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Borussia Mönchengladbach: Tauziehen um Max Eberl hat begonnen

Borussia Mönchengladbach : Tauziehen um Eberl hat begonnen

Wechselt Borussias Sportdirektor Max Eberl zum FC Bayern? Die Vereinsoffiziellen befeuern die Debatte. Rainer Bonhof wünscht sich zeitnah Klarheit.

Max Eberl tauchte am frühen Sonntagabend nach dem 1:2 von Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig nicht in der Mixed Zone des Borussia-Parks auf. Der Sportdirektor ersparte sich den Gang zu den Journalisten — und damit die in diesen Wochen stets wiederkehrenden Fragen zu seiner Zukunft: Bleibt er in Gladbach oder geht er zum FC Bayern?

Anlass, die Fragen neu zu stellen, hatte Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof gegeben, der vor dem Spiel klarstellte (und damit Berichte unter anderem der "tz" dementierte), dass Eberl "keine Ausstiegsklausel" in seinem bis 2020 datierten Vertrag habe. "Wir rechnen damit, dass er bei uns bleibt", sagte er auch. Gleichlautend hatte sich Bonhof in der vergangenen Woche gegenüber unserer Redaktion geäußert. Und Geschäftsführer Stephan Schippers hatte zuletzt öffentlich geäußert, dass er auf einen Verbleib Eberls hoffe.

Sätze wie diese sind bekannt in der Branche, wenn es um Wechselgerüchte geht. Sie können die reine Wahrheit sein. Aber auch Nebelkerzen. Dass Eberl, der in Bogen geborene Niederbayer und Spross der Fußballausbildung des FC Bayern, mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht wird als möglicher neuer Sportvorstand, ist nicht neu und hält sich hartnäckig. Und je hartnäckiger ein Gerücht im Fußball ist, desto höher darf der Wahrheitsgehalt eingestuft werden.

Eine neue Dimension hatte vor einer Woche Gladbachs Präsidiumsmitglied Hans Meyer eröffnet. Er hatte bei seinem Auftritt in der Debattierrunde "Doppelpass" bei Sport1 eine Tür für eventuelle Verhandlungen aufgestoßen: "Wenn Max Eberl es hundertprozentig will und die Bayern es hundertprozentig wollen, dann wird es auf irgendeine Art und Weise einen Weg geben, dass man das macht", sagte Meyer. So richtig dürfte Meyer aber nicht die Vereinslinie vertreten haben, wenn man sich nun anschaut, was Bonhof am Sonntag sagte: "Von uns hat er keine Freigabe." Klingt nach: Egal was kommt, Eberl bleibt.

Dass Eberl die Arbeit des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß sehr schätzt und der Rekordmeister mit viel Wohlwollen zur Kenntnis nimmt, was Eberl bei Borussia aufgebaut hat, ist kein Geheimnis. Es gibt daher Menschen, die davon ausgehen, dass nur noch Details zu klären sind, bevor Eberls Wechsel zum Sommer bekanntgegeben wird. Mancher spekuliert, dass es eine mündliche Vereinbarung gebe, was den FC Bayern angeht. Andere, wie der Ur-Borusse Berti Vogts, sind "guter Dinge, dass Max Eberl bei Borussia bleibt", wie Vogts unserer Redaktion sagte.

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Eberl selbst hat mitgeteilt, dass er "noch etwas vorhat" mit den Borussen, dass sein Weg am Niederrhein noch nicht zu Ende sei. Es gibt auch Konstellationen, in denen ein Job in München für ihn nicht interessant sein könnte. Man könne ein Angebot der Bayern auch ablehnen, sagte Eberl. Doch der eine Satz, der ein Totschlagargument für alle Spekulationen wäre, der fehlt eben. Das trägt zur Offenheit dieser Personal-Diskussion bei.

Dass Eberl, der zweimal Manager des Jahres war, interessant sein könnte für die Bayern, ist logisch aber kommt man auch zusammen? Denkbar ist das, und wenn man die öffentlichen Einlassungen aller Parteien nimmt, ist da das Gefühl: Jetzt hat das Tauziehen um Eberl begonnen. Geht es nur noch ums Geld? Oder pocht Borussia auf die Einhaltung des bestehenden Vertrages? Und wäre dem so, würde es Sinn machen, einen Manager, der woanders sein will, zu halten?

Die Kardinalfragen sind aber zunächst: Was wollen die Bayern? Nach Informationen unserer Redaktion soll Uli Hoeneß ein Fürsprecher sein, Karl-Heinz Rummenigge aber dagegen. Und was will Eberl? Rainer Bonhof wünscht sich zeitnah Klarheit: "Die Beteiligten müssen Bescheid wissen. Deshalb sage ich das mal ganz deutlich: Entweder die da aus dem Süden (damit meint er die Bayern) geben Ruhe. Oder hier sagt einer (womit Eberl gemeint ist), nein, das ist in Ordnung." Gibt es klare Antworten, könnte man offiziell verhandeln — oder den Fall abschließen, weil ein Wechsel ausgeschlossen wird.

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(kk)