Borussia Mönchengladbach: Tobias Sippel ärgert sich über unnötige Niederlage

Borussias Kaltstarter Sippel: "Man sitzt ja nicht wie ein Dauerkarteninhaber auf der Bank"

In Frankfurt kam Tobias Sippel für den angeschlagenen Yann Sommer ins Spiel. Für ihn war es ein Kaltstart. Ob er auch am kommenden Wochenende im Borussia-Tor aushelfen muss, ist noch offen.

Yann Sommer spürte die Leiste. Borussias Torhüter versuchte es noch, doch es ging nicht. "Yann konnte keine langen Bälle mehr spielen", erklärte Trainer Dieter Hecking nach dem 0:2 der Borussen bei Eintracht Frankfurt. "Unserem Athletiktrainer ist aufgefallen, dass Yann Probleme hat. Ich sollte mich dann schon mal aufwärmen und habe dabei versucht, Blickkontakt zu Yann aufzubauen. Er hat dann erst ein Zeichen gegeben, dass alles okay sei. Ich habe mich daraufhin erst einmal wieder auf die Bank gesetzt. Kurz darauf kam aber doch das Signal, dass er ausgewechselt werden muss", berichtete Tobias Sippel, der schließlich ab der 17. Minute im Tor stand.

Zum dritten Mal in dieser Saison stand der 29-Jährige im Gladbacher Gehäuse, somit hat er in dieser Spielzeit ebenso viele Einsätze wie in den beiden vorangegangenen Spielzeiten zusammen. Er hatte beim 2:0 gegen Stuttgart in der Hinrunde gespielt, dann beim 1:6 in Dortmund. Und nun gab es mit Sippel das 0:2 in Frankfurt. Den Torhüter indes traf daran keine Schuld. "Es ist immer ärgerlich, wenn man den Torwart wechseln muss. Aber Tobias Sippel hat es gut gemacht", sagte Trainer Dieter Hecking.

Bei seinen ersten vier Einsätzen – im Oktober 2015 gegen Wolfsburg (2:0), dann im Mai 2016 in Darmstadt (2:0), im Pokalspiel in Drochtersen im August 2016 (1:0) und schließlich im September 2017 gegen Stuttgart (2:0) – blieb Sippel ohne Gegentor. Dann kam das 1:6 in Dortmund und der Nimbus des "Zu-Null-Sippel" war dahin. Kevin-Prince Boateng (43.) und Luka Jovic (90. +2) brachten den Ball an Sippel vorbei, es waren seine Gegentore sieben und acht als Borusse. Kurios: Ein 2:0 gab es in vier der sechs Sippel-Spielen, zum ersten Mal jedoch siegte der Gegner mit diesem Resultat.

Dass er quasi kalt ins Spiel musste, war kein Problem für Sippel. "Es ist ja nicht so, dass man sich wie ein Dauerkarteninhaber auf die Bank setzt und sich in Ruhe das Spiel anguckt. Man ist als Torhüter immer darauf fokussiert, dass etwas passieren kann und man kurzfristig hereinkommt. Deswegen bin ich ja auch hier. Ich bin auf so einen Fall vorbereitet", sagte Sippel.

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Mit seiner Darbietung im sechsten Spiel für Gladbach war er zufrieden. "Dafür, dass ich so lange nicht gespielt habe, war es okay. Es gibt aber immer Luft nach oben. Trotzdem denke ich, dass die Jungs wieder gemerkt haben, dass sie sich auf mich verlassen können. Grundsätzlich ist es immer schön, mal wieder zu spielen, auch wenn das Spiel verloren geht", sagte Sippel.

Die Art, wie das Spiel verloren ging, ärgerte Sippel. "Es kam wieder alles Mögliche zusammen. Der Schiedsrichter, die Lattenschüsse, ungenutzte Chancen – dann verliert man so ein Spiel. Aber ich denke, wir waren besser als Frankfurt und hätten es eigentlich verdient, mindestens einen Punkt verdient gehabt. Aber dafür muss man eben auch die Tore machen", sagte Sippel. Das wiederrum ist nun mal nicht sein Job, weswegen er, auch, weil Frankfurt nur wenige Chancen hatte, nicht viel ändern konnte an der unschönen Geschichte des Abends. Es war kein Torwartspiel.

"Es ist halt im Moment so bei uns, dass wir manchmal in den entscheidenden Situationen einen Schritt zu spät kommen", sagte Sippel. Beim 0:1 prallte er mit Oscar Wendt zusammen, der daraufhin wegen einer Risswunde am Oberschenkel raus musste. "Es tut mir natürlich leid, dass ich Oscar auch noch verletzt habe. So hatten wir zur Halbzeit schon zwei Wechsel verloren, das hat Frankfurt auch ein bisschen in die Karten gespielt. Aber ich denke, im Großen und Ganzen haben wir es im zweiten Durchgang dennoch ganz ordentlich gelöst. Wir haben uns nur nicht für den Aufwand belohnt.", sagte Sippel.

Ob es am Samstag (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig für ihn den siebten Einsatz gibt, hängt von Yann Sommers Leiste ab. "Vielleicht war die Auswechslung nur eine Vorsichtsmaßnahme, damit es nicht noch schlimmer wird. Wir müssen jetzt in den nächsten Tagen schauen, wie sich die Sache entwickelt", sagte Sippel. Sollte er gegen Leipzig spielen, werden die Borussen hoffen, dass er seine makellose Heimbilanz fortsetzt. Zwei Spiele gab es mit Sippel im Borussia-Park, beide wurden 2:0 gewonnen.

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(kk)