Borussia Mönchengladbach: Thorgan Hazard war von Schalke 04 nicht zu stoppen

Faktencheck nach dem dritten Gladbach-Sieg in Serie: Hazard war von Schalke nicht zu stoppen

Der Belgier spielte eine herausragende zweite Halbzeit und hatte so großen Anteil am auch durch die Zahlen belegbaren verdienten Erfolg. Die Tore erzielten zwei Joker, nicht das erste Mal in dieser Saison.

Alle drei Rückrundenpartien hat Borussia gewonnen, blieb dabei jedes Mal ohne Tor. Schon vor der Winterpause hatten es die Gladbacher gegen Stuttgart (3:0), in Hoffenheim (0:0) und gegen Nürnberg (2:0) geschafft, dreimal in Folge ohne Gegentreffer zu bleiben, auch eine Siegesserie über drei Spiele ist ihnen bereits gelungen, als im November Düsseldorf (3:0), Bremen (3:1) und Hannover (4:1) bezwungen wurden. Die aktuelle Serie vereint erstmals beides und das bei einem „brutalen Auftaktprogramm“, wie es Kapitän Lars Stindl nannte, mit den Auswärtsspielen in Leverkusen (1:0) und auf Schalke (2:0) sowie dem für Borussia traditionell unangenehmen Spiel gegen Augsburg (2:0).

Der überragende Mann war dabei erneut Thorgan Hazard. Der Belgier bereitete beide Treffer vor und blühte in der zweiten Halbzeit so richtig auf, war von den Schalkern nur noch durch Fouls zu stoppen. In Sachen Assists schloss Hazard damit zu Florian Neuhaus auf, beide sind mit acht Torvorlagen die erfolgreichsten Gladbacher in dieser Hinsicht. Noch beeindruckender als diese beiden entscheidenden Szenen ist jedoch eine andere Statistik: 71 Prozent seiner Zweikämpfe konnte Hazard auf Schalke für sich entscheiden. Ein alles andere als selbstverständlicher Wert für einen Offensivspieler. Mit seinen Dribblings war der Außenspieler immer wieder erfolgreich und sorgte für Gefahr. Dass er derjenige war, der von Schalke-Keeper Alexander Nübel rotwürdig bei einer Notbremse gefoult wurde, ist ein weiterer Beleg für seine dauerhafte Präsenz.

Grundsätzlich sprachen in diesem Spiel alle wesentlichen Statistiken für die Gladbacher. Sie hatten bei den Torschüssen mit 16:10 die Nase vorn, sie liefen vier Kilometer mehr (Borussia 111,88, Schalke 107,79), hatten mit 89 Prozent die bessere Passquote als der Gegner, der 83 Prozent der Zuspiele an den Mann brachte. Das Team von Dieter Hecking hatte außerdem 62 Prozent Ballbesitz, gewann 57 Prozent der Zweikämpfe und lag in der Eckenstatistik mit 6:1 vorn. Mit der Roten Karte ist dies teilweise zu erklären, doch die Dominanz der Borussen, die durch den Sieg die Bayern als Tabellenzweiten abgelöst haben, war schon zuvor offensichtlich.

Wer dabei jedoch keine gute Figur abgab, war Alassane Plea. Er gab nur einen Torschuss ab und 65 Prozent seiner Pässe fanden einen Mitspieler. Der Franzose glänzt in dieser Rückrunde bislang nur sehr selten. In Leverkusen spielte er schwach, erzielte jedoch den entscheidenden Treffer, seinen Job hat er da also erfüllt. Gegen Augsburg vergab er zwei sehr gute Chancen kläglich und nun eine erneut ausbaufähige Leistung.

Doch auch wenn der Top-Torjäger mal nicht in seiner besten Form ist, kann sich Borussia darauf verlassen, dass andere in die Bresche springen. Gegen Schalke waren es mit Christoph Kramer und Florian Neuhaus zwei eingewechselte Spieler, die den Sieg unter Dach und Fach brachten. Die Gladbacher haben in dieser Saison bereits neun Jokertore erzielt. Nur der BVB, bei dem Paco Alcacer zehn seiner zwölf Tore von der Bank kommend erzielte, liegt mit 14 Treffern vor den Borussen. Hecking hat also nicht nur eine starke Startelf, sondern sehr gute Alternativen. Da ist es wenig verwunderlich, dass er in dieser Saison all seine 60 Einwechselmöglichkeiten nutzte.

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