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Borussia Mönchengladbach spielt nach Videobeweis nur 2:2 gegen Schalke 04

Gladbachs 2:2 nach Videobeweis : Herrmanns Handspiel verhindert Borussias Sieg auf Schalke

Borussia Mönchengladbach machte beim FC Schalke 04 aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1, kassierte dann aber in der Nachspielzeit per Handelfmeter noch das 2:2. Dem eingewechselten Patrick Herrmann passierte das Missgeschick kurz vor dem Abpfiff.

Ein Handspiel des eingewechselten Patrick Herrmann hat Borussia Mönchengladbach am Samstagabend in der Nachspielzeit den Sieg beim FC Schalke 04 gekostet. Das Team von Trainer Daniel Farke hatte lange 0:1 hinten gelegen, dann hatten Jonas Hofmann und Marcus Thuram das Spiel mit ihren Toren gedreht. Doch Marius Bülter glich per Handelfmeter zum 2:2 aus.

Farke vertraute exakt dem Team, das auch beim 3:1 gegen 1899 Hoffenheim im ersten Saisonspiel angefangen hatte. Wobei sich das 4-2-3-1-System immer mehr als ein 4-5-1 herauskristallisiert, bei dem besonders die fünf Mittelfeldpositionen extrem flexibel interpretiert werden. Dazu kommen zwei sehr offensiv ausgerichtete Außenverteidiger, am Samstag waren das wie vorher gegen Hoffenheim Joe Scally (rechts) und Ramy Bensebaini, der zuweilen auch nach innen rückte und dann auf dem Flügel durch Alassane Plea vertreten wurde.

Borussia blieb auch im fremden Stadion den Prinzipien Farkes treu: Über mehr Ballbesitz sollte der Gegner sukzessive bearbeitet werden. Der Aufsteiger hielt in der ausverkauften Arena, in der auch mehr als 6000 Gladbach-Fans zugegen waren, mit einfachen Mitteln dagegen: mit langen Bällen und Robustheit. Zudem versuchte das von seinen Fans lautstark und mit einer imposanten Choreografie unterstützte Team, den Borussen im Spielaufbau möglichst im Weg zu sein und sie zu langen Bällen zu zwingen.

Schalkes beste Möglichkeit in der Startphase hatte Marius Bülter nach 15 Minuten, doch Yann Sommer war im kurzen Eck schnell unten. Drei Minuten später war Marcus Thuram durch, doch Schalkes Malick Thiaw klärte. Zuvor hatten Tobias Mohr und Rodrigo Zalazar das Tor verfehlt. Nach 22 Minuten stand Thuram nach einem Pass Bensebainis frei vor Schwolow und schob das Spielgerät am Torwart vorbei – jedoch auch am Tor.

In der 29. Minute schauten sich die Borussen konsterniert an. Zalazar zielte dieses Mal extrem genau und traf aus 18 Metern in die von ihm aus gesehen linke untere Ecke, Sommer schaute nur hinterher. Zuvor hatte Manu Koné verpasst, Zalazars Lauf zu stoppen, Elvedi und Bensebaini versuchten vergeblich, den Schuss noch zu blocken. Gladbach war zu passiv beim Gegentor.

Zu wenig konsequent spielten die Borussen auch nach vorn. Florian Neuhaus blieb blass, Jonas Hofmann und Alassane Plea konnten ebenfalls nur selten die Schalker in Verlegenheit bringen, es fehlte an überraschenden Ideen. Beide Flügel waren zudem weitgehend verwaist, bei Thuram kam nach dem Bensebaini-Ball kaum noch etwas an.

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Als sich Neuhaus nach 39 Minuten dann mal durchspielte, vertändelte erst er und dann der Franzose im Strafraum des Gegners. Schalkes Führung war somit trotz der 72 Prozent Ballbesitz, einer Passquote von 88 Prozent und 67 Prozent gewonnener Zweikämpfe der Gladbacher, die erstmals die neuen grünen Auswärtstrikots trugen, in Halbzeit eins verdient.

Kurz vor der Pause schnappte sich Sommer noch einen direkten Freistoß Zalazars, der mit seinen Fernschüssen auch nach der Pause gefährlich blieb. Und Gladbach tat sich weiter schwer, die nötige Kreativität nach vorn zu entfalten.

In der 72. Minute jedoch war er da, der nötige Gedankenblitz: Thuram setzte Hofmann mit der Hacke in Szene und der tat, was er seit längerer Zeit am besten kann: Er ging steil und schob den Ball an Schwolow vorbei zum 1:1 ins Tor. Danach war Schwolow zweimal der Held, als er stark rettete, doch dann glitt ihm der Ball aus den Händen und Thuram staubte ab zum 2:1. Gladbach drehte binnen weniger Minuten das Spiel, doch das sollte es noch nicht gewesen sein.

Stärkster Borusse war der Ex-Schalker Ko Itakura, der mit gutem Zweikampfverhalten und Aufbaupässen dem Team half. Die Schalke-Fans begrüßten den Aufstiegshelden freundlich, es schien indes, als nehme er wie erhofft die Punkte mit. Doch der eingewechselte Patrick Herrmann wurde zum großen Pechvogel. Bei einer Rettungsaktion in der Nachspielzeit war seine Hand im Spiel und nach der Sichtung der Videobilder entschied Schiedsrichter Sven Jablonski auf Strafstoß. Bülter traf zum 2:2. Schalke jubelte, Gladbach ärgerte sich.

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