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Kapitän droht langer Ausfall Omlins Schulter-Problem, Gladbachs Torwart-Dilemma

Mönchengladbach · Borussias Nummer eins Jonas Omlin hat schon länger Schulterprobleme. Nun wird eine Operation nötig, ein längerer Ausfall des Kapitäns wird die Folge sein. Für die Gladbacher gibt es mehrere Varianten, die Torwartsituation in Omlins Abwesenheit zu lösen.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Gerade erst hat ihn Trainer Gerardo Seoane zum Kapitän gemacht, nun fällt Borussias Nummer eins Jonas Omlin lange aus. Die Schulterprobleme des Schweizers halten an, schon länger stand nach Informationen unserer Redaktion eine Operation zur Debatte, nun kommt Omlin nicht mehr um den Eingriff herum und wird danach lange ausfallen.

Überraschend hatte Omlin am Mittwoch nicht im Aufgebot des Schweizer Nati-Trainers Murat Yakin gestanden für die EM-Qualifikationsspiele der Eidgenossen gegen Kosovo und Andorra. Nun ist der Grund bekannt. Immer wieder hatte Omlin in den vergangenen Monaten über Probleme in der Schulter geklagt, beim Testspiel gegen Montpellier (2:2) musste er zur Pause raus, nachdem er auf das Gelenk gefallen war. Dennoch stand Omlin in den ersten drei Pflichtspielen im Tor, erst beim DFB-Pokalspiel beim TuS Bersenbrück und dann in den Bundesliga-Spielen beim FC Augsburg (4:4) und gegen Bayer Leverkusen (0:3).

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Für Seoane ist Omlins Ausfall ein bitterer Rückschlag, ihm fällt damit ein wesentlicher Faktor seiner neu gebildeten Achse weg. Julian Weigl wird die Kapitänsbinde von Omlin übernehmen, am Samstag im Heimspiel gegen den FC Bayern München und danach. Entscheidender ist aber die Frage: Wie löst Gladbach das Torwart-Dilemma?

  • Option A Borussia setzt, gemäß der ausgerufenen Fohlen-Philosophie, auf den Nachwuchs. Die Eigengewächse Moritz Nicolas (25) und Jan Olschowsky (21) sind die Kandidaten. In der vergangenen Saison unter Daniel Farke war Olschowsky zur Nummer zwei aufgestiegen hinter Omlin, Seoane hat die Frage nach der Nummer zwei hingegen noch nicht klar beantwortet. Olschowsky fehlte jedoch im Trainingslager am Tegernsee wegen seiner Daumenverletzung. Er spielte zuletzt in der U23, Nicolas saß bei den Profis in allen drei Pflichtspielen auf der Bank. Nicolas dürfte daher im Moment erste Wahl sein, wenn Omlin fehlt.
  • Option B Seoane setzt auf die Erfahrung von Tobias Sippel (35), der Nummer drei. Das jedoch würde dem Ansatz, auf die Jugend setzen zu wollen, widersprechen. Daher ist das eine unwahrscheinliche Variante.
  • Option C Borussia holt per Leihe einen erfahrenen Ersatzmann. Erste Namen werden spekuliert: Ralf Fährmann (34, Schalke 04), Fabian Bredlow (28, VfB Stuttgart) und Ron-Robert Zieler (34, Hannover 96). In allen drei Fällen würde eine Leihe für eine Saison infrage kommen. Es gibt auch Torhüter, die derzeit ohne Vertrag sind und daher unabhängig vom Ende des Transferfensters realisierbar wären: Rune Jarstein (38), zuletzt Hertha BSC, und Timo Horn (30), zuletzt 1. FC Köln. Letzterer wäre eine allzu pikante Variante.

Wie Option B würde Option C, egal wer kommt, zeigen, dass die Gladbacher ihren Nachwuchskräften akut den Job im Tor nicht zutrauen. Daher dürfte auch diese Variante eher nicht infrage kommen.

Historie Schon einmal gab es in Gladbach ein kurzfristiges Torwart-Problem. 1982 hatte sich Trainer Jupp Heynckes für Uli Sude als Nummer eins entschieden, Kult-Keeper Wolfgang Kleff und der Finne Olavi Huttonen hatten den Verein verlassen, Uwe Kamps war gerade gekommen und erst 18 Jahre alt. Doch Sude brach sich acht Tage vor dem Saisonstart einen Finger. Da war die Frage: Kamps eine frühe Chance geben oder einen Torwart holen?

Borussia verpflichtete Paul Hesselbach, der bei Bayer Uerdingen ausgemustert worden war. Allerdings wurde der Torwart nur für wenige Monate geholt. Als Sude zurückkehrte, verließ Hesselbach nach acht Pflichtspiel-Einsätzen Gladbach am 30. September wieder. Als sich Sude erneut verletzte, kam die Zeit des jungen Kamps, der in seiner ersten Saison zwölf Spiele machte.

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