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Borussia Mönchengladbach: Stuttgart war am Trainerwechsel zu Lucien Favre beteiligt

Trainerwechsel vor zehn Jahren : Wie der VfB Stuttgart die Zeitenwende bei Borussia beeinflusste

Der VfB Stuttgart, Borussias Gegner am Samstag, spielte eine nicht unwesentliche Rolle beim Trainerwechsel von Michael Frontzeck zu Lucien Favre. „Wir haben viele Nackenschläge bekommen, aber diese Niederlage ist ein Klotz“, sagte Frontzeck am 5. Februar 2011.

1964 war es der FC Schalke 04, der Schicksal spielte bei Borussia Mönchengladbach. Die Schalker warben damals Trainer Fritz Langner ab, den „eisernen Fritz“, wie er genannt wurde. Langner hinterließ ein Team, in dem er viel veranlagt hatte. „Es war Zeit, Langner gegen etwas Geniales auszutauschen, gegen einen Trainer, der die volle Entfaltung der hoffnungsvollen Ansätze bewirken sollte“, sagte damals Borussias Präsident Helmut Beyer. Er holte Hennes Weisweiler. Der Rest ist Geschichte. Schalke trug mit der Trainer-Abwerbung entscheidend dazu bei.

Auch der VfB Stuttgart war indirekt mitverantwortlich dafür, dass einer der folgenreichsten Trainerwechsel der Gladbacher Vereinsgeschichte vonstatten ging. Nicht, weil er einen Trainer abwarb, sondern weil er mit einem Sieg in Mönchengladbach dafür sorgte, dass ein ohnehin angeschlagener Coach den vorentscheidenden Rückschlag erlitt.

Es war Anfang Februar 2011. Borussia hatte einen katastrophale Hinrunde gespielt, war durchweg Letzter seit dem 13. Spieltag. Dennoch hatte sich Manager Max Eberl entschieden, Trainer Michael Frontzeck nicht zu entlassen, er gab ihm noch eine Chance. Und der Ex-Profi, gebürtiger Gladbacher und früher Spieler bei Gladbach ebenso wie beim VfB, schien sie zu nutzen.

Borussia siegte zum Jahresauftakt 1:0 in Nürnberg, verlor dann gegen Bayer Leverkusen 1:3, schaffte aber anschließend ein 1:0 bei Eintracht Frankfurt, das später noch ein wesentlicher Faktor sein würde im weiteren Saisonverlauf, weil die Eintracht durch diese Niederlage in einen unfassbaren Abwärtstrend geriet und am Ende Vorletzter wurde – hinter Gladbach.

Erstmal aber kam am 5. Februar der Gegner, der auch am Samstag im Borussia-Park vorstellig werden wird (15.30 Uhr/Sky): der VfB Stuttgart. Ein Doppelschlag von Dante und Igor de Camargo brachte Borussia 2:0 in Führung, die Gladbacher waren drauf und dran, den dritten Sieg im vierten Spiel zu schaffen. Borussia spielte richtig gut in den ersten 45 Minuten und führte verdient.

Was wäre geworden, wenn es dabei geblieben wäre? Borussia wäre mit einem ganz anderen Gefühl zum nächsten Spiel beim FC St. Pauli gefahren. Und danach? Wäre Frontzeck noch weiter Trainer geblieben? Aber wie lange? Vor allem: Hätte es diese wundersame Geschichte gegeben, die Borussia vom Fast-Absteiger zum Champions-League-Teilnehmer werden ließ?

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Doch es kam anders gegen den VfB: Nach dem Seitenwechsel riss der Faden bei den Borussen, und zwar komplett. Der VfB kam heran, glich aus. In der 87. Minute sah Dante dann nach einem Foul Gelb-Rot und Timo Gebhart verwandelte den Strafstoß zum 2:3. „Wir haben viele Nackenschläge bekommen, aber diese Niederlage ist ein Klotz“, sagte Frontzeck.

Er behielt Recht. Sein Team erholte sich davon nicht, ging zwar durch de Camargo am Hamburger Millerntor in Führung, doch in der 21. Minute sah der Torschütze Rot nach einer Tätlichkeit. Die Borussen verloren das Spiel beim FC St. Pauli 1:3. Tags darauf berieten Borussias Bosse und beschlossen: Nach 619 Tagen als Cheftrainer musste Frontzeck gehen.

Zwei Platzverweise in zwei Spielen, 3:6 Tore und das Gefühl, dass nichts mehr geht, wenn sich nichts ändert – „nach den beiden Niederlagen gegen unsere direkten Konkurrenten mussten wir unsere Situation neu überdenken“, sagte Eberl. „Er ist genau der Fachmann, den der Klub jetzt braucht“, sagte Eberl, als er zwei Tage später den neuen Trainer vorstellte: Lucien Favre. Der Rest ist Geschichte. Und der VfB Stuttgart trug mit drei Toren in 45 Minuten entscheidend dazu bei.