2 geholt, dabei zwar kurz vor Schluss geführt, aber erst in der zweiten Halbzeit den ersten Torschuss abgegeben.

Diesmal kämpfte sich Borussia nach der vermeintlichen Vorentscheidung noch einmal zurück. Romelu Lukaku hatte Inter 3:1 in Führung geschossen, Plea schaffte den Anschlusstreffer. „Wenn sie eine Viertelstunde haben zum tiefen Verteidigen, sind sie da eine Weltklasse-Mannschaft. Trotzdem haben wir Wucht entwickelt und in einer relativ wilden Phase das 3:3 erzielt. Nur leider zählte das nicht. Das ist manchmal so“, sagte Kramer. Wenn er die „Gladbach-Brille“ ablege, so der Mittelfeldspieler, könne er die Schiedsrichterentscheidung schon nachvollziehen, „bitter“ sei sie nichtsdestotrotz.

Wie seine Spieler ließ Trainer Rose keine allzu negativen Gedanken zu und blickte optimistisch nach vorne: „Ein, zwei 50:50-Entscheidungen sind gegen uns gefallen. Jetzt müssen wir es halt in Madrid klarmachen.“ Auch eine Verletzung hatte Borussia das Leben schwer gemacht: Nico-Elvedi-Ersatz Tony Jantschke musste zur Pause raus mit einem dicken Knie, Denis Zakaria musste aushelfen als Innenverteidiger. In vielerlei Hinsicht war Gladbach gebeutelt gegen Inter - und durfte sich trotzdem ärgern, nicht gepunktet zu haben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia – Inter: die Fohlen in der Einzelkritik