Borussia Mönchengladbach: Tottenham angeblich an Jonas Hofmann dran

Borussia-Gerüchtecheck : Hofmann würde zu Tottenham passen

In der Fohlen-Gerüchteküche checken die RP-Reporter die neuesten Transfergeschichten rund um Borussia Mönchengladbach. Heute geht es um einen möglichen Wechsel von Jonas Hofmann zu den Tottenham Hotspur.

Hier gibt es die Analyse:

Das Gerücht

Wie die „Bild“ berichtet, wollen die Tottenham Hotspur Jonas Hofmann verpflichten. Der englische Spitzenklub habe bereits erste Gespräche mit dem Berater des Gladbacher Mittelfeldspieler geführt, der mit seiner Lauffreude, Schnelligkeit und Spielstärke ideal in das Spielsystem der Londoner passe.

Die Situation

Hofmann hat, bevor er sich eine Hüftverletzung zuzog, eine überragende Hinrunde gespielt. In zwölf Einsätzen brachte er es auf fünf Tore und drei Assists. Im 4-3-3-System hat er sich zu einem der wichtigsten Borussen entwickelt, ist gerade beim Offensiv-Pressing der Taktgeber. Diese Eindrücke aus der Zeit vor der Winterpause bestätigte Hofmann beim 1:0-Sieg gegen Leverkusen, bei dem er das goldene Tor durch Alassane Plea vorbereitete. Aufgrund dieser Top-Leistungen ist der ehemalige Dortmunder nun im Radar vieler Klubs. Sein Vertrag läuft nur noch bis 2020, Gespräche über eine Verlängerung des Kontrakts sollen bald aufgenommen werden. „Erstmal kann ich sagen, dass ich mich hier pudelwohl fühle. Wir werden über unsere Ziele sprechen und dann gucken, ob man zusammenkommt“, sagte Hofmann im Dezember unserer Redaktion. Borussia will ihn unbedingt halten, Trainer Dieter Hecking betont immer wieder seine Wertschätzung für den Mittelfeldspieler. Für das Gelingen seines Spielstils ist Hofmann enorm wichtig. Über einen Wechsel ins Ausland sagte er: „Ich bin generell ein Typ, der viele Interessen hat und alles erkunden will. Ich will irgendwann mal privat die ganze Welt gesehen haben. Daher würde ich auch niemals nie zu dieser Frage sagen. Aber ich bin nicht einer der Spieler, die sagen, sie müssten unbedingt mal in England oder Spanien gespielt haben. Ich bin ein spontaner Typ, und man wird sehen, was ich für die richtige Entscheidung halten werde, was ich erleben will, was ich für mich brauche und was mich interessiert.“

Die Einschätzung

Tottenham und Hofmann – das könnte durchaus passen. Der englische Spitzenklub verfolgt eine ähnliche spielerische Philosophie wie Borussia in dieser Saison. Es gibt aber zwei elementare Fragen. Was will Hofmann? Und: Lässt Gladbach ihn gehen? Im Sommer, wenn der Transfer theoretisch möglich ist, wird der Mittelfeldspieler 27 Jahre alt. Dies gilt als perfektes Fußballeralter, es könnte für Hofmann eine letzte Gelegenheit sein, den Sprung zu einem anderen Top-Klub und ins Ausland zu schaffen. Doch er selbst hat bereits betont, dass er sich genau überlegen will, was das Beste für ihn ist und dass er in seiner Karriere nicht unbedingt im Ausland spielen müsse. Hofmann weiß genau, welchen Status er sich bei Borussia erspielt hat, dass er nun ein Star in diesem erfolgreichen Gebilde ist. Wenn Borussia tatsächlich die Qualifikation für die Champions League packt, gibt es sportlich eigentlich keinen Anlass, den Klub zu wechseln. Finanziell wäre die Premier League für Hofmann natürlich die lukrativere Wahl. Mit den Gehältern in England kann und will Borussia nicht mithalten.

Anders als bei Thorgan Hazard, der mit seinem Vertrag bis 2020 als Kandidat für einen Abgang gilt, sind bei Hofmann aktuell nicht Ablösesummen jenseits der 40 Millionen Euro im Gespräch. Und nur dann, wenn Sportdirektor Max Eberl ein Angebot auf dem Tisch liegt, dass man als „unmoralisch“ bezeichnen könnte, würde Borussia einem Wechsel zustimmen. Grundsätzlich hat Eberl bereits betont, dass es ihm nicht darum ginge, ein möglichst großes Transferplus zu erzielen, sondern für den Erfolg seines Teams zu sorgen. Und deswegen besteht bei Hofmann – anders als bei Hazard – durchaus auch die Möglichkeit, dass Borussia und er gemeinsam in das letzte Vertragsjahr gehen und er nach der Saison 2019/2020 die Möglichkeit hat, ablösefrei zu wechseln, sollte er seinen Vertrag bei den Gladbachern nicht verlängern. Und Borussia hätte noch ein weiteres Jahr lang Zeit, Hofmann doch noch davon zu überzeugen, in Mönchengladbach zu bleiben.

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