Borussia Mönchengladbach: Trainer Marco Rose kann es machen wie Udo Lattek

Gladbach winkt Tabellenführung : Borussia-Trainer Rose kann es machen wie Lattek

Borussia kann sich durch einen Sieg im Heimspiel gegen den FC Augsburg zum Tabellenführer der Bundesliga krönen. Nach sieben Spieltagen waren die „Fohlen“ zuletzt in der Saison 1976/77 Spitzenreiter. Zum letzten Mal Erster war Gladbach vor acht Jahren.

Es gibt Menschen, die hätten den Borussen am liebsten seit Samstagnachmittag jeglichen Kontakt zur Außenwelt untersagt. Damit sie gar nicht erst mitbekommen, wie es vor dem Sonntagsspiel gegen den FC Augsburg um die Tabellensituation bestellt ist. Denn seit dem 1:1 des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln ist klar: Gewinnt Borussia, geht sie als bestes Team der Bundesliga in die Länderspielpause. Es ist eine süße Vorstellung der Fans: Zwei Wochen lang könnten sie die Tabelle anhimmeln und sagen: „Wo wir sind, ist oben.“ Doch ist da eben auch das Phänomen, auf das die Diskutanten in den sozialen Netzwerken immer wieder verweisen: Allzu oft haben die Gladbacher in den vergangenen Jahren solche Gelegenheiten eben nicht genutzt.

„Es wäre sicherlich lässig, wenn die Borussia nach der Länderspielpause als Tabellenführer nach Dortmund fahren könnte“, twitterte ein User, schränkte jedoch ein: „Aber in den letzten Jahren haben Die Fohlen genau die Chancen in solchen Spielen nicht genutzt.“ Ein anderer schreibt: „Leute, wir wissen, was das normalerweise heißt.“

Borussia war in der Bundesliga bislang 131. Mal Tabellenführer, nur der FC Bayern München und Borussia Dortmund waren öfter Erster. Zuletzt war Gladbach am im August 2011 Anführer des Bundesliga-Klassements. Damals gab es am dritten Spieltag einen 4:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Nach drei Spielen hatte Borussia sieben Punkte, die Liga staunte, schließlich hatte das Team von Lucien Favre in der Saison zuvor erst in der Relegation den Verbleib in der Bundesliga fix gemacht. Am Ende war Borussia Vierter.

Jetzt kann es Marco Rose machen wie einst Udo Lattek. Denn nach sieben Spieltagen war Gladbach zuletzt vor 43 Jahren Erster – in der letzten Meistersaison 1976/77. Da kletterte das Team von Lattek mit einem 6:0-Heimsieg gegen Rot-Weiß Essen auf Platz eins, den es danach nur noch einmal verließ. Die Gladbacher hatten nach sieben Spielen umgerechnet 17 Punkte beisammen, 12:2 waren es nach derzeitiger Rechnung. Die meisten Punkte nach sieben Spielen hatte Gladbach in der Saison 1973/74, da waren umgerechnet 19 Zähler (13:1) auf dem Konto.

Doch zunächst muss das siebte Spiel absolviert werden. Für den Moment haben die Gladbacher mit ihren 13 Punkten den besten Start seit acht Jahren hingelegt, da gab es in sechs Spielen ebenfalls 13 Punkte. „Wir sind gut beraten, demütig zu bleiben“, schreibt ein User bei Twitter. Die Borussen dürfen nicht träumen von Platz eins, sondern müssen ihre Leistung bringen, um ihn zu erreichen. Es wird intensiv, vermutet Trainer Marco Rose mit Blick auf die Augsburger. Mit einer Darbietung wie zuletzt bei Basaksehir FK (1:1) wird da nicht viel gehen.

Borussias Gegner hat derweil etwas mit Union Berlin gemeinsam. Beide Klubs sind die einzigen unter den 18 Bundesligisten dieser Saison, die noch nie Tabellenführer im deutschen Fußball-Oberhaus waren. Am Sonntag nun können die Augsburger zumindest Tabellenführungs-Verhinderer werden, wenn sie im Borussia-Park nicht verlieren. Nicht nur die Ex-Borussen André Hahn und Reece Oxford werden erpicht darauf sein, das zu bewerkstelligen.

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