Borussia Mönchengladbach: Thorgan Hazard trotz Chancenwucher vorne

Borussias Scorerliste: Hazard hat trotz Chancenwucher die Nase vorne

Borussias Ungewissheit nach der Hälfte der Hinrunde, wohin die Reise geht, ist eng mit dem Namen Thorgan Hazard verknüpft. Einerseits ist der Belgier mit drei Toren und fünf Vorlagen Gladbachs Topscorer der ersten elf Pflichtspiele. Andererseits ist ihm erst bei Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal sein erster Treffer aus dem Spiel heraus gelungen.

Hazard gehört zu den Bundesliga-Profis, die die meisten Möglichkeiten vergeben haben, zwei Tore mehr wären laut Statistik bei ihm erwartbar. "Wir sind immer sehr schnell mit Kritik, die zum Teil berechtigt ist und zum Teil unberechtigt", sagte sein Trainer Dieter Hecking nach dem 1:0 am Dienstag. "Thorgan ist ein exzellenter Stürmer, der immer einen Riesenaufwand betreibt und irgendwann belohnt er sich zwangsläufig dafür. Gott sei Dank ist ihm das jetzt gelungen."

Die Wann-Platz-der-Knoten-Frage begleitet Hazard mehr oder minder intensiv, seit er vor mehr als drei Jahren vom FC Chelsea kam. Im Dezember 2014 schoss er sein erstes Bundesligator, das zweite ließ er erst im März 2016 folgen. Dann lief es bis in den Herbst hinein bestens, in die Saison 2016/17 startete Hazard mit sieben Toren in elf Pflichtspielen — bis ihm Verletzungen aus dem Rhythmus brachten. Nun ist der 24-Jährige seit Monaten körperlich beschwerdefrei, aber die Chancenverwertung bereitet ihm Probleme.

Beim 2:2 in Augsburg traf Hazard beim Stand von 2:1 für Borussia den Pfosten, beim 1:6 in Dortmund hätte er Borussia in Führung bringen und später für den Anschluss zum 1:2 sorgen können, beim 1:5 gegen Leverkusen verpasste er es, dem Gegner mit dem 2:0 einen vorentscheidenden Treffer zu verpassen — das "Eisvogel"-Lob nach seinem Last-Minute-Elfmetertor beim 2:1 gegen Hannover war arg situationsbedingt. Mit seiner Bilanz steht Hazard stellvertretend für den Rest der Mannschaft, der anzukreiden ist, dass ihr vor dem Tor oft die letzten Konsequenz fehlt.

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Mit acht Scorerpunkten in allen Wettbewerben (drei Tore/fünf Assists) liegt Hazard vor Lars Stindl (drei/zwei) und Raffael (zwei/zwei). Auf das Konto des Offensivtrios gehen 17 von 32 Scorerpunkten in dieser Saison, bei zwölf von 16 Toren hatte mindestens einer seine Füße im Spiel. Es geht noch mehr, doch gleichzeitig kann Borussia zufrieden sein, wie sich der Rest des Teams bei der Torproduktion einbringt. So sieht die Bilanz nach Mannschaftsteilen aus:

Ohne die Treffer aus der Defensive hätte Borussia fünf Punkte weniger, Nico Elvedi und Oscar Wendt erzielten ihre beiden jeweils in Mittelstürmer-Manier. Von ihrer Coolness in entscheidenden Situationen gegen Köln und Augsburg könnten sich die Sturmkollegen noch etwas abschauen. Am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) haben Hazard, Stindl und Raffael in Hoffenheim die nächste Chance, die Wann-platzt-der-Knoten-Frage mit "Jetzt!" zu beantworten.

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(jaso)