Borussia Mönchengladbach: Thorgan Hazard hat Verständnis für seine frühe Auswechslung durch Dieter Hecking

Borussias Hazard nach Blitz-Auswechslung : „Wer nicht gut ist, muss raus“

Beim 1:3 bei Fortuna Düsseldorf musste Thorgan Hazard nach 41 Minuten raus. Darüber war der Borussia-Star natürlich sauer, für ihn war die Entscheidung dennoch nachvollziehbar.

Wenn es im Sommer zu einem Abschied von Thorgan Hazard bei Borussia kommen wird, werden Menschen an diesen Moment zurückdenken. Bei der 1:3-Pleite in Düsseldorf wechselte Trainer Dieter Hecking den belgischen Ausnahmespieler bereits nach 41 Minuten aus. Die Höchststrafe für einen Bundesliga-Profi. „Nach so einer ersten Halbzeit hätte es jeden treffen können“, erklärte Hecking hinterher. Er machte aber auch klar, dass Hazard nicht das Bauernopfer war. „Bei Thorgan hat mich eine Sache geärgert, die ich aber intern mit ihm besprechen werde. Das ist nichts für die Öffentlichkeit. Aber deswegen war die Auswechslung für mich dringend erforderlich“, sagte Hecking.

Ausgerechnet Hazard. Der wohl wichtigste Spieler für Borussia, in Topform der vielleicht beste im Kader, laut transfermarkt.de mit einem Marktwert von 45 Millionen Euro zumindest der wertvollste. Ein größeres Zeichen konnte Hecking an dem Tag gar nicht senden. Im exklusiven Gespräch mit unserer Redaktion äußerte sich Hazard nach dem Auftritt in Düsseldorf. „Natürlich ist man sauer, wenn man vor der Halbzeit ausgewechselt wird. Aber ich war nicht gut im Spiel und wenn ich nicht gut bin, hat der Trainer auch das Recht mich auszuwechseln. Er entscheidet. Es gibt kein Problem für mich. Wer nicht gut ist, muss raus. So einfach ist das“, sagte der belgische Nationalspieler, der sich bei den „Roten Teufeln“ jüngst einen Stammplatz erkämpft hatte.

Nach der Saison will Hazard entscheiden, ob er seinen Vertrag bei Borussia verlängern oder eine neue Herausforderung bei einem anderen Klub suchen will. Solche Vorkomnisse wie in Düsseldorf sollen dabei keine Rolle spielen. „Die Situation hat sich nicht verändert. Ich konzentriere mich voll auf die letzten sieben Spiele in dieser Saison und danach entscheide ich mich. Wir haben ein großes Ziel in dieser Saison, das ist Europa, und darauf bleibe ich fokussiert“, sagt Hazard.

In den vergangenen Wochen präsentierte sich der 26-Jährige nicht in der Form der Hinrunde. Viele vermuten, seine offene Zukunftsentscheidung spiele eine Rolle dabei. „Förderlich ist das sicher nicht“, sagte auch Sportdirektor Max Eberl nach der Partie bei Fortuna. „Das ist aber nicht so“, beteuert Hazard. „Meine Konzentration liegt voll auf Borussia und jetzt auf dem nächsten Spiel gegen Bremen. Wir müssen schauen, dass wir da gewinnen. Ich gebe nach wie vor alles, wenn ich auf dem Platz bin und daran wird sich nichts ändern. Manchmal ist es leider so, dass man nicht so gut ist und dann ist man wieder besser. So ist es im Fußball, man kann nicht immer die gleiche Leistung abrufen.“

Seit dem 16. Spieltag, dem 2:0 gegen Nürnberg am 18. Dezember 2018 ist Hazard ohne Tor. „Natürlich wird darüber viel gesprochen, wie lange ich nicht mehr getroffen habe, das ärgert mich auch. Und ich will so schnell wie möglich wieder ein Tor machen, damit das Thema auch wieder okay ist. Ich habe aber auch einige Treffer vorbereitet, was genauso viel wert ist“, sagt der Belgier.

In Düsseldorf war er weit von einem Tor entfernt. Ihn ärgerte aber nicht nur seine eigene Leistung, sondern vor allem die wiederholten Nachlässigkeiten in der Anfangsphase der Partie. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir in dieser Saison in den ersten Minuten Tore kassieren. Damit machen wir uns das Leben schwer. Wir haben dann zwar versucht, eine Reaktion zu zeigen, aber es war zu spät“, sagt Hazard. „Fortuna ist eine sehr starke Kontermannschaft, gerade mit dem schnellen Benito Raman. Sie haben das gut gemacht, sehr stark verteidigt und wir hatten es sehr schwer. Aber wir müssen es jetzt gegen Bremen besser machen und gewinnen, damit wir unser Europa-Ziel am Ende erreichen. Dafür müssen wir diese frühen Gegentore aber abstellen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Thorgan Hazard