Borussia Mönchengladbach: Thorgan Hazard trifft endlich

Belgier traf für Borussia : Thorgan Hazard - sein Tor entschied das Derby

Thorgan Hazard hat in den vergangenen Wochen viele Chancen ausgelassen. Nun machte er im Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach das Siegtor für die Gäste.

Thorgan Hazard brachte etwas mit, als er das Spielfeld in Düsseldorf verließ: Die Trophäe für den Spieler des Tages. Dass es dazu kam, war nicht überraschend, schließlich war der Borusse der einzige Torschütze im DFB-Pokalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia. "Endlich, endlich, endlich", sagte Hazard und atmete damit verbal regelrecht durch. Es war sein erster Treffer aus dem Spiel heraus in dieser Saison. Zuvor hatte er nur zwei Elfmeter verwandelt, einen in Leipzig und dann den in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg gegen Hannover. Und nun das wichtige 1:0 in Düsseldorf, in diesem engen Spiel beim Zweitliga-Tabellenführer, einem unangenehmen Gegner, der Borussias fußballerische Qualitäten mit seiner Kampfkraft weitgehend egalisierte.

Trainer Dieter Hecking hatte seine Mannschaft umgebaut. 206 Tage warenam Dienstag vergangen, seit Tony Jantschke zuletzt gespielt hatte. Damals, am 1. April beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt, war das, seither war er lange im Krankenstand und zuletzt in der Warteschleife. Hecking hatte seine Abwehrreihe gefunden. Doch nach dem 1:5 gegen Leverkusen am Samstag wollte der Trainer Veränderungen, mehr Stabilität. Ein Fall für Jantschke, den zuverlässigen Routinier. Er stand am Dienstag zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf - "es tat natürlich gut, ", sagte er. Jantschke spielte hinten rechts, dafür rückte Nico Elvedi nach innen und Jannik Vestergaard blieb draußen. Ibo Traoré kam für Fabian Johnson ins Team.

Hecking hatte also auf die Pleite gegen Leverkusen reagiert - nun war sein Team gefragt. Nicht nur wegen des Einzugs in Runde drei. Auch für das Selbstverständnis und schließlich fürs Gemüt. Borussia wollte die Favoritenrolle annehmen. Insbesondere Hazard war anzumerken, dass er etwas bewegen wollte. Er produzierte die meisten Torschüsse (drei) und Flanken (zwei) aller Borussen. Und dann die 53. Minute: Sein Schuss aus zehn Meter wurde noch abgefälscht und war daher nicht zu halten für Raphael Wolf im Fortuna-Tor, von dessen Oberschenkel der Ball ins Netz prallte. "Es war nicht mein schönstes Tor, aber es war sehr wichtig, wir sind dadurch in die dritte Runde gekommen", sagte Hazard.

Hecking hatte Vertrauen in den Bruder des Superstars Eden Hazard vom FC Chelsea. "Toto wird seine Tore machen, da bin ich mir sicher", hatte Hecking am Montag gesagt, und hinzugefügt: "Am besten schon morgen in Düsseldorf." Voilà, Hazard tat, wie ihm geheißen. "Toto investiert immer sehr viel, nun hat er sich dafür belohnt. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, und ich freue mich, dass er jetzt getroffen hat", sagte Hecking.

Doch Hazard wusste indes, dass sein Weg zum Pokalhelden trotz der Führung weiter steinig sein würde. Denn das 1:0 war hart erarbeitet und allenfalls ansatzweise verdient. Denn Fortuna machte die individuelle Klasse der Borussen durch Kampfkraft wett. Fast hätte Jantschke da eine tragische Rolle gespielt - doch den von ihm verursachten Elfmeter schoss Niko Gießelmann, den Jantschke zuvor gefoult hatte, an den Pfosten. Yann Sommer war zwar in der richtigen Ecke, musste aber nicht mehr an den Ball. "Das habe ich nicht gut gemacht in der Situation, ich darf da nicht so hingehen. Zum Glück geht der Ball nicht rein", sagte Jantschke.

Das Glück der Borussen in dieser Szene besiegelte die Geschichte, in der Hazard der Mann des Tages war. Das dürfte Balsam für seine zuletzt so unbefriedigte Stürmerseele gewesen sein. Nichts ist für Stürmer, die an einer Torflaute leiden, eine bessere Medizin als Tore. Für Hazard war das Pokalspiel somit eine heilsame Angelegenheit. Und für den Rest des Teams gleich mit. "Ich bin froh, dass ich dem Team helfen konnte", sagte Hazard.

(kk)
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