Offensiv wie defensiv Standards bleiben Borussias brisantes Thema

Mönchengladbach · Marcus Thuram schafft einen ungewöhnlichen Elfmeter-Hattrick und steht im Mittelpunkt nach einem seltenen Wechsel vor einer Ecke. Vorne wie hinten: Bei Borussia kommt es aktuell sehr auf die Standards an.

 Bei Inter Mailand kassierte Borussia den Ausgleich durch Romelu Lukaku nach einem Eckball.

Bei Inter Mailand kassierte Borussia den Ausgleich durch Romelu Lukaku nach einem Eckball.

Foto: dpa/Luca Bruno

Seit Beginn der Bundesliga hat Borussia in fünf Pflichtspielen sieben Tore erzielt. Entweder war Jonas Hofmann beteiligt oder Marcus Thuram holte einen Elfmeter heraus – oder auch beides auf einmal, so wie am vergangenen Samstag gegen den VfL Wolfsburg. In der 84. Minute gegen Inter Mailand gelang Borussia dagegen erst ihr zweites Tor aus dem Spiel heraus, und was für eines: Florian Neuhaus‘ Ball durchschnitt alle Mailänder Ketten, und Hofmann tunnelte Inter-Keeper Samir Handanovic.

Der traumhafte Treffer soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gladbach auf Standards angewiesen bleibt. Und zwar darauf, dass sie vorne Erfolg bringen und hinten ordentlich verteidigt werden. Thuram reicht noch nicht an seine Effizienz im Strafraum heran wie in der vergangenen Saison, seine Präsenz im Strafraum versetzt die Gegner dennoch in Alarmbereitschaft. In Mailand holte ihn Arturo Vidal von den Beinen.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Vom Punkt hat es schon drei verschiedene Torschützen gegeben. Auf Lars Stindl und Jonas Hofmann folgte nun Ramy Bensebaini mit seinem perfekten Schuss in die Manuel-Neuer-Gedächtnis-Ecke unten rechts. Für Freistöße und Ecken war in der Regel Hofmann zuständig, nach einer Hereingabe verlängerte Matthias Ginter auf Thuram, der gerade noch abgeblockt wurde.

In der letzten Minute der regulären Spielzeit verlor Borussia dann schon den fünften und sechsten Punkt nach einer Führung in dieser Saison. Das Zustandekommen war durchaus ungewöhnlich: Während Inter sich auf seine Ecke vorbereitete, wurde von draußen nicht nur eine Umstellung reingerufen („Flaco! Links Flügelverteidiger, Fünferkette!“), sondern Trainer Marco Rose wechselte auch aus, brachte Lars Stindl für Alassane Plea. Kurz bevor ein Ball in den eigenen Strafraum fliegen wird, ist das eine ungewöhnliche Maßnahme. Der DAZN-Kommentar äußerte entsprechend noch seine Verwunderung, schon war der Ball drin. 2:2.

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Foto: AFP/MIGUEL MEDINA

„Wir hatten nicht mehr ganz die Körpergröße nach den Wechseln, da müssen wir uns aber alle noch mal straffen, damit wir das am ersten Pfosten verteidigt bekommen“, sagte Ginter. Dort stand unter anderem der eingewechselte Herrmann. An der Strafraumgrenze positionierte sich Stindl. Wobei der Eckball unmittelbar bei seiner Ankunft ausgeführt wurde. In der Mitte schlief dann vor allem Thuram, der ausgelaugt und vielleicht nicht mehr ganz konzentriert wirkte, gegen Alessandro Bastoni.

Das Standard-Thema könnte Borussia bereits am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FSV Mainz 05 einholen. Gegen den Tabellenletzten erzielte Gladbach vergangene Saison vier der sechs Tore nach ruhenden Bällen, darunter das erste Bundesliga-Tor unter Rose überhaupt, das einzige Freistoßtor und zwei Hereingaben, von denen Plea eine im Rückspiel artistisch verwertete. Hinten muss Borussia dafür Standards besser verteidigen, besonders gegen Ende des Spiels. Dann reicht es auch mal zum Sieg, wenn vorne Hofmann brilliert und Thuram seinen spieltäglichen Elfmeter herausholt.

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