Borussia Mönchengladbach: Team von Marco Rose kann auch FC Bayern schlagen

Kommentar nach dem 4:2 gegen Freiburg : In der Heim-Form kann Borussia auch die Bayern schlagen

Beim 4:2 gegen Freiburg zeigt Borussia nicht nur das nächste Spektakel, sondern holt auch den sechsten Heimsieg in Folge. Und obwohl Bayern München der nächste Gegner ist, könnte diese Serie in der Form weitergehen.

Sechs Spiele, sechs Siege, 20:8 Tore – der Borussia-Park ist in den vergangenen Wochen nicht nur der Austragungsort fußballerischer Spektakel, sondern wieder zur Gladbach-Festung geworden. Mit einem 2:1 gegen Düsseldorf begann am 22. September diese – auch wegen des Torreichtums und der Unterhaltsamkeit der Spiele – tolle Heimserie der Borussen und nach dem jetzigen 4:2 gegen den SC Freiburg soll am nächsten Samstag der Höhepunkt folgen. Dann ist der FC Bayern München zu Gast im Borussia-Park, und das Team, das dann der Gastgeber sein wird, wird auch den Rekordmeister knacken können – wenn die tolle Heimform der vergangenen Wochen untermauert wird.

Die Gladbacher haben wieder ein Selbstverständnis im eigenen Stadion, das sehr an die Phase zwischen Ende der Saison 2017/18 bis Frühling dieses Jahres erinnert, als das Team damals noch unter Dieter Hecking den Heimrekord des Klubs von zwölf Siegen in Folge egalisierte. Gerade offensiv läuft es dabei gerade sehr gut, wie das Spiel gegen Freiburg eindrucksvoll zeigte.

Am Ende musste man nämlich sagen, dass Borussia „nur“ vier Tore erzielt hatte. Denn die Gladbacher hatten noch eine Vielzahl an tollen Chancen. Breel Embolo schoss einen Elfmeter an den Pfosten, Marcus Thuram traf Aluminium, Jonas Hofmann vergab zweimal freistehend aus kurzer Entfernung, Patrick Herrmann ebenfalls. Niemand hätte sich bei den Breisgauern beschweren dürfen, wenn sie die Partie deutlicher verloren hätten.

Das lag aber nicht an der Schwäche des SCF, sondern an der Stärke des Teams von Marco Rose. Freiburg war der gewohnt unangenehme Gegner, laufstark, bissig, immer gefährlich. Aber Borussia zeigte an diesem kalten Sonntagnachmittag viele Facetten ihrer Klasse. Das Innenverteidiger-Duo ergänzte sich gut, Tony Jantschke als häufig grätschender Kämpfer, Nico Elvedi war der feine Passspieler und Abläufer. Ramy Bensebaini fühlt sich offenbar immer wohler in Gladbach, hatte viele entscheidende Momente, und Florian Neuhaus zeigte sein vielleicht bestes Spiel in dieser Saison. Und dann war da ja noch die groß aufspielende Offensiv-Abteilung der Borussen.

Schon in der 3. Minute traf Thuram, der in der ersten Halbzeit gar nicht zu bremsen war. Die Kombination aus Schnelligkeit, Technik und Körperlichkeit brachte Freiburg wie viele andere Gegner schon zur Verzweiflung. In der zweiten Halbzeit trumpften dann Embolo und Herrmann groß auf. Da fiel gar nicht auf, dass mit Alassane Plea der eigentliche Stürmer Nummer eins diesmal nur auf der Bank saß – weil die Alternativen mittlerweile genauso gut sind.

Diese Offensive wird auch den großen FC Bayern ins Grübeln bringen. Es wird kein Spiel wie sonst, in dem der Rekordmeister alleine mit seiner Leistung entscheiden wird, ob er den Sieg einfahren wird. Viel wird auch an Gladbach liegen, funktioniert die Offensive weiter so gut und schafft das Team, die Heim-Leistungen der vergangenen Wochen zu bestätigen, ist für Borussia alles möglich. Selbst wenn die Bayern gut spielen.

Die stehen übrigens unter Druck. Vier Punkte hat Borussia Vorsprung auf München. Eine Niederlage können sich die Bayern also eigentlich nicht erlauben. Dass sie passiert ist aber alles andere als unwahrscheinlich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - SC Freiburg: die Fohlen in der Einzelkritik