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Borussia Mönchengladbach: Torwarttrainer Steffen Krebs nennt seine drei Lieblingsspiele

Lieblingsspiele von Borussias Torwarttrainer Krebs : Eine Meister-Parade, Neuers Leitfaden-Spiel, Sommers Elfer-Pack

Borussias Torwarttrainer Steffen Krebs hat seine drei Lieblingsspiele streng aus der Perspektive des Torhüter-Experten ausgesucht. Timo Hildebrand, Manuel Neuer und Yann Sommer sind die Protagonisten.

Steffen Krebs gewinnt der seltsamen Situation auch etwas Positives ab. „Wir können sehr intensiv arbeiten in den kleinen Gruppen“, sagt der Mann, der sich mit Uwe Kamps um Borussias Torleute kümmert. Wegen der Corona-Pandemie üben die Borussen derzeit in überschaubaren und getrennten Gruppen, nicht im Team. Gladbachs Nummer eins Yann Sommer mag es sogar, zuweilen mit dem Trainer allein auf dem Platz zu sein, um sein Niveau im Detail weiter zu verbessern. „Wichtig ist, dass wir die Jungs auf der Belastungskurve halten, bis es wieder losgeht“, sagt Krebs.

2018 ist er von der TSG Hoffenheim gekommen, um Borussias Torwarttraining neue Impulse zu geben. Mit Kamps hat er inzwischen, so sagen sie im Borussia-Park, ein nahezu symbiotisches Verhältnis, nicht selten philosophieren die Herren hinter verschlossenen Büro-Türen bis in den letzten Gedanken-Winkel über das Torwart-Wesen.

Das Expertentum hat sich in den Trainerstäben der Bundesligisten immer weiter ausdifferenziert. Borussia hat neben den Torwart-Fachmännern in Alexander Zickler und Oliver Neuville Offensivspezialisten, Frank Geideck ist für die Analyse zuständig und René Maric für Ideen für das Spiel mit dem Ball. Maric hatte sich zuletzt für unsere Redaktion auf seine drei Lieblingsspiele festgelegt – ausgewählt aus der Perspektive des Taktikfreaks. Krebs legt nun nach: Er nennt seine drei Lieblingsspiele aus Sicht des Torwartexperten. „Wir schauen anders auf die Spiele“, sagt er.

VfL Bochum – VfB Stuttgart 2:3 (Bundesliga, 2007).

„In dem Spiel gab es die perfekte Torwart-Aktion. Der VfB hatte nicht damit gerechnet, dass er eine Chance haben würde, Meister zu werden. Dann stand es 3:2 und alle Ergebnisse passten. Plötzlich hatte Bochum in letzter Sekunde die Riesenchance zum 3:3 und Timo Hildebrand hat alles richtig gemacht: Er antizipierte die Situation, machte mit Kreuzschritten Druck auf den alleinstehenden Schützen und hielt dem VfB den Sieg und den Titel fest. Wahnsinn.“

Deutschland – Algerien 2:1 n.V. (WM-Achtelfinale, 2014).

„In dem WM-Spiel hat Manuel Neuer den mitspielenden Torwart öffentlich salonfähig gemacht. Da haben die Leute gesehen, dass es nicht nur darauf ankommt, Bälle zu halten, sondern auch technisch und taktisch gut aufgestellt zu sein. Ich hatte mich 2008 in meiner Diplomarbeit mit dem Thema beschäftigt, darum hat es mich gefreut, dass es so in den Fokus gerückt ist durch dieses Spiel. Neuer hat in drei, vier Situationen großartig gerettet, bevor es wirklich gefährlich wurde. Einige der Szenen sind ein Teil des Leitfadens des DFB geworden. Grandios war das sliding Tackling an der Außenlinie – da wird mancher Verteidiger gestaunt haben.“

Borussia – FC Chelsea 2:2 (Saisonvorbereitung, 2019).

„Es war nur ein Testspiel, aber es hat mir als Torwarttrainer extrem viel Freude gemacht. Yann hatte in diesem Spiel elf Aktionen auf höchstem Niveau. Das war trotz der beiden Gegentore aus Torwart-Sicht ein herausragendes Spiel. Wir hatten vorher intensiv an einigen Dingen gearbeitet vor dem Hintergrund des neuen Spielansatzes und Yann hat die richtig stark umgesetzt. Gerade einige Eins-gegen-Eins-Situationen hat er gegen Chelsea großartig gelöst. Das ist ohnehin seine Spezialdisziplin.“