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Borussia Mönchengladbach - Tickets gegen SC Freiburg gehen nicht weg

Deutlich weniger als 15.000 gegen Freiburg : Borussias Fans begründen Zurückhaltung beim Ticket-Kauf

Die Kapazität im Borussia-Park ist deutlich reduziert worden. Zudem gilt erstmals 2G. Trotzdem wird Gladbach gegen Freiburg vor weit weniger als 15.000 Zuschauern spielen. Wir haben die Fans gefragt, wie sie ihre Entscheidung für oder gegen einen Stadionbesuch getroffen haben.

48.500, 42.361 und 38.621 – so viele Zuschauer kamen jeweils zu Borussias vergangenen Heimspielen gegen den FC Bayern München (5:0), den VfL Bochum (2:1) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (4:0). Am Sonntag, wenn Gladbach zu Hause den SC Freiburg empfängt, werden nicht annähernd die erlaubten 15.000 Fans dabei sein.

Denn keine 24 Stunden vor dem Anpfiff ließ sich bereits prognostizieren, dass der Borussia-Park am Sonntagabend längst nicht ausverkauft sein wird. Noch gibt es Karten in allen Bereichen, sogar im Unterrang der Nordkurve, wo der Verein Sitzplätze für 15 Euro anbietet. Rund 8000 Tickets sollen bislang verkauft worden sein, unter der Woche hatte Borussia etwa 35.000 Karten stornieren müssen. Im Stadion wären also ohnehin zahlreiche Plätze leer geblieben. Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern sind aufgrund der hohen Inzidenzen in der vierten Welle der Corona-Pandemie nur noch maximal 15.000 Zuschauer erlaubt.

„Wir müssen uns mit den Vorgaben arrangieren. Es ist für alle eine Situation, mit der wir unglücklich sind. Wir müssen da gemeinsam durch. Wenn es uns erlaubt wird, dass wir 15.000 zulassen können, dann sind wir froh. Aber wir haben oft genug gesagt, dass ein voller Borussia-Park eine ganz andere Kraft ausstrahlt“, sagte Manager Max Eberl am Freitag.

Doch allein die 15.000er-Grenze zu erreichen, fällt Borussia eine Woche nach der 1:4-Derbyniederlage beim 1. FC Köln schwer. Zahlreiche Fans, die vorher eine Karte hatten, wollen nun nicht mehr dabei sein. Das missratene Derby ist natürlich nicht der dominierende Grund für die Gladbach-Anhänger, auf einen Stadionbesuch zu verzichten. Für zahlreiche der 30.000 Dauerkarten-Inhaber dürfte auch das Schachbrettmuster auf den Rängen ein Anlass sein, zu Hause zu bleiben, denn so können sie nicht auf ihrem Stammplatz sitzen oder stehen. Die späte Anstoßzeit, das nasskalte Wetter, die Maskenpflicht am Platz und vor allen der Wille, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, waren bei unserer Umfrage weitere Gründe für Fans, das Spiel höchstens vor dem Fernseher zu verfolgen.

„Es ist von allem ein bisschen“, schreibt uns Alex C. auf Facebook. Weitere Gladbach-Fans betonen, dass die fehlenden Stehplätze für sie der Grund seien, nicht ins Stadion zu gehen. Der Twitter-User @hr_markus schreibt, dass aus seiner Sicht seitens Borussia zu wenig getan worden sei, um die Maskenpflicht abseits der Plätze durchzusetzen. „An die Vernunft und Eigenverantwortung zu appellieren reicht nicht aus“, sagt er. Dem schließen sich weitere Borussen-Anhänger an. „Selbst bei nur 15.000 Zuschauenden ist immer Betrieb in den schlecht belüfteten Sanitärräumen, in denen sich nur eine Minderheit der Besucher an die Maskenpflicht hält“, sagt @Catsche12.

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„Ein Gefühl, dass es sich falsch anfühlt, hält uns von einem Stadionbesuch ab“, betont @41179MG. „Eigenverantwortung“, antwortet @k_austmeyer, „3G-Kontrollen waren zuletzt Makulatur. Kurzer Blick auf das Handy, nicht Mal den Personalausweis kontrolliert und zack Bändchen drum. Dazu dann noch überfüllte Toiletten, Gedränge an den Ständen und viele ohne Maske. Die Anstoßzeit tut ihr übriges.“

Einer, der sich dazu entschlossen hat, am Sonntag vor Ort zu sein, ist @TheKrtn. Er schreibt: „Habe mich dafür entschieden, weil ich es mit der Kapazitätsbeschränkung für sicherer als vorher halte und weil selbst 5000 Zuschauer viel besser sind als Geisterspiele.“ Ähnlich sieht es @Briggs_vanDalie. „Ich habe mich mit Zugangsbeschränkung im Stadion immer sicher gefühlt, die Disziplin war klasse. Also geh ich morgen und geb mein Bestes für meinen Verein“, sagt sie. Auf Facebook schreibt Carola L.: „Man muss einfach hin und die Jungs anfeuern.“

Das sehen offenbar aber längst nicht alle so. Dass das verlorene Derby vom vergangenen Wochenende noch seine Spuren hinterlassen hat, zeigt der deutliche Kommentar von @jimminho21, der schreibt: „Mein Wille, nach letzter Woche wieder die Jungs zu unterstützen in der Kälte ist genau so groß wie der Wille der Mannschaft, in Köln zu gewinnen - nämlich nicht vorhanden.“

Doch nicht nur die geringere Unterstützung wird Borussia am Sonntag schmerzen, auch finanziell trifft die Zuschauer-Reduzierung den Klub. „Wir müssen wieder mit Einbußen rechnen, zu den genauen Zahlen kann ich noch nichts sagen“, sagte Eberl.

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