Borussia Mönchengladbach: Thorgan Hazard könnte die Torkrise stoppen

Zwei Offensiv-Baustellen : Warum Hazard nun Borussias Problemlöser sein könnte

Thorgan Hazard könnte beim Spiel in Stuttgart als Stürmer auflaufen, um mehr Tempo und Torgefahr zu entwickeln. Trainer Dieter Hecking hofft auf ein Erfolgserlebnis seines vielleicht besten Spielers.

Es gibt derzeit Probleme im Offensivspiel der Borussen. Speziell in der vergangenen Partie gegen RB Leipzig (1:2) war das fehlende Tempo eines. Trainer Dieter Hecking monierte dies, stellte am Donnerstag jedoch klar: „Das wurde mir im Anschluss zu hoch gehängt. Das war einzig auf dieses Spiel bezogen, weil es da offensichtlich war.“ Doch die Geschwindigkeit ist nicht das einzige, was den Gladbachern derzeit vorne fehlt, auch die Kaltschnäuzigkeit lässt zu wünschen übrig. Erst 13 Tore erzielte das Team in den 13 Rückrundenpartien, eine Quote, die dem Champions-League-Ziel nicht entspricht. „Das ist insgesamt sehr ausbaufähig“, sagt Hecking.

Ein Spieler, der beide Baustellen am Wochenende schließen könnte, ist Thorgan Hazard. Raffael, bislang die zweite Spitze im 3-5-2-System neben Alassane Plea, wird aufgrund einer Zerrung in der Wade am Samstag in Stuttgart (18.30 Uhr) fehlen. Seinen Posten könnte Hazard übernehmen, der in den vergangenen drei Partien die linke Außenbahn beackerte und sich wieder in guter Form präsentierte. „Ob er in Stuttgart als zweite Spitze aufläuft, lasse ich komplett offen“, sagt Hecking. „Es kann sein, dass er im Sturm spielt, aber auch, dass er wieder hinten links spielt.“

In jedem Fall ist Hazard der Schlüsselspieler im Endspurt. „Wir wünschen uns, dass er in den letzten Spielen wieder trifft. Wir brauchen seine Torgefahr“, sagt Hecking. In diesem Kalenderjahr ist der Belgier noch gänzlich ohne Treffer, insgesamt ist er 1143 Minuten in der Bundesliga torlos. „Daran unsere ausbaufähige Torausbeute festzumachen, ist mir jedoch zu billig“, sagt Hecking. „Sowas gibt es immer mal bei Stürmern, erklären kann ich es aber auch in diesem Fall nicht. Entscheidend ist, dass er wieder in gefährliche Situationen kommt, das ist ihm zuletzt gelungen.“ Als zweiter Stürmer hätte er dazu jedoch wohl noch häufiger die Gelegenheit.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Hazard derjenige sein wird, der die Raffael-Rolle im Sturm einnehmen wird und so auch wieder mehr Tempo, aber auch Flexibilität ins borussische Offensivspiel bringen soll. Seine Position auf der linken Seite dürfte Oscar Wendt in diesem Fall übernehmen, der dies schon in der Schlussphase gegen Leipzig machte.

Nun wird es jedoch so sein, dass Hazard wohl nur noch in den letzten vier Spielen dieser Saison die große Offensiv-Hoffnung der Borussen sein wird. Nachdem er seinen 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte, wird er im Sommer wechseln, vielleicht zu Borussia Dortmund, vielleicht aber auch zum FC Liverpool. Für seine Nachfolge gibt es in Ihlas Bebou nun einen neuen Kandidaten. Der „Sportbuzzer“ vermeldete den Transfer des Außenstürmers bereits als perfekt, was Sportdirektor Max Eberl als „totaler Quatsch“ bezeichnete, ein loses Interesse am 25-Jährigen soll jedoch bestehen. Zumal Bebou bezahlbar wäre, da er nach Information unserer Redaktion im Falle eines (sehr wahrscheinlichen) Abstiegs seines aktuellen Klubs Hannover 96 dank einer Ausstiegsklausel für zehn Millionen wechseln kann. Ob Borussia da zuschlägt?

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