Borussia Mönchengladbach: So verändert Marco Rose den Klub

Neuer Trainer, neues Konzept : So verändert Marco Rose Borussia

Der Fußball von Marco Rose steht für Variabilität, Mut und Attraktivität. Damit soll er Borussia zu einer erfolgreichen Zukunft verhelfen.

Marco Rose wird ab dem kommenden Sommer der neue Trainer sein bei Borussia. Er ist der Mann, über den Max Eberl im Interview mit unserer Redaktion sagte: „Es gibt für den Klub gerade eine Chance, die ich als Sportdirektor nutzen möchte für die Zukunft.“

Rose kommt von RB Salzburg, mit dem er vor dem Gewinn seines zweiten Meistertitels im zweiten Jahr als Profi-Trainer steht. Bei Borussia soll er eine neue Ära prägen, den Klub sportlich entwickeln. Rose war in den vergangenen Monaten einer der begehrtesten Trainer, vor allem in der Bundesliga. Nun hofft Eberl, dass er bei Borussia unter Beweis stellen wird, warum das so war.

Mit Rene Maric (Co-Trainer), Alexander Zickler (Stürmer-Coach) und Patrick Eibenberger (Athletiktrainer) bringt er drei Assistenten mit zu Borussia. Sie werden die Spieler ab Anfang Juli auf das Rose-System trimmen. Das steht für Variabilität, Mut und Attraktivität.

Seine bevorzugte Taktik ist das 4-3-1-2 mit einer Raute, eine ähnliche Aufteilung, wie sie Lucien Favre praktizierte. Rose beharrt jedoch nicht auf seinem System, im Spitzenspiel beim Linzer ASK überraschte er den Gegner plötzlich mit einer 4-3-3-Formation. Dieter Hecking hielt in den vergangenen Monaten an seiner Grundtaktik des 4-3-3 fest, reagierte erst nach dem desolaten Auftritt in Düsseldorf (1:3). Rose soll Borussia variabler machen, die Gegner häufiger vor überraschende Aufgaben stellen. Auch während einer Partie zeigte der kommende Coach in Salzburg seine Kreativität.

Die sollen seine Spieler wie unter Hecking mit einem guten Positionsspiel verbinden. Dabei aber unter Rose noch mutiger agieren, noch offensiver. Pressing und ein schnelles Umschaltspiel sind die größten Gebote des attraktiven RB-Fußballs, der in Salzburg und auch in Leipzig praktiziert wird. „Ich bin weder ein klassischer Ballbesitztrainer noch ein Trainer, der nur Haudrauf und Pressing forciert. Ich würde es gerne relativ komplett haben, das ist meine Kernidee“, beschrieb Rose seinen Stil in einer ZDF-Reportage im vergangenen Jahr.

Der 42-Jährige bringt aber eine weitere Eigenschaft mit, die Eberl überzeugte. Menschen, die Rose schon lange kennen, bezeichnen ihn als „Menschenfänger“, als einen Typ wie Jürgen Klopp, der die Spieler und auch die Massen für sich begeistert. Als Spieler war er Publikumsliebling bei Mainz 05. Dort wurde er inspiriert von den großen Trainern Klopp und Thomas Tuchel, zuvor schon bei Hannover 96 von Ralf Rangnick. Bei RB Salzburg lieben ihn die Fans ebenfalls. Hecking hat es dagegen in Mönchengladbach nicht geschafft, die Kurve hinter sich zu kriegen.

In den kommenden Wochen wird Rose neben seiner Tätigkeit als Trainer von RB Salzburg auch die neue Saison in Mönchengladbach planen. „Wir haben den Spagat bis hierhin sehr gut hingekriegt. Ich denke, dass sich keiner Sorgen machen muss. Meine absolute Priorität hat Salzburg. Wenn ich Telefonate in Richtung Gladbach führe, dann werde ich die abends auf der Couch führen“, sagt Rose. Darüber, ob er neben den Assistenztrainern auch Spieler (etwa Fredrik Gulbrandsen?) mit zu Borussia nehmen könnte, habe er sich noch keine Gedanken gemacht, betont Rose.

Änderungen in Borussias Kader wird es auch geben, und er wird seine Vorstellungen klar äußern. Rose gilt als harter Verhandlungspartner, wenn es um seine Ideen geht. Die werden besonders bei der Suche nach einem Nachfolger für Thorgan Hazard, der Borussia wohl Richtung Dortmund oder Liverpool verlassen wird, gefragt sein.

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