Bericht aus Portugal Borussia und Benfica sollen Einigung bei Weigl-Transfer erzielt haben

Update | Mönchengladbach · Borussia Mönchengladbach und Benfica Lissabon haben sich laut eines portugiesischen Medienberichtes auf einen Transfer von Julian Weigl geeinigt. Er soll zunächst auf Leihbasis an den Niederrhein kommen, die Gladbacher hätten sich darüber hinaus eine Kaufoption für den kommenden Sommer gesichert.

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Foto: dpa/David Young

Borussia Mönchengladbach und Benfica Lissabon sollen in den Verhandlungen um Julian Weigl eine Einigung erzielt haben. Das berichtet die portugiesische Zeitung „Record“ am Dienstag, die bereits in der vergangenen Woche über konkrete Verhandlungen beider Klubs berichtet hatte.

Der 37-malige portugiesische Meister soll bereit sein, Weigl zunächst per Leihe ziehen zu lassen. Darüber hinaus gebe es für die Gladbacher die Möglichkeit, Weigl im Sommer 2023 per Kaufoption für 15 Millionen Euro fest zu verpflichten. Zudem sei Borussia bereit, Weigls komplettes Gehalt zu zahlen. Im Ligaspiel von Benfica Lissabon gehörte Weigl am vergangenen Wochenende schon nicht mehr zum Kader, was die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Transfers erhöhte. Gladbachs Manager Roland Virkus hatte Weigl vor anderthalb Wochen beim Heimspiel gegen Hertha (1:0) als „guten Spieler“ bezeichnet, den er schon seit der Jugend kenne.

Verbindungen gibt es auch zum neuen Gladbach-Trainer Daniel Farke, der gleichzeitig mit Weigl bei Borussia Dortmund arbeitete. Dort war Farke zwar als U23- und nicht als Profi-Trainer angestellt, doch wird es dort bereits den einen oder anderen Austausch zwischen beiden gegeben haben, ehe Farke 2017 zu Norwich City ging. Farkes Ballbesitzspiel passt zu Weigl, zudem ist er einer, der die Bundesliga kennt und daher wenig Anpassungsprobleme haben dürfte. Weigl ist als Spielertyp ein zuverlässiger Ballverteiler, dem die vermeintlich einfachen Dinge im Spiel oft gut gelingen. So hält er bis heute den Rekord für die meisten Ballkontakte (214) in einem Bundesligaspiel.

Zwar hat Gladbach in Ko Itakura bereits in dieser Transferperiode einen Spieler verpflichtet, der unter anderem für die Sechserposition eingeplant war, doch Itakura scheint sich vorerst in der Innenverteidigung festgespielt zu haben – ein Grund, weshalb Virkus gerne noch einen flexiblen Mittelfeldspieler verpflichten möchte.

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Foto: dpa/Marius Becker

Bei Borussia könnte eine Leihe Weigls mit einer Kaufoption auch ein Vorgriff sein, um sich auf dieser Position langfristig abzusichern. Denn sowohl Florian Neuhaus als auch Manu Koné galten in der Vergangenheit immer wieder als Spieler, die von anderen Klubs heiß umworben werden. Die französische „L’Equipe“ hatte in der vergangenen Woche über das Interesse von Newcastle United an Koné berichtet, dessen Vertrag am Niederrhein noch bis 2025 läuft.

Angeblich soll Newcastle bereit gewesen sein, rund 35 Millionen Euro für Koné zu zahlen, doch Borussia hätte signalisiert, Koné nicht verkaufen zu wollen. Steigert sich der Franzose in seiner zweiten Bundesligasaison aber weiter, könnte er einer der Spieler sein, die es Borussia im kommenden Jahr ermöglichen, hohe Einnahmen zu generieren.

Weigls Marktwert wird aktuell auf rund 22 Millionen Euro geschätzt. Der sechsfache deutsche Nationalspieler hat seit seinem Wechsel im Jahr 2019 vom BVB nach Portugal 114 Pflichtspiele für Benfica absolviert, in denen er fünf Tore und fünf Vorlagen beisteuerte. Unter Benficas neuem Trainer Roger Schmidt spielt Weigl in den bisherigen Pflichtspielen keine große Rolle. In der Liga kam er zweimal als Joker zum Zug, in der Champions-League-Qualifikation gar nicht zum Einsatz. Eine Leihe wäre für beide Parteien, Borussia und Weigl, ein realistisches Szenario. Durch die vereinbarte Kaufoption würde Benfica zudem die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Weigl im kommenden Sommer endgültig loszuwerden.

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