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Borussia Mönchengladbach: Stindl und Herrmann jagen van Lent

Zehn Tore fehlen : Gladbachs Stindl und Herrmann jagen van Lent

Wenn die Offensivspieler Lars Stindl und Patrick Herrmann in dieser Saison zweistellig treffen, ziehen sie in die Top 15 der ewigen Borussia-Torjäger-Liste ein. Sie liegen jeweils zehn Tore hinter Arie van Lent, der diese Position inne hat.

Raffael ist weg, der Vertrag des „Maestro“ ist ausgelaufen. Mit seinen 71 Toren, die er während seiner sieben Jahre als Borusse erzielte, hat er sich auf den elften Platz der ewigen Torjägerliste des Klubs geschossen. Raffael ist der höchstplatzierte aktive Kicker in der Liste, die nächsten beiden sind Lars Stindl und Patrick Herrmann neun Plätze dahinter.

Während Raffael nicht mehr klettern kann, da er kein Gladbacher mehr ist, können sich der Kapitän und der Ur-Borusse noch nach oben verbessern. Ein ehrgeiziges Ziel wäre es, in die Top 15 einzuziehen.

Formuliert man das für das Duo, darf man zugespitzt sagen: Stindl und Herrmann jagen Arie van Lent. Denn der frühere Torjäger, der am 31. August 50 Jahre alt geworden ist, logiert mit 62 erzielten Toren auf dem 15. Platz der Gladbacher Torjägerliste.

Wetten und Frotzeleien in der Sache auf den Fluren und in den Kabinen-Gängen des Borussia-Parks kann es nicht mehr geben, schließlich ist van Lents Trainervertrag bei der U23 ausgelaufen, er betreut jetzt die SpVgg Unterhaching. Doch per WhatsApp-Botschaft kann ja auch eine Kampfansage verschickt werden nach dem Motto: „Arie, wir kriegen dich...“.

Dass die These, dass van Lent beide Stindl und Herrmann  ein wenig fürchten muss, nicht allzu steil ist, zeigte das Testspiel in Venlo am Freitag: Beide trafen beim 4:0, beide waren in feiner Spiellaune. Allein: Herrmann sollte weniger Chancen auslassen, als beim im Stadion „de Koel“.

Zehn Tore müssten sowohl er als auch Stindl erzielen, um mit van Lent gleichzuziehen, mit elf Treffern wären sie vorbei am letzten Bundesliga-Torschützen auf dem Bökelberg. Mit ihren 52 Toren sind beide gleichauf, Stindl ist indes als Erster einsortiert, weil er für seine Tore weniger Spiele benötigte und deswegen einen besseren Torschnitt im Vergleich zum Kollegen Herrmann hat (0,31 zu 0,16) .

Die Wahrscheinlichkeit, dass Stindl und Herrmann zweistellig treffen, wird vergrößert durch die Teilnahme der Borussen an drei Wettbewerben. So gibt es weitaus mehr Gelegenheit, als Tormacher tätig zu werden. Bei Stindl indes ist eher anzunehmen, dass es etwas wird. Der 32-Jährige, der 2015 aus Hannover zu Borussia kam, hat in allen drei Spielzeiten, in denen er mit Gladbach international spielte, zweistellig getroffen: 2015/16 kam er wettbewerbsübergreifend auf 14 Treffer, 2016/17 kamen sogar 18 Tore zusammen und 2019/20 elf.

Stindl ist heiß darauf, etwas zu bewegen. Im Trainingslager in Harswinkel hatte er beim Torschusstraining eine extrem gute Quote, zuletzt sah man ihn nach dem Training noch Elfmeter schießen. Der „Capitano“, wie die Teamkameraden zu sagen pflegen, will es offenbar wissen. Er ist bei Trainer Marco Rose als Zehner und Neuner eingeloggt, also als Mann hinter den Spitzen oder zentraler Teil des Angriffs, je nach Ausrichtung und Bedarf. In der vergangenen Saison zeigte Stindl vor allem in den entscheidenden Spielen, dass auf ihn vor dem Tor Verlass ist.

So war es auch bei Patrick Herrmann. Er spielte bislang fünfmal mit Borussia in Europa, zweistellig war seine Bilanz aber nur in der Saison 2014/15. Er traf in allen drei Wettbewerben, elf Tore schoss er damals in der Bundesliga, vier in der Europa League und eines im DFB-Pokal. Er hat sie also drin, die zweistellige Torbilanz.

Gelingt Herrmann eine solche, wären vermutlich auch zwei „runde“ Jubiläen fällig: das 350. Spiel für Gladbach (330 Partien hat er jetzt beisammen) und das 300. in der Bundesliga (da kommt Herrmann auf 272 Einsätze). In den ewigen Einsatz-Statistiken ist der 29-Jährige in beiden Kategorien (Pflichtspiele, Bundesliga) schon in den Top Ten angekommen.