Borussia Mönchengladbach: Trainer Marco Rose erklärt seinen Fußball

Emotionalität, Dynamik und viele Sprints : Marco Rose erklärt seinen Fußball

Marco Rose hat seinen neuen Job als Borussia-Trainer angetreten. Er will eine neue Spielidee etablieren, die die Fans begeistern, aber auch erfolgreich sein soll. Er fordert jedoch auch Zeit ein.

Wenn es nach Borussia geht, hat am Mittwoch eine neue Ära begonnen. Personell mit Marco Rose als neuem Trainer, aber auch sportlich mit einer neuen Art des Fußballs. „Wir hatten acht grandiose Jahre, waren achtmal einstellig, haben fünfmal Europa erreicht, das ist nicht selbstverständlich. Wir haben lange mit unserer Art erfolgreich gespielt und jetzt wollen wir eine andere Art, weil Veränderungen gut tun“, sagte Sportdirektor Max Eberl.

Die neue Art soll Rose seinen Spielern ab dem 30. Juni – dann starten die Gladbacher um 11 Uhr ihre Vorbereitung auf die kommende Saison – eintrichtern. „Meine Spielidee basiert auf Emotionalität, auf Gier, grundsätzliche Dinge, die wichtig sind. Auf Aktivität, wir wollen aktiv gegen den Ball arbeiten, viel sprinten“, erklärt der neue Trainer. „Das sind Dinge, die man bei Borussia zuletzt nicht so hatte“, merkt Rose zudem an und weist damit auf eine Schwäche des Teams hin, die einen noch besseren Ausgang als den fünften Platz in der Bundesliga — gewiss ein Erfolg für Borussia — verhinderten. Es fehlte ihr an Dynamik und Schnelligkeit. „Wenn wir schon die meisten Sprints gehabt hätten, hätte ich Rose nicht geholt“, fügt Eberl daher auch als Begründung für die Verpflichtung an.

Der 42-jährige Rose will, dass seine Spieler künftig „hoch die Bälle gewinnen und kurze Wege zum Tor haben. Und wenn wir den Ball haben, wollen wir attraktiven Fußball spielen.“ Rose weist aber auch auf das hin, was Eberl bereits bei der Mitgliederversammlung ansprach: „Das klingt alles richtig geil, aber es wird Zeit brauchen. Wir werden aber hart und konsequent daran arbeiten. Es wird wichtig sein, die Jungs schnell von dieser Idee zu überzeugen. Und dass die Fans sich mit dem, was sie auf dem Platz sehen, identifizieren können.“

Der neue Trainer will mit seinem Fußball begeistern, das ist ihm das Wichtigste. Doch er will damit auch erfolgreich sein. „Die Leute sollen mit unserem Spiel zufrieden sein und auch bei einer Niederlage mit einem Lächeln nach Hause gehen und sagen, das war in Ordnung. Aber natürlich brauchen wir auch gute Ergebnisse — und die werden wir holen“, sagt der sehr selbstbewusst wirkende Rose, der mit zwei Meistertiteln und dem jüngsten Pokalerfolg als Trainer von RB Salzburg den Eindruck vermittelt, dass hinter seinen großen Worten auch etwas steckt.

Die Wahrheit wird aber wieder auf dem Platz liegen. Dort werden seine Spieler zeigen, ob die Borussen den Sprint- und Pressing-Stil beherrschen können. „Wir werden natürlich noch ein paar Spieler dazu holen, die dazu passen. Marco Rose ist aber da natürlich die größte Verpflichtung. Wir wollen diese neue Grundidee, den neuen Ansatz, um in diesem Haifischbecken mit sechs Teams, die um Europa spielen, zu bleiben“, sagt Eberl.

Über konkrete Ziele in der Bundesliga sprach Rose bei seiner Vorstellung noch nicht. Wer ihn erlebt, erkennt jedoch schnell, dass er nach dem Höchsten strebt. Bei der Frage nach einer möglichen Meisterschaft gerät er aber derzeit (noch) ins Schmunzeln. „Ich betone immer, dass ich ein bodenständiger Typ bin. Wenn wir nun über dieses Thema sprechen würden, würden wir den Boden verlassen. Jeder weiß, wo Borussia steht und wir sind sehr ambitioniert. Wir wissen aber auch, dass die Konkurrenz große Möglichkeiten hat. Wir wollen aber natürlich jedes Spiel gewinnen und am Ende eine gute Tabellenposition belegen“, sagt Rose.

Borussias neuer Trainer Marco Rose. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Und das nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Europa League, in der Rose mit Salzburg (Halbfinale 2017, Achtelfinale 2018) für Furore gesorgt hat. Bei seinen beiden Teilnahmen ging keines der zwölf Gruppenspiele verloren.

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