Borussia Mönchengladbach: So geht Dieter Hecking in die Champions-League-Woche gegen den BVB

Saisonfinale der Borussia : Hecking will nach Europa, aber nicht mit nach China

Dieter Hecking bleibt auch in den Tagen vor dem wichtigen Spiel gegen Dortmund seiner Linie treu. Er hat schon einige solche Finals in seiner Karriere erlebt — und erfolgreich bestritten.

Dieter Hecking kennt die Spiele, in denen es um etwas geht: 90 Minuten, die darüber entscheiden, wie der Ausgang einer ganzen Fußball-Saison ist oder wer den Pokal holt. 2009/2010 rettete er sich mit Nürnberg aufgrund eines 1:0-Sieges gegen Köln am letzten Spieltag in die Relegation. Dort gewann sein Team beide Spiele gegen Augsburg und vermied dadurch den Abstieg. Fünf Jahre später bewältigte er wieder ein Endspiel mit Bravour: das Finale im DFB-Pokal, das er mit Wolfsburg 3:1 gegen Dortmund gewann.

Nun geht er auch mit Borussia in ein Endspiel. Nicht nur, weil es tatsächlich sein Letztes als Coach der Gladbacher sein wird, sondern auch, weil es für ihn und sein Team um etwas ganz Großes geht: den Einzug in die Champions League. „Das bedeutet mir noch gar nichts. Ich habe immer gesagt, dass ich mich mit der Champions League verabschieden will“, sagte Hecking. Der Trainer wird, wie sein Co-Trainer Dirk Bremser, die China-Reise der Borussen (19. bis 26. Mai) nicht mitmachen.

Zuvor haben die Gladbacher vier Trainingseinheiten Zeit, um sich auf ihr Finale um die Königsklasse am Samstag um 15.30 Uhr gegen Borussia Dortmund vorzubereiten. Am Dienstag stand die erste Einheit auf dem Plan. Es war den Borussen anzumerken, dass es seit langem der erste sorgenfreie Start in eine Trainingswoche war, als viele der Profis um 15.24 Uhr auf den Platz kamen. Das Lachen und Strahlen wandelte sich aber in Konzentration um ab dem Moment, in dem Hecking sechs Minuten später in einer zweiminütigen Ansprache einige warme Worte an seine Spieler richtete und sie für die letzte Aufgabe der Saison einschwor. Es wird die letzte gemeinsame sportliche Aufgabe sein, die sie zu bewältigen haben, bevor Marco Rose das Traineramt in Mönchengladbach übernehmen wird.

Jonas Hofmann betonte bereits, dass es keiner zusätzlichen Motivation bedarf vor der Partie gegen den BVB. Die Borussen sind ohnehin heiß auf dieses Duell. Das wird auch Hecking wissen. Und auch, dass seine Mannschaft nach dem jüngsten Erfolg wieder befreit von der lähmenden Last der vergangenen Wochen ist.

Er wird vermutlich nichts Besonderes machen, keine Experimente wagen, sondern an seinem Stil festhalten. Zu dem gehört das, was Hecking immer wieder betont: Er ist kein Freund von Aktionismus. Den braucht es erst recht nicht vor einem Spiel wie dem bevorstehenden. Das zeigt auch die Taktung der Einheiten. Am Mittwoch wird geheim trainiert, am Donnerstag um 10 Uhr öffentlich, Freitag wieder geheim. Ebenso war es die Wochen zuvor strukturiert.

Wieder dabei ist in dieser Woche Fabian Johnson nach seiner Wadenzerrung. Raffael (ebenfalls Wadenzerrung) und Patrick Herrmann (Oberschenkelzerrung) mussten am Dienstag passen, könnten aber zurückkehren. Aus Gründen der Trainingssteuerung gingen Denis Zakaria, Jordan Beyer, Oscar Wendt, Ibrahima Traoré und Josip Drmic nur laufen, auch Christoph Kramer trat etwas kürzer. Sie alle werden am Mittwoch wohl voll mitwirken.

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