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Borussia Mönchengladbach: Torsten Knippertz wieder da, "Die Seele brennt" wird nicht gespielt

Erstes Bundesliga-Spiel nach sechs Monaten : „Knippi“ zurück im Borussia-Park – aber eine Gladbach-Hymne wird gestrichen

Torsten Knippertz, Borussias Stadionsprecher, wird nach über sechs Monaten in der Bundesliga wieder durchs Programm führen. Die Klub-Hymne „Die Seele brennt“ wird es aber vor der Partie gegen Union Berlin nicht zu hören geben.

Für fast alle der etwa 10.000 Zuschauer (noch sind Tickets erhältlich), die am Samstag beim Spiel gegen Union Berlin (15.30 Uhr) im Borussia-Park sein werden, ist es nach über einem halben Jahr die Rückkehr ins Gladbacher Stadion. Am 7. März waren zuletzt Fans bei einer Bundesliga-Partie in der heimischen Arena. Und dass so viele Zuschauer wieder da sind, ist auch die Comeback-Gelegenheit für einen Borussen, der in normalen Zeiten auch immer dabei ist: Stadionsprecher Torsten Knippertz.

„Das wird mein erstes Bundesliga-Spiel seit dem 7. März. Es war eine schlimme Zeit, in der ich nicht dabei sein konnte. Dass es jetzt auch für mich wieder losgeht, ist schon geil“, sagt „Knippi“ im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 2006 führt der 50-Jährige durch das Vor-Programm im Borussia-Park. „Ich dachte, dass ich schon alles erlebt hätte, aber da habe ich mich getäuscht. Allerdings hätte ich, wie wir alle, auf Corona verzichten können“, sagt Knippertz.

Die Pandemie ist zwar noch präsent, doch die Möglichkeit, dass Zuschauer wieder in die Bundesliga-Stadien und auch in den Borussia-Park kommen dürfen, ist ein sehr positives Signal. „Jeder einzelne Fan mehr Richtung 54.022 (die Kapazität des Gladbacher Stadion, Anm. d. Red.) ist toll“, sagt Knippertz. „Ich habe aber auch Verständnis für die, die sagen, alle oder keiner, und deswegen nicht kommen. Aber ich freue mich auf alle, die kommen, das wird super.“

Super, aber auch anders. Das Vor-Programm wird wie üblich eine Stunde vor dem Anpfiff des Union-Spiels beginnen, doch Knippertz wird diesmal nicht auf dem Spielfeld oder am Rand des Rasens aktiv sein, sondern von der Tribüne aus – natürlich mit Mund-Nasen-Schutz. „Das ist schon doof, weil ich viel lieber auf dem Platz wäre und das Grün schnuppern möchte. Mir fehlt es auch, den Fans ins Gesicht zu schauen, aber das ist auch ein Zeichen dafür, dass die Pandemie eben noch nicht vorbei ist, wie es manche schon mal zu glauben scheinen“, sagt Knippertz. Und auch beim Ablauf wird man feststellen, dass das Programm Corona noch angepasst werden muss. „Ich werde zwar wieder im Borussia-Park fragen: ‚Seid Ihr bereit?’, aber als Antwort werde ich kein ‚Ja’ wollen, sondern Applaus oder etwas Ähnliches. Das werde ich aber vorher noch im Stadion erklären“, sagt Knippertz.

Doch die Fans müssen nicht nur auf ihren lauten „Ja“-Ruf verzichten, sondern auch auf eine der beiden Vereins-Hymnen. „Die Seele brennt“ wird seit Beginn der vergangenen Saison unmittelbar vor dem Anpfiff einer Partie eingespielt, doch unter den aktuellen Voraussetzungen wird darauf verzichtet. „Bei diesem emotionalen Lied braucht man ein volles Stadion und viele singende Menschen mit Schals in ihren Händen“, sagt Knippertz. Immerhin soll aber „Die Elf vom Niederrhein“ im Vorfeld eingespielt werden.

Der Moderator hofft, dass möglichst schnell wieder die volle Kapazität des Borussia-Parks genutzt werden kann und die Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Mit seiner Rückkehr als Stadionsprecher und der von 10.000 Fans ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht. „Und wir alle wünschen uns, dass bald alles noch besser wird. Und ich mir persönlich, dass ich möglichst bald dann auch wieder auf den Rasen darf“, sagt „Knippi“.