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Borussia Mönchengladbach: Transfer von Romain Faivre wäre ein Statement

Fohlenfutter-Gerüchtecheck : Mit Faivre würde Borussia einen wichtigen Impuls setzen

Einen Spieler wie Romain Faivre hat Borussia in dieser Form nicht im Kader. Der Franzose vereint Stärken verschiedener Gladbacher, hat allerdings erst eine starke Saison hinter sich. Mit einer Verpflichtung würde Manager Max Eberl ein Zeichen setzen. Aber es gibt noch einen entscheidenden Haken.

Das Gerücht

Borussia soll sich nach Informationen von „RMC Sport“ und „Footmercato“ mit dem französischen Erstligisten Stade Brest über einen Transfer von Romain Faivre einig sein. Im Raum steht eine Ablösesumme zwischen 10 bis 15 Millionen Euro, die Gladbach für den vielseitigen offensiven Mittelfeldspieler zahlen müsste. Beide Klubs hätten die Verhandlungen in den vergangenen Tagen intensiviert.

Die Situation

Das offensichtlichste Problem, das Borussia hat, wenn es um Spielerverpflichtungen geht, ist die Tatsache, dass dafür aktuell so gut wie kein Geld vorhanden ist. Um dieses für einen größeren Transfer der Kategorie Faivre zu generieren, muss Gladbachs Sportdirektor Max Eberl zunächst einen Spieler verkaufen.

Dass ein Mann wie Faivre bei Borussia auf dem Radar ist, ist nicht überraschend. Bereits im März haben wir den 23-Jährigen in unserem Fohlenfutter-Podcast genauer unter die Lupe genommen. Denn Faivre bringt etwas mit, das in Borussias Kader in dieser Kombination nicht vorhanden ist: Er ist stark im Dribbling, verschafft seinem Team mit seinen Pässen und seinem schnellen Antritt viel Raumgewinn und – was ihn besonders interessant macht – er ist ein Linksfuß. Darauf hat sich Eberl, dem ebenfalls ein Interesse an Innenverteidiger William Pacho und Linksverteidiger Faitout Maouassa (beide ebenfalls Linksfüßer) nachgesagt wird, in dieser Transferperiode offenbar verstärkt fokussiert.

Aber zurück zu Faivre. Der war in der Ligue 1 einer der Shootingstars der vergangenen Saison. Erst vor einem Jahr wechselte er von der zweiten Mannschaft der AS Monaco für nur 400.000 Euro nach Brest. Beim damaligen Aufsteiger schlug er direkt ein und kam in 36 Ligaspielen zum Einsatz. Mit seinen sechs Toren und fünf Assists hatte er einen entscheidenden Anteil am Klassenerhalt und kann auf ein starkes erstes Erstliga-Jahr zurückblicken. Im Oktober 2020 debütierte er in Frankreichs U21-Nationalmannschaft. In seinen acht Spielen zeigte er seine Vielseitigkeit, was seine Position angeht: Mal spielte er in einem Dreier-Mittelfeld auf der Achterposition, mal auf Linksaußen, mal kam er über den rechten Flügel.

Wird er, was seltener der Fall ist, in der Zentrale eingesetzt, nimmt er im Spiel eine ähnliche Rolle wie Florian Neuhaus ein, beide kommen zudem auf ähnliche Scorerwerte. Bei Neuhaus waren es in der Saison 2020/21 sechs Tore und acht Vorlagen. Faivres Ungebundenheit an eine bestimmte Position kommt in Gladbach der Flexibilität eines Jonas Hofmann nahe. Neben oder hinter sich benötigt Faivre noch Mitspieler, die ihn in der Defensive absichern.

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Auch, was seine Werte angeht, ist Faivre ein Spieler mit Potenzial: In 90 Minuten geht Faivre im Schnitt 16,16-mal ins Gegenpressing – eine gute Voraussetzung, um das aggressive Anlaufen des Gegners, das das Spiel von Gladbach-Trainer Adi Hütter auszeichnen soll, umzusetzen. Pro Partie schließt Faivre 2,77 Dribblings (Erfolgsquote von 88 Prozent) erfolgreich ab. Und: Er ist an 4,67 Aktionen beteiligt, die zu einem Torschuss führen. Zum Vergleich: Bei Neuhaus sind es 2,20, bei Hofmann 4,01 solcher Aktionen pro Spiel.

Einschätzung der RP-Reporterin

Als Eberl kürzlich davon sprach, mit einigen Spielern schon sehr weit zu sein, könnte er dabei unter anderem Faivre geimeint haben. Dieser ist für Borussia ein hochinteressanter Spieler, der sich langfristig zwar noch auf Top-Niveau beweisen muss, der aber auch schon gezeigt hat, was er draufhat. Fakt ist aber: Im Mittelfeld ist Gladbach momentan überbesetzt. Kommt Faivre, müsste Eberl eigentlich Neuhaus oder Hofmann, die in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Klubs in Verbindung gebracht wurden, verkaufen.

Was ebenfalls möglich ist: Eberl weiß, dass er den begehrten Faivre nur in diesem Sommer bekommen kann und will ihn deshalb unbedingt verpflichten. Dann könnte der Transfer auch ein Vorgriff auf mögliche Top-Verkäufe im kommenden Jahr sein. Allerdings würde es dann schwierig, allen Spielern genügend Einsatzzeiten zu geben.

Was die Personalie Faivre und die Verbindung nach Gladbach ebenfalls spannend macht: Faivre wird von der gleichen Agentur beraten wie Borussia-Zugang Manu Koné und Rennes’ Maouassa. Der Kontakt zwischen Eberl und Faivres Beratern ist also bestens, was Borussia letztlich auch etwas Zeitdruck in der Sache nehmen dürfte. Fazit: Bekommt Eberl durch einen Verkauf das benötigte Geld, wäre Faivre ein gutes Investment und ein Statement, dass der Verein Spieler dieser Güteklasse auch ohne Europacup-Teilnahme überzeugen könnte. Aber über allem schwebt eben aktuell die Tatsache, dass Borussias Kasse noch leer ist.