1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Tony Jantschke und Patrick Herrmann hatten Glück im Unglück

Verletzt raus, Chancen vergeben : Borussias Urgesteine hatten Glück im Unglück

Patrick Herrmann und Tony Jantschke standen gegen Fortuna erstmals in der Startelf, hatten aber unschöne Momente. Für beide war das Ende aber versöhnlich.

Es war ein Tag, der für Patrick Herrmann und Tony Jantschke eine feierliche Grundausstattung hatte. Beide standen erstmals unter Marco Rose in einem Pflichtspiel in der Startelf, für Herrmann war es sogar der 300. Einsatz in einem solchen. Der Trainer wollte nach dem herben 0:4 in der Europa League gegen den Wolfsberger AC offenbar auf ihre Gladbach-Erfahrung setzen, sie sind quasi die Ur-Borussen unter den Spielern: Jantschke ist seit 2006 im Klub, Herrmann kam zwei Jahre später an den Niederrhein. Trotz des Kostenpflichtiger Inhalt 2:1-Sieges gegen Fortuna Düsseldorf war es aber persönlich – abgesehen der Startelf-Premieren und des Jubiläums – eher ein Tag, der geprägt war von unglücklichen Momenten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war zunächst Jantschke der Unglücksrabe. Bei einem hohen Ball im eigenen Strafraum kollidierte der Gladbacher Verteidiger mit seinem Team-Kollegen Breel Embolo, der ihn mit dem Knie im Gesicht. Jantschke fiel zu Boden. Als Erstes eilten die gegnerischen Spieler von Fortuna Düsseldorf zu ihm und winkten die Gladbacher Mediziner herbei, dann Embolo, der sogleich anzeigte, dass der 29-Jährige ausgewechselt werden muss. Nico Elvedi kam für Jantschke in die Partie, immerhin konnte Sportdirektor Max Eberl hinterher aber eine Entwarnung geben: Die Verletzung scheint nicht so schlimm zu sein.

Schlimm für Herrmann wird gewesen sein, dass er in zwei Momenten verpasste, eine noch besondere Rolle beim 2:1-Erfolg gegen Fortuna einzunehmen. Nach einer tollen Flanke von Oscar Wendt schoss er aus wenigen Metern Fortuna-Keeper Zack Steffen an (54.), acht Minuten später vergab er aus aussichtsreicher Position per Kopf.

„Ich wollte ihn einfach links reinschieben, der Torwart hält ihn ganz gut, aber das ist keine Entschuldigung. Der muss rein“, sagte Herrmann über seine Chance der Kategorie „Hundertprozentige“. Dennoch ist es dem Team gelungen, erstmals nach elf sieglosen Spielen im Borussia-Park – am 26. Januar wurde der FC Augsburg 2:0 bezwungen – wieder einen Heim-Erfolg einzufahren. „Das war besonders wichtig, wir haben ja auch gelesen und mitbekommen, wie lange der letzte Sieg her war. Und ich denke, man hat gerade bei unserem Jubel nach dem 2:1 und nach dem Schlusspfiff gemerkt, was uns dieser Sieg heute bedeutet hat“, sagte Herrmann, der damals gegen Augsburg als Joker traf.

Dass es am Ende zu diesem Erfolg kam, bezeichnete der 28-Jährige als „verdient“. Er betonte aber auch, dass sich das Team nach dem frühen 0:1 durch Kasim Adams „schütteln musste. Gerade, weil wir wie gegen Wolfsberg schon wieder nach einer Standardsituation einen Treffer bekamen.“ Schon wieder ein Gegentor nach einem ruhenden Ball, die selbst liegengelassenen Chancen – es gab am Sonntag einige Ärgernisse für Herrmann.

  • Küsschen für den Doppeltorschützen: Alassane Plea
    Erster Borussia-Heimsieg seit Januar : Doppelpacker Thuram weist Heldenrolle von sich
  • Analyse zum 2:1-Sieg gegen Fortuna : Warum es noch keine Wiedergutmachung der Borussen war
  • Glück für Thuram, Sommer geblendet : So haben sich Borussias EM-Fahrer zurückgemeldet

„Aber da wir am Ende gewonnen haben, ist es für mich leichter, das zu akzeptieren“, sagte der Stürmer, der insgesamt eine durchaus couragierte Leistung zeigte und hofft, auch kommende Woche beim Auswärtsspiel gegen 1899 Hoffenheim eine Startelf-Option zu sein. Vor der Fortuna-Partie hatte Herrmann nur den Kurzeinsatz beim Derby in Köln (1:0) auf dem Pflichtspiel-Konto diese Saison.

Die Verletzung Jantschkes hat er nur aus der Ferne mitbekommen. „Ich habe es noch nicht gesehen, ich habe nicht die Fernsehbilder wie ihr“, sagte Herrmann zu den Journalisten. „Aber Tony ist ja einer, der sich in jeden Zweikampf reinwirft, da passiert sowas leider schonmal. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist.“ Glaubt man den ersten Einschätzungen, hatte Jantschke tatsächlich Glück im Unglück. Genau wie Herrmann, der trotz der persönlichen Misserfolge den Sieg der Mannschaft feiern durfte. So gab es am Ende zwar einzelne unglückliche Ur-Borussen, aber eine glückliche Gesamt-Borussia.