Borussia Mönchengladbach: Training mit Rumpfkader

Ohne 13 Nationalspieler: Die erste Einheit nach dem Bayern-Coup

Ohne 13 Profis, die derzeit auf Länderspielreise sind, gab es am Dienstagnachmittag die erste Trainingseinheit der Borussen nach dem 3:0-Sieg bei Bayern München. Da ebenfalls nicht mit dabei war der weiter angeschlagene Raffael, der aber bereits am Morgen eine Laufeinheit absolviert hatte.

Es gibt deutlich schlechtere Voraussetzung für eine Trainingseinheit. 19 Grad, strahlender Sonnenschein, ein bisschen Wind – und natürlich gerade noch in der Bundesliga 3:0 bei Bayern München gewonnen. Das hebt im Allgemeinen die Stimmung, wenn man nicht gerade Anhänger oder Spieler oder Verantwortlicher des Rekordmeisters ist. Da das auf die Borussen aber nicht zutrifft, war die Laune am Dienstagnachmittag bestens, auch wenn nur ein sehr dezimierter Kader zusammenkam.

Das hatte indes kaum Verletzungsgründe – wie es in der Vorsaison oft und lange der Fall war –, sondern lag daran, dass allein 13 Gladbacher auf Länderspielreisen sind: Matthias Ginter mit Deutschland, Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Michael Lang mit der Schweiz, Thorgan Hazard mit Belgien, Ibrahima Traoré mit Guinea, sowie die Nachwuchskräfte Florian Neuhaus, Moritz Nicolas und Torben Müsel (alle deutsche U-Teams), Laszlo Bénes (Slowakei), Andreas Poulsen (Dänemark) und Michael Cuisance (Frankreich). Zudem fehlte zumindest am Nachmittag der „Maestro“: Raffael, der angeschlagene Brasilianer, hatte aber am Morgen bereits eine Laufeinheit im Borussia-Park absolviert.

Aufgrund dieser ganzen Leerstellen hatte Trainer Dieter Hecking zwei Gastspieler an Bord: Eugen Polanski, zuletzt bei der TSG Hoffenheim und derzeit vereinslos, und Tobias Levels, der zuletzt beim FC Ingolstadt aktiv war. Das Duo sorgte mit dafür, dass ein durchaus vernünftiger Trainingsbetrieb möglich war. So füllte es beim Quadratsspiel Zwei-gegen-Sechs ebenso auf wie auf der anderen Seite Dirk Bremser. Der Co-Trainer machte das Lauf- und Passspiel in einer Gruppe mit Patrick Herrmann, Tobias Strobl, Christoph Kramer, Fabian Johnson, Tony Jantschke, Lars Stindl und Oscar Wendt mit und sorgte dabei auch für einige Lacher – etwa, als er zwei-, drei-, viermal in unmittelbarer Folge grätschte, ohne den Ball zu erwischen. Das machte allen sichtlich Spaß.

Im Mannschaftstraining (von links): Patrick Herrmann, Jonas Hofmann, Fabian Johnson, Gastspieler Eugen Polanski und Rückkehrer Josip Drmic in sehr kurzer Hose. Foto: Dirk Päffgen

Den hatte auch Josip Drmic, der am Dienstag zum zweiten Mal nach seinem verletzungsbedingten Ausfall im Mannschaftstraining dabei war. Am Sonntag hatte der Schweizer, der seit Anfang September unter Rückenbeschwerden gelitten hatte, erstmals das Auslaufen mit dem Team absolviert, nun war er auch wieder mit am Ball. Und das zumindest optisch recht auffällig: Im Gegensatz zu Oscar Wendt, der die komplette Einheit in langer Hose und langärmeligem Shirt versah, hatte Drmic seine kurze Hose noch weiter nach oben gekrempelt, deutlich über die Mitte des Oberschenkels. Das hat aber keinen modischen, sondern einen medizinischen Grund: „Ich weiß, das sieht lustig aus“, sagte der Mittelstürmer im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber ich versuche die Sonne und das Vitamin D zu nutzen.“ Weit wichtiger als dieser Grund ist aber: „Mein persönlicher Coach schaut beim Training immer zu und guckt, wie meine Beine arbeiten, wie und welche Muskeln beansprucht werden, ob mein Knie gerade ist. Da können wir nach jedem Training dann nachbessern“, erklärte Drmic. Gut, dass der Oktober bislang so sommerlich ist.

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