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Borussia Mönchengladbach stellt gegen Bayern München zwei Rekorde auf

Zwei Rekorde gegen Bayern aufgestellt : Diese Zahlen untermauern Borussias Angstgegner-Image

Mit dem 2:1 beim FC Bayern München hat Borussia Mönchengladbach gleich zwei Rekorde aufgestellt. Und es gibt weitere Werte, die Gladbach eindeutig als größten Bayern-Schreck der jüngeren Vergangenheit ausweisen.

In erster Linie hat Borussia mit dem 2:1-Erfolg beim FC Bayern drei wichtige Punkte geholt, um den Vorsprung auf die Abstiegsränge wieder zu vergrößern. Nebenbei hat sich Gladbach mit dem Sieg beim Rekordmeister aber auch zwei Bestmarken gesichert: Als erste Auswärts-Mannschaft, die nun zum vierten Mal in der 2005 eröffneten Allianz-Arena der Münchner gewonnen hat, und als Klub mit den meisten Bundesligasiegen gegen die Bayern überhaupt. Mit dem 27. Erfolg am Freitagabend überflügelte Borussia den SV Werder Bremen.

Zwei Rekorde, die das Ergebnis einer erstaunlichen Entwicklung in den vergangenen elf Jahren sind. Denn seit der geglückten Relegation im Mai 2011 hat sich Borussia eindeutig zum Bayernschreck gemausert. Seitdem holte Gladbach – bei einer ausgeglichenen Bilanz – 31 Punkte gegen den Rekordmeister, der in diesem Zeitraum neun Meisterschaften in Folge gewann und nun den zehnten Titel anpeilt. Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen folgen mit weitem Abstand mit je 18 Zählern.

Das berechtigte Angstgegner-Image der Gladbacher lässt sich auch noch durch einen anderen Wert ausdrücken. So haben die Bayern gegen die Borussia seit 2011 – auf alle Pflichtspiele und damit auch die Pokalpartien in diesem Zeitraum bezogen – nur eine Siegquote von 37,5 Prozent. Gegen Dortmund als folgendem Klub sind es dagegen schon 56,8 Prozent, bei alle anderen liegt der Wert zum Teil deutlich über 60. Holstein Kiel, das nur einmal gegen die Bayern spielte und dabei im DFB-Pokal 2020/21 im Elfmeterschießen gewann, sei aus dieser Wertung einmal ausgenommen.

Doch nicht nur im Vergleich zu den Konkurrenten der Bundesliga ist die Bilanz der Gladbacher in der jüngeren Vergangenheit gegen die Bayern außergewöhnlich. Auch frühere Fohlen-Generationen kommen bei weitem nicht auf den Punkteschnitt, den die Borussen in der Meisterschaft gegen den Rekordmeister seit 2011 haben. Der liegt bei 1,41 Zählern pro Spiel, neun Siege stehen neun Niederlagen gegenüber, bei zusätzlich vier Unentschieden.

In den ersten vier Spielzeiten, nachdem beide Vereine 1965 gemeinsam erstmals in die Bundesliga aufgestiegen waren, gab es überhaupt keinen Sieg gegen die Bayern, der Punkteschnitt war mit 0,38 entsprechend. Zu Beginn setzte es gar fünf Niederlagen am Stück. Mit dem ersten Sieg 1969 begann das Jahrzehnt des Zweikampfs um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Doch obwohl die Borussen fünf Meisterschaften in den 70ern feierten und die Bayern nur drei, ging der direkte Vergleich wieder an München (neun Siege bei sechs Niederlagen), Borussias Punkteschnitt stieg immerhin auf 1,15.

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Unter Trainer Jupp Heynckes war Gladbach bis 1987 zwar kein regelmäßiger Titelkonkurrent mehr, doch zumindest daheim gelangen einige Siege gegen München. Im Olympiastadion wollte es indes nie klappen: Das dauerte bis in den Herbst 1995, als es unter Bernd Krauss im 31. Versuch den ersten und lange einzigen Sieg gab. Der Punkteschnitt war da schon wieder knapp unter einen Zähler pro Spiel gerutscht, allerdings verlernten die Bayern ein wenig, in Gladbach zu gewinnen: Zwischen 1987 und 1998 blieben sie elfmal in Folge ohne Sieg am Bökelberg.

Indes wurden nach Borussias erstem Abstieg und dem Wiederaufstieg 2001 Siege gegen den Branchenprimus ebenso rar. In den zehn Jahren bis zur Relegationsrettung 2011 gewann Gladbach in 18 Ligapartien nur zweimal, der Punkteschnitt: 0,78. Mit dem 1:0-Erfolg zum Saisonauftakt 2011/12 änderte sich alles. Zwar gewannen die Bayern nun auch wieder häufiger in Gladbach (viermal), doch im Gegensatz zu allen früheren Jahrzehnten steigerten die Borussen ihre Siegquote in München erheblich – das 2:1 am vergangenen Freitagabend ist das vorläufig letzte Kapitel dieser Erfolgsgeschichte.

Nun müssen die Borussen mindestens sieben Monate bis zum Beginn der kommenden Spielzeit warten, ehe es wieder zu einem Duell mit dem Rekordtitelträger kommen kann.

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